Recycling der Arbeitslosigkeit in Griechenland

15. November 2017 / Aufrufe: 796

Auf dem Arbeitsmarkt in Griechenland setzen sich flexible Beschäftigungsformen durch, während die Vollzeitbeschäftigung zunehmend in den Hintergrund gerät.

In Griechenland ist 2017 ist ein Jahr der Deeskalation der Arbeitslosigkeit, aber auch ein Jahr der Vorherrschaft der sogenannten flexiblen Beschäftigungsformen.

Teilzeitbeschäftigung und wechselweise (periodische) Beschäftigung scheinen zum „Hit“ zu werden, da sie – bei nun zehn verstrichenen Monaten – seit Januar bis Oktober 2017 fast 60% der Einstellungen abdecken.

Griechenlands Arbeitsmarkt „recycelt“ Arbeitnehmer

Die Einstellungen mit Vollzeitbeschäftigung geraten dagegen an zweite Stelle, was ein außerordentlich beunruhigendes Element bezüglich der Qualität der entstehenden Arbeitsplätze ist. Bezeichnend ist, dass allein im vergangenen Oktober, sprich einem Monat, in dem wegen des Auslaufens der touristischen Sommerperiode die Entlassungen traditionell mehr als die Einstellungen sind, die Teilzeit- und Wechselbeschäftigungsverträge insgesamt 62,26% erreichten.

Diese Fakten zeigen, dass die flexiblen Beschäftigungsformen kontinuierlich von Monat zu Monat einen immer größeren Anteil bei den Neueinstellungen einnehmen. Dies bedeutet jedoch eine größere Unsicherheit auf dem Arbeitsmarkt, aber auch Arbeitnehmer, die für wenige Monate beschäftigt sind und danach in die Arbeitslosigkeit zurückkehren. Folglich hat die Reduzierung der Arbeitslosigkeit wahrscheinlich keine dauerhaften Charakteristika, sondern weist vielmehr Merkmale eines „Arbeitnehmer-Recyclings“ auf, da sich nicht ergibt, dass wesentlich mehr neue – dauerhafte Vollzeitbeschäftigungsstellen geschaffen werden.

Merkmal dieser großen Beweglichkeit auf dem Arbeitsmarkt ist auch der Umstand, dass allein im Oktober 2017 insgesamt 98.420 Arbeitsplätze verloren gingen. Die negative Bilanz von Einstellungen zu Ausscheidungen des konkreten Monats zeigt eindeutig, dass die sehr vielen dank des Tourismus entstandenen Arbeitsplätze nur wenige Monate lang bestanden und der subventionierten Arbeitslosigkeit Platz gaben. Dieses Element ist alles andere als positiv, damit sich nach acht Krisenjahren das Lebensniveau zigtausender Haushalte verbessert, aber auch die in dem selben Zeitraum sehr schlechten Einnahmen der Versicherungskassen korrigiert werden.

(Quelle: dikaiologitika.gr, Autor: Vasilis Angelopoulos)

  1. windjob
    15. November 2017, 15:00 | #1

    Ist dies was wirklich neues? In Deutschland ist es seit Jahren ein Problem und die Politik schaut tatenlos zu. Ist ja auch so bequem. Da kann man ja die Arbeitslosenzahlen niedrig halten. Ich denke dabei immer wieder an den Spruch meines Vaters. Politik ist eine Hure. Ja nicht eingreifen müssen. Hauptsache unsere Politiker haben ihre Schäfchen im Trockenen.

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