IKEA schließt strategisches Hauptquartier in Griechenland

22. Mai 2017 / Aufrufe: 2.469

Die schwedische IKEA soll die Schließung ihrer Tochtergesellschaft in Griechenland beschlossen haben, die in Athen ein Hauptquartier strategischer Bedeutung betreibt.

Zu einem Zug, der mehr Fragen aufwirft als beantwortet werden können, schreitet der schwedische multinationale Konzern IKEA mit Mittelpunkt seine Aktivitäten in Griechenland.

Zuverlässigen Informationen zufolge beschloss der schwedische Multi, seine Tochtergesellschaft strategischer Bedeutung zu schließen, die er in Griechenland gegründet hatte um einen großen Teil der internationalen Bestellungen des IKEA-Systems abzuwickeln, und beabsichtigt, deren Aktivitäten ins Ausland zu verlegen.

IKEA-Läden in Griechenland bleiben unberührt

In diesem Zusammenhang ist zu betonen, dass besagte Tochtergesellschaft – Geschäftsstelle nicht mit der Handelspräsenz der IKEA-Läden in Zusammenhang steht, welche die „House Market“ des (griechischen) Fourlis-Konzerns in Griechenland, Zypern und Bulgarien aufbaut, da es sich um eine unabhängige Körperschaft des internationalen IKEA-System handelt.

Der konkreten Gesellschaft kommt eine erweiterte Rolle im weltweiten IKEA-System zu und ihr Verlassen Griechenlands stellt zweifellos eine negative Entwicklung dar. Derartige Entscheidungen sind Indizien für eine Änderung der Strategie großer ausländischer multinationaler Konzerne, die Griechenland in der Vergangenheit aus steuerlichen oder breiteren wirtschaftlichen Gründen als Mittelpunkt für signifikante Geschäftsaktivitäten von ihnen gewählt hatten. Die konkrete Gesellschaft – Geschäftsstelle war über zehn Jahre lang in Griechenland aktiv und genoss einen günstigen steuerlichen Status im Rahmen der Gesetzgebung bezüglich der Besteuerung der innergemeinschaftlichen Geschäftsvorgänge auf Basis der sogenannten Kostenaufschlagsmethode (cost plus-method / C+).

Hauptaktivität der griechischen Tochtergesellschaft ist, Services beratenden Charakters und zentraler logistischer Unterstützung an zwei der weltweit signifikantesten Pfeiler der IKEA zu erbringen: nämlich an die Inter IKEA Systems BV mit Sitz in den Niederlanden, die nach der letzten Umstrukturierung des Konzerns noch mehr gestärkt wurde (sie verwaltet das Franchise-System und ihr gehören die IKEA-Markenzeichen), und an die beiden Gesellschaften für den Vertrieb aller IKEA-Produkte für Europa und den Fernen Osten, die entsprechend ihren Sitz in Zypern (Inter IKEA Distribution Cyprus Ltd) und Singapur (Inter IKEA Distribution Far East Pte. Ltd) haben. Ebenfalls ist die griechische Gesellschaft von der niederländischen Inter IKEA Systems autorisiert, die Franchise-Nehmer der IKEA in Ägypten, Jordanien, in der Türkei und anderswo mit Produkten zu beliefern.

Schlägt das vollmundig propagierte „Vertrauensvotum an Griechenlands Wirtschaft“ in ein … Misstrauensvotum um?

Der in Rede stehende Beschluss steht möglicherweise mit breiteren Maßnahmen einer Umstrukturierung in Verbindung, die in dem komplexen Funktionssystem des schwedischen Konzerns in dem Dreieck Griechenland – Zypern – Singapur realisiert werden. Nichtsdestotrotz wirft der Umstand, dass der Rückzug aus Griechenland in einer Periode auf die Bahn gebracht wird, in der sich angeblich das Investitionsklima hinsichtlich Griechenlands verbessert und das Land auf dem internationalen Markt als Transitknoten für Waren „an den Mann gebracht“ wird, Fragen auf.

Quellen, die Einzelheiten zu kennen in der Lage sind, bestätigen den Beschluss der Schweden, die Aktivitäten der konkreten Geschäftsstelle ins Ausland zu verlegen. Sie vermeiden jedoch, die Entscheidung direkt mit den Entwicklungen in der griechischen Wirtschaft in Zusammenhang zu bringen, obwohl sie – ihren Äußerungen zufolge – verstehen, dass es sich um eine Entwicklung handelt, die negative Botschaften sendet. Und dies angesichts der Tatsache, dass in der Vergangenheit die konkrete Aktivität des schwedischen Multis als „Vertrauensvotum“ an die griechische Wirtschaft propagiert und mit den Perspektiven in Zusammenhang gebracht worden war, die sich mit dem Eintritt der COSCO in den Hafen von Piräus und der Verwertung des Eisenbahnnetzes der TRAINOSE unter anderem für den Warenverkehr in Zentraleuropa usw. eröffnen würden.

(Quelle: Liberal.gr, Autor: Vasilis Georgas)

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