Griechenland treibt SEKAP in den Konkurs

28. Dezember 2017 / Aufrufe: 834

Die traditionelle Tabakfabrik SEKAP in Griechenland wird möglicherweise noch in den nächsten Tagen ihren Betrieb einstellen.

Die Firmenleitung der in im Nordosten Griechenlands gelegenen Stadt Xanthi ansässigen ehemaligen „Genossenschafts-Tabakfabrik“ beziehungsweise heutigen SEKAP SA gab am 26 Dezember 2017 bekannt, ihr Vorstand werde am Donnerstag, dem 28 Dezember 2017 zu einer außerordentlichen Sitzung zusammentreten um gegebenenfalls die Vorbereitungen für das Zwangsinsolvenzverfahren einzuleiten.

Die einschlägige Bekanntmachung der Gesellschaft führt Folgendes an:

Griechenlands Fiskus zwingt SEKAP praktisch in den Konkurs

Im Rahmen der essentiellen Behinderung des Betriebs der Firma, und zwar wegen der Verkündung eines abweisenden Beschlusses des Verwaltungs-Berufungsgerichts Komotini bezüglich der Geldstrafe in Höhe von 38 Mio. Euro wegen im Jahr 2009 stattgefundener Verstöße sowie auch des jüngsten Beschlusses der Zollbehörden zu Xanthi, der den Verkauf von Produkten (der SEKAP) auf dem inländischen Markt unmöglich machte, gibt die SEKAP die Einberufung einer außerordentlichen Sitzung des Vorstands bekannt.

Die Vorstandssitzung wird am Donnerstag, dem 28 Dezember 2017 stattfinden, unter Teilnahme von Experten führender griechischer Firmen, die auf Konkursthemen spezialisiert sind. Die Mitglieder des Vorstands der SEKAP werden die sich gestaltete Situation erörtern und mit der Vorbereitung für das Zwangsinsolvenzverfahren des Unternehmens beginnen.

Lehrstück zur „Investitionssicherheit“ in Griechenland …

Ergänzend sei angemerkt, dass zu Lasten der SEKAP 2008 / 2009 Zollvergehen beim Export von Tabakprodukten festgestellt wurden. 2013 wurde das konkursreife Unternehmen von dem russischen Konzern Donskoy Tabak aufgekauft und gelangte in das Eigentum des Investors Ivan Sawwidis. Im Februar 2016 wurde gegen das Unternehmen wegen der lange vor der Übernahme stattgefundenen und mittlerweile 7 Jahre zurückliegenden (Zoll-) Verstöße eine Geldstrafe in Höhe von insgesamt 38,2 Mio. Euro festgestellt und bekannt gegeben.

Die SEKAP beantragte daraufhin vor dem Berufungsgericht Xanthi die Aussetzung der Zwangsmaßnahmen, das Gericht wies jedoch jüngst den Antrag ab und bestätigte die Geldstrafe bzw. Sanktionen, womit der gesamte Betrag von 38,2 Mio. Euro fällig gestellt wurde. Jede weitere Stundung ablehnend blockierte obendrein am 22 Dezember 2017 die Zollbehörde Xanthi den Vertrieb der Produkte der SEKAP im griechischen Inland, obwohl die Gesellschaft eine diesbezügliche Bankgarantie über mehr als 4 Mio. Euro hinterlegt hatte.

Informationen zufolge will die SEKAP nunmehr den Obersten Verwaltungsgerichtshof (StE) anrufen, was jedoch nichts daran ändert, dass das Unternehmen möglicherweise noch in den kommenden Tagen seinen Betrieb einstellen wird und die rund 170 Beschäftigten ihre Arbeitsplätze verlieren.

Auf dem griechischen Markt ist die SEKAP mit „Bestsellern“ wie BF, COOPER und GR präsent, produziert für ausländische Märkte unter Lizenz der Muttergesellschaft Donskoy Tabak unter anderem deren Marken KISS SLIMS, PLAY HIT, CONTINENT, SENATOR, ASMOLOFF, ARMADA, DONSKOY TABAK, NASHA MARKA sowie ebenfalls „Brands“ anderer ausländischer Kunden.

(Quellen: dikaiologitika.gr, Medienberichte)

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