Drama ohne Ende in den Hot Spots in Griechenland

24. Dezember 2017 / Aufrufe: 745

Die Reaktionen seitens der NRO, Träger und lokalen Faktoren auf die Handhabung des Themas der Flüchtlinge und Immigranten durch Griechenlands Regierung werden heftiger.

Während der zuständige Minister Giannis Mouzalas in letzter Zeit praktisch durch Abwesenheit glänzt und nicht auszuschließen ist, dass es in den sogenannten „Hot Spots“ auf Griechenlands Inseln in der östlichen Ägäis, wo tausende Immigranten unter elendigen Umständen „beherbergt“ werden, wieder Tote geben wird, eskalieren die Reaktionen auf die Handhabung der Regierung im Thema mit den Immigranten.

Die Flüchtlingsströme setzen sich derweilen mit ungeminderter Heftigkeit fort und der Winter ruft die unerfreulichen Bilder des vergangenen Jahres in Erinnerung.

In Griechenlands Flüchtlingslagern ist mit Todesfällen zu rechnen

Die Erinnerungen an die Erfrierungen und Todesfälle in den Internierungs-Zentren sind noch frisch und die lokalen Faktoren betonen in allen Tonlagen, die Regierung handhabe dieses sensible Thema weiterhin falsch.

Evgenia Thanou, Generaldirektorin der „Ärzte der Welt“, wetterte im Gespräch mit der Zeitung „Parapolitika“ („P“) gegen Herrn Mouzalas und betonte, „es gibt keinerlei Verbesserung in den )sogenannten …) Beherbergungszentren„. Bei der Kommunikation, welche die „P“ mit ihr hatte, schlug selbige ein weiteres Mal die Alarmglocke und merkte an: „Es muss umgehend etwas geschehen“. Es verstrichen drei Jahre und nichts hat sich verbessert, es ist ein großer Zeitraum und der Staat hat sich nicht um diese Menschen gekümmert, weder um die Schwangeren noch um die kleinen Kinder.

Stella Nanou, Kommunikationsbeauftragte des Hochkommissariats der UN für Griechenland, führte ihrerseits an: „Vorrangig ist eine mutige Entlastung. Das würde die Lebensbedingungen verbessern und das rufen sowohl wir als auch andere NRO seit drei Jahren.“ Und sie fuhr fort, den Angaben zufolge, über die sie seit drei Jahren verfüge, haben auf dem Meer rund 1.350 Menschen ihr Leben verloren. Abschließend betonte sie, „alle, die sich in den Internierungs-Zentren befinden, zumindest die verletzlichen sozialen Gruppen, müssen geschützt werden und in das Inland oder Ausland gebracht werden„.

Lage in Flüchtlingslagern auf griechischen Inseln bleibt unverändert

Auf den Barrikaden befinden sich jedoch auch die lokalen Gesellschaften der (griechischen Ägäis-) Inseln, die seit drei Jahren sehen, dass Menschen auf den Inseln angelangen und unter elendigen Umständen wie Häftlinge leben. „Damit die Lebensumstände besser sind und wir keine weiteren Todesfälle haben, müssen 5.000 Personen Moria verlassen und die Ankünfte auf der Insel aufhören„, erklärte der Bürgermeister von Lesbos, Spyros Galinos, und bezog sich auch auf diverse in letzter Zeit erfolgte Arbeiten, wobei er betonte, „was Herr Mouzalas macht, ist ein Tropfen auf den heißen Stein„.

Wir rufen seit dem vergangenen Jahr und nun – nach drei Jahren – kommt er und stellt einige Zelte und Wohncontainer auf„, führte er an und fuhr betonend fort, „was Herr Mouzalas äußerte, nämlich nicht ausschließen zu können, dass wir Tote haben werden, sage ich ihm schon kontinuierlich seit dem Sommer. So betreibt und übt er jedoch eine eigentümliche Erpressung aus: er lässt die Dinge in einer Sackgasse angelangen, um im letzten Moment zu kommen und uns unter Berufung auf Gründe der Humanität und Sensibilität zu sagen, auf Lesbos müsse ein weiteres Beherbergungszentrum entstehen.

Unerfreuliche Nachrichten treffen auch von Samos ein, wobei der Bürgermeister der Insel, Michalis Angelopoulos, sagt: „In diesem Moment zählen die Immigranten fast 2.500. Von diesen sind 2.000 in dem Hot Spot, der mit einer Kapazität von 800 (Personen) geplant wurde. Sie verstehen, dass rund 1.200 Personen weggebracht müssen, damit die Umstände besser und menschlich sind.“ Auch der Bürgermeister von Leros, Michalis Kolias, bezog sich auf die sofortige Entlastung (der Auffanglager), da „von den 800 (Personen), die sich derzeit in dem (hiesigen) ‚Beherbergungszentrum‘ befinden, wenigstens 300 weggebracht müssen und – was das Hauptsächliche ist – keine anderen (nach-) kommen„, berichtete er bezeichnend.

Auf der selben Wellenlänge waren auch die Erklärungen seitens Georgios Kyritsis, Bürgermeister von Kos, der erklärte, „für Kos sind die Dinge stabil und unverändert, es hat sich nichts verbessert„. Und er fuhr fort und sagte: „Wir wissen immer noch nicht, wie viele (Personen) in dem Hot Spot sind, wir haben keine genauen Angaben. Wir haben Daten zu 2.000 Personen auf der ganzen Insel und die Regierung und die Ministerien sprechen von ungefähr 1.000. Sie bringen Flüchtlinge von Kreta, Anafi, Kastelorizo zu uns, wir wissen nicht, wie viele registriert sind. Ich bezweifle, dass sich in dem Internierungs-Zentrum bei Pyli die Dinge verbessern werden.

(Quelle: parapolitika.gr)

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