Grexit-Gefahr ist drastisch gesunken

29. Juni 2017 / Aufrufe: 485

Nach der Eurogruppe des 15 Juni 2017 scheinen die Investoren die Gefahr eines Ausscheidens Griechenlands aus dem Euro für geringer als je zuvor zu halten.

Gute Nachrichten für Griechenland. Einschätzungen von Investoren zufolge sind nach der bei der Eurogruppe des 15 Juni 2017 getroffenen Vereinbarung mit den Gläubigern die Möglichkeiten eines Ausscheidens des Landes aus dem Euro spürbar gesunken.

In einer systematisch von dem Marktforschungsinstitut Sentix durchgeführten letzten Untersuchung schätzen die Investoren ein, dass die Gefahr eines Grexit mit einem zeitlichen Horizont von einem Jahr drastisch gesunken ist und 5,3% erreicht, wie selbiges Index-Haus bekannt gab.

Positive Reaktion bei den Investoren …

Es handelt sich um einen Rückgang um fast 3 Prozentpunkte im Verhältnis zu der vorherigen Erhebung, was bedeutet, dass es die niedrigste Quote ist, die seit dem Beginn der Erhebungen bezüglich des konkreten Themas im Jahr 2012 verzeichnet worden ist. Die Untersuchung erfolgte in der vergangenen Woche, also kurz nach dem Kompromiss zwischen der Eurogruppe und dem Internationalen Währungsfonds zur Lösung der griechischen Krise, und an ihr nahmen 100 Investoren teil. In der Untersuchung sind zum Teil auch die positiven Reaktionen aus der Aufwertung der Bewertung der Kreditwürdigkeit Griechenlands durch die Rating-Agentur Moody’s verzeichnet worden, welche die Aussichten der griechischen Wirtschaft von neutral auf positiv aufwertete. Die Stärkung des Vertrauens der Investoren wurde auch an den Finanzmärkten spürbar.

… als auch an den Börsen

Am vergangenen Montag (26 Juni 2017) sanken die Renditen der zehnjährigen griechischen Staatsanleihen auf unter 5,4%. Es handelt sich um den niedrigsten Satz seit Beginn der Krise im Jahr 2009. Nach dem Schreiben des EZB-Präsidenten Mario Draghi an die Europa-Abgeordneten wegen Zweifeln an der Tragfähigkeit der griechischen Verschuldung – was einen Ausschluss des Landes von dem Programm quantitativer Lockerung bedeutet – stiegen die Zinssätze im weiteren Verlauf allerdings wieder etwas an.

Allgemein sehen jedenfalls laut Sentix die Investoren nicht weniger Druck auf Griechenland, schätzen jedoch ein, dass die Möglichkeiten eines Ausscheidens Italiens aus dem Euro oder gar auch eine Auflösung der Eurozone geringer sind.

(Quelle: dw.com, Autorin: Irini Anastasopoulou)

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