Schäuble begrüßt Griechenlands Marktgang

26. Juli 2017 / Aufrufe: 718

Deutschlands Finanzminister Wolfgang Schäuble begrüßte die Platzierung staatlicher Obligationen Griechenlands.

Eine Sprecherin des deutschen Finanzministeriums begrüßte am Dienstagnachmittag (25 Juli 2017) die Platzierung staatlicher Schuldverschreibungen Griechenlands an den Kapitalmärkten.

Die selbe Sprecherin betonte, Griechenland benötige nun, das Vertrauen der Investoren wiederzuerlangen, die Reformen intensiver voranzutreiben und rechtzeitig die dritte sogenannte Bewertung des „griechischen Programms“ zu vollenden.

Griechenland muss nun das Vertrauen der Investoren festigen

Die Rückkehr Griechenlands an die Kapitalmärkte war und bleibt das Ziel des sich fortsetzenden Konvergenzprogramms. Wir begrüßen somit den Umstand, dass Griechenland die Gelegenheit hat, Schritt für Schritt an den Markt zurückzukehren„, meinte die Sprecherin des deutschen Finanzministeriums gegenüber Reuters und fügte an:

Nun hat Griechenland das gerade wiedererlangte Vertrauen der Investoren zu vertiefen, die Reformen weiter zu verstärken und rechtzeitig die anstehende dritte Bewertung des Programms abzuschließen.“ Weiter beharrte sie, „die langfristige Umsetzung der Reformen und die Zuverlässigkeit sind von essentieller Bedeutung für die Sicherstellung des andauernden Vertrauens der Kapitalmärkte„.

Griechenland platzierte Titel im Wert von 3 Mrd. Euro zu 4,625%

Wie gegenüber der französischen Nachrichtenagentur AFP Frederic Gabizon erklärte, der das Emissionsverfahren für Rechnung der HSBC handhabte, platzierte Griechenland bei seinem ersten Gang an die Kapitalmärkte seit 2014 am Dienstag (25 Juli 2017) staatliche Schuldverschreibungen im Wert von 3 Mrd. Euro mit einer Laufzeit von fünf Jahren und einem Zinssatz von 4,625%. Die Nachfrage nach den Titeln dieser Emission, die (etwa jeweils zur Hälfte) sowohl die Auktion neuer Titel als auch den Umtausch im Jahr 2014 emittierter fünfjähriger Titel kombinierte, erreichte insgesamt 6,5 Mrd. Euro, erläuterte Frederic Gabizon.

Die Investoren, die 2014 und im Jahr 2019 auslaufende griechische Obligationen gekauft hatten und dem Umtausch ihrer Titel gegen einen Teil der neuen Emission zustimmten, erzielten auf diese Weise für ihre (alten) Obligationen einen Erlös von 102,6% des Nennwertes, was einem „Bonus“ von insgesamt 40 Mio. Euro entspricht.

Ergänzend sei angemerkt, das der Zinssatz der im Jahr 2014 unter der Regierung Samaras aufgelegten (und damals seitens der SYRIZA heftig monierten und geschmähten!) fünfjährigen Staatsanleihe, bei der ebenfalls insgesamt 3 Mrd. Euro  geschöpft wurden, sich auf 4,95% gestaltet hatte, während für die jetzige Emission anfänglich mit einem Zinssatz bei 4,8% gerechnet wurde.

(Quellen: dikaiologitika.gr, diverse Presseberichte)

  1. Kleoni
    26. Juli 2017, 18:11 | #1

    auf dem Rücken von 80% der griechischen Bevölkerung, die in Zukunft wohl den Gürtel noch enger schnallen muss, damit die Anleger profitieren und die Bankberater fette Boni kassieren können.

  2. herbert
    26. Juli 2017, 18:13 | #2

    Wenn das wirklich wahr ist, dann hat Schäuble und das Bundesfinanzministerium immer noch nicht verstanden, was in Griechenland los ist. Es ist einfach unverantwortlich, was da DB u.a. nach englischem Recht (warum wohl) den Menschen in Griechenland wiederum antun und das ausschließlich zum Wohle einer kommunistischen Regierung, die längst insolvent ist. Es lebe das Großkapital, alle anderen sind eh unwichtig.

  3. navy
    26. Juli 2017, 22:15 | #3

    Schäuble, war der Ruin für Griechenland, neben den gekauften Politikern und Gangstern wie Spiros Latsis, Barosso und Kollegen

  4. Westphal
    4. August 2017, 10:23 | #4

    Die einen machen Gewinne und den anderen bleibt der Strick.

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