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Billig-Personal im Tourismus in Griechenland

31. Juli 2017 / Aufrufe: 1.272

In Griechenland wird in Gastronomie und Tourismus ein Trend zur Beschäftigung monatlich nur bis zu 410 Euro netto verdienender junger Arbeitnehmer verzeichnet.

Die in Griechenland in den Zweigen des Tourismus und der Gastronomie aktiven Unternehmen scheinen einen Trend zur Einstellung bis zu 25 Jahre alter junger Leute zu zeigen.

Grund für diesen Umstand ist, dass diese Kategorie von Arbeitnehmern in Griechenland für einen gesetzlich festgelegten Mindestlohn von monatlich sogar nur 511 Euro brutto, sprich 410 Euro netto beschäftigt werden darf.

Möglichst billiges Personal, das einfach nur den Job „schmeißt“

Die von dem panhellenischen Verband des Gastronomie-Personals – der Angestellten in touristischen Berufen (POEE – YTE) zeigen, dass zwischen den Unternehmern der Branche ein neuer Trend entsteht: Es ist die Tendenz zur „negativen Arbeitgeberkultur“. Dies bedeutet in der Praxis, dass eine neue „Generation“ von Arbeitgebern sich daran gewöhnt, monatliche Bezüge auf Niveaus von 400 – 500 Euro zu zahlen, gleich ob es sich um Fälle sogenannter „Lehrlinge“ und „Praktikanten“ aus Ländern der ehemaligen Ostblockstaaten oder um junge Leute (häufig Berufsanfänger) im Alter von bis zu 25 Jahren handelt.

Somit wird es immer schwieriger, dass in der Branche kollektive Arbeitsverträge bzw. Tarifverträge unterzeichnet werden, da die Arbeitgeber in diesem Fall aufgerufen sein werden, den über einige Jahre Berufserfahrung verfügenden „Profis“ doppelt so hohe Löhne zu zahlen. Auf diese Weise wird das Überleben qualifizierter Arbeitnehmer mit höheren „Salärs“ unvorstellbar schwierig, da der Trend zu „möglichst niedrigen Löhnen für Personal, das einfach nur den Job ’schmeißt‘“ geht. Die Profis der Branche betonen natürlich, dass die Unternehmer so den Ast absägen, auf dem sie selbst sitzen, da auf diese Weise Begriffe wie „Service-Qualität“ … den Bach hinunter gehen.

Der Einbruch bei der Qualität der erbrachten Dienstleistungen vermag jedoch zukünftig einen signifikanten Rückgang bei den Ankünften solcher ausländischer Touristen zu bewirken, die als „gut betucht“ gelten und in der Stimmung sind, erhebliche Beträge auszugeben. In einem solchen Fall wird das Land mit Touristen „2. Wahl“ verbleiben, die Radau und Randale verursachen anstatt Einnahmen einzubringen.

(Quelle: dikaiologitika.gr, Autor: Vasilis Angelopoulos)

  1. Kleoni
    31. Juli 2017, 18:21 | #1

    und dieser Unkultur des Lohndumpings wird – falls die ND – die nächsten Wahlen gewinnen wird, nicht nur in der Tourismusbranche sondern in der gesamten freien Wirtschaft Tür und Tor weit geöffnet werden unter dem Unwort „Liberalisierung des Arbeitsmarktes“. So wurde auch D in den letzten Jahren durch Zeit-/Teilzeitarbeitsverträge private Arbeitskräfteverleiher u.ä. zum lukrativen Billiglohnland für die Profitgeier und Gewinnmaximierer auf Kosten der hart arbeitenden Menschen. Das ist auch die Vorstellung des Neoliberalen Vorsitzenden der ND.

  2. Petroulla
    31. Juli 2017, 18:42 | #2

    Das klingt gerade so, als ob diese „negative Arbeitgeberkultur“ neu wäre. Es wurde gerade im Tourismus noch nie mehr gezahlt. Gesetzliche Mindestlöhne spielen überhaupt keine Rolle, da hält sich eh kein Arbeitgeber dran. Nur die Tricks, wie man diese umgeht, ändern sich vielleicht. Also z.B. Vollbeschäftigte als Teilzeitbeschäftigte oder garnicht anmelden, den Leuten beispielsweise 500,- € im Monat zu zahlen aber sie zwingen, den Erhalt von 1.000,-€ zu quittieren, damit sie sich nicht an irgendwelche Behörden oder Gerichte wenden können, ich könnte da eine ganze Liste aufzählen. Und oft bleiben die Arbeitgeber selbst dieses wenige Geld noch schuldig. Also ist auch egal, wer eingestellt wird. Wer in Not ist, arbeitet irgendwann auch für einen Teller Essen, und das wird schamlos ausgenutzt. Die hiesigen Arbeitgeber sind zum großen Teil skrupellose Sklavenhalter, die keine Moral und kein Gewissen kennen.

  3. navy
    1. August 2017, 04:25 | #3

    man findet so nur schlecht motivierte Leute, welche dann auch stehlen

  4. kokkinos vrachos
    1. August 2017, 12:21 | #4

    Die „Liberalisierung des Arbeitsmarktes“ ((Arbeitsmarktreform) wurde bereits im April und Mai (3. Memorandum) beschlossen als die Troika erneut mit Syriza am verhandeln war.
    Die Troika, der Verbund aus Internationalem Währungsfonds (IWF), Europäischer Kommission und Europäischer Zentralbank (EZB), die im Auftrag der Euro-Finanzminister die Kreditprogramme in den Krisenzonen der Euro-Länder überwachen versteht unter der geforderten „Liberalisierung des Arbeitsmarktes“ oder wie es neliberal so schön heisst „Flexibilisierung des Arbeitsmarktes“, die Streiks erschweren und Kündigungen erleichtern (eine Lockerung des Kündigungsschutzes), weniger Tarifbindung (Tarifverträge lockern).
    Die bisherige Kürzungspolitik hat die griechische Staatsschuldenquote nicht etwa gesenkt, sondern in neue Höhen katapultiert. Griechenland ist mit den bisherigen Krediten nicht gerettet worden, sondern Banken und Hedgefonds.

  5. exgr
    1. August 2017, 19:34 | #5

    Das ist nicht neu. Vor knapp 10 Jahren ging ich für eine Saison nach GR – und blieb mehrere Jahre, lernte die Sprache etc. Dann kam die Krise. Mit ihr bereits im darauffolgenden Jahr Gehaltsenkung. Mit einem Schulterzucken „Mehr geht nicht dieses Jahr … ihr wisst ja, die Krise …“. Und für die Saison 2013 (also schon vor 4,5 Jahren!) wurden dann nur noch Praktikanten gesucht, was heißt: „Du arbeitest 7 Tage die Woche, 8 Stunden am Tag, in der Hauptsaison wird selbstverständlich mehr erwartet, so 12-15 Stunden. Dafür bekommst du ein kleines Zimmerchen im Keller mit Bad ohne Fenster und täglich die Reste vom Frühstück der Gäste, ein warmes Mittagessen (2. Wahl) sowie abends falls vorhanden die Reste vom Mittag. Punkt.“ Ok, Koffer packen und tschüss!
    Nach GR reise ich trotzdem noch jedes Jahr. Allerdings nicht mehr pauschal, sondern in Privatzimmer / Pensionen. Das ist zwar ein bisschen komplizierter in Planung, Buchung und Durchführung, aber (!) damit geht mein Geld dann weder an Neckermann, Tui und co, noch steckt es sich der Hotelbesitzer in die eh schon vollen Taschen, sondern ich bezahle den „kleinen Mann“ direkt. Noch dazu ist es persönlicher und man hat gleich einen ortskundigen Kontakt.

    • Petroulla
      3. August 2017, 11:50 | #6

      Genau so läuft es. Aehnliches habe auch ich zur Genüge erlebt. Und da spielen wie schon gesagt diese ganzen komplizierten und altersabhaengigen Gehaltsstrukturen ueberhaupt keine Rolle. Die stehen nur auf dem Papier. Jeder zahlt was er will. Oder auch gar nichts.

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