Griechenland und Europa auf Messers Schneide

5. April 2017 / Aktualisiert: 21. August 2019 / Aufrufe: 1.286

Die schwindenden Hoffnungen auf eine baldige Einigung zwischen Griechenland und den sogenannten Institutionen schaffen für die Wirtschaft des Landes eine düster Lage.

Wegen der ständig auftretenden Blockaden in den Verhandlungen zwischen Griechenland und den sogenannten „Institutionen“ (sprich den Vertretern der Gläubiger des Landes) steigt signifikant die Gefahr, dass auch die Eurogruppe am 22 Mai 2017 „verloren“ geht, womit eine düstere Situation für die griechische Wirtschaft geschaffen wird.

Weiterhin offen bleibende grundlegende Themen sind keine anderen als die zur Vollendung der sogenannten Bewertung notwendigen (sprich von den Gläubiger geforderten) „Reformen“ in Steuer- und Rentensystem, aber auch auf dem Energiesektor.

Schwierige politische Entscheidungen verzögern Einigung

Im kommenden Zeitraum sind die Spielräume eng. Die chronologischen Umstände sind nicht hilfreich, da die – nicht alle Involvierten betreffende – Osterpause dazwischen kommt. Ebenfalls werden sich in der kommenden Woche alle nach Washington begeben, was die Hoffnungen auf jedwede Einigung bei den Frühjahrstreffen mindert, da – wie ein Amtsträger meinte – „viele meinen, dort können jede Art von Themen erörtert werden, aber das sagen jene, die nicht dabei sind. Man kann dort nicht diskutieren, was man will, der Zeitplan der Begegnungen ist sehr straff und strikt festgesetzt.

An der Verzögerung in der Realisierung der Vereinbarung auf technischer Ebene, die im übrigen leicht erzielbar zu sein scheint, sind die zu fassenden politischen Entscheidungen schuld. Erklärungen eines europäischen Amtsträgers bei der Informierung von Journalisten angesichts der Eurogruppe am Freitag (07 April 2017) zufolge „könnten die Institutionen den technischen Part der Vereinbarung außerordentlich schnell verfassen, jedoch sind es die zu treffenden politischen Entscheidungen, welche die ganze Schwierigkeit schaffen. Was das Stadium betrifft, in dem sich die Verhandlungen in Zusammenhang mit dem griechischen Programm befinden, wird auch die Eurogruppe am Freitag an aller Kürze informiert werden.

(Zum Verständnis sei angemerkt, dass die besagten „politischen Entscheidungen“ sich im Wesentlichen darauf beziehen, die neuen Maßnahmen in Griechenland durch das Parlament bringen zu müssen – was um so schwieriger, wenn schließlich nicht gar unmöglich wird, je absurder die Forderungen der Gläubiger werden, die sich im übrigen bisher offensichtlich nicht einmal untereinander auf einen Konsens zu einigen vermochten.)

Interner Zahlungsstopp mit fatalen Folgen

Das heutige Treffen des Finanzministers Evklidis Tsakalotos, der Arbeitsministerin Evi Achtsioglou und des stellvertretenden Finanzministers Giorgos Chouliarakis mit Vertretern der europäischen Institutionen mag vielleicht einen signifikanten Schritt darstellen, jedoch gibt es keine magischen Lösungen„, erklärte der selbe Amtsträger, sich auf das Treffen am frühen Abend des 04 April 2017 beziehend.

Die Szenarien kommentierend, die griechische Regierung bemühe sich, Gelder zu sammeln (siehe Neuer Zahlungsstopp des Fiskus in Griechenland) um die Rate (sprich fällig werdende Anleihen) im Juli 2017 zu bezahlen, ohne dass die „Bewertung“ vollendet worden ist, meinte besagter Amtsträger, „es handelt sich um eine Spekulation, wir sprechen von einem Versuch, Bargeld für die Zahlungen im Juli zu sammeln„. Weiter erklärte er, für das wirtschaftliche, steuerliche, konsumbezogene und unternehmerische Vertrauen wäre dies katastrophal. „Ein Buchhalter kann Vermutungen darüber anstellen, wie er das Geld auftreiben wird, jedoch wäre das die engstirnige Logik eines Buchhalters, weil sie nicht die wirtschaftlichen Entwicklungen berücksichtigen würde. Diese Spekulation ist kontraproduktiv„, merkte er an und betonte abschließend: „Die Lage der Wirtschaft Griechenlands wird sich so sehr geändert haben, dass wir (letztendlich) alles erneut von Anfang an zu betrachten haben werden.

(Quelle: sofokleous10.gr)

  1. Kleoni
    5. April 2017, 09:57 | #1

    Hr. Schäuble ist kurz vor seinem gesetzten Ziel, der verhassten griechischen Regierung und 90% des griechischen Bevölkerung den Todesstoss zu versetzen.
    Die alten Cliquen, Vetternwirtschafter, Oligarchen und Raubkapitalisten können endlich wieder aufatmen und sicher sein, dass ihnen in absehbarer Zeit kein Härchen mehr gekrümmt wird. Das versklavte Volk ist nun endlich so unterdrückt, dass diejenigen, die überleben wollen für einen Hungerlohn arbeiten, damit sie nicht verhungern, aber ihre Lebenserwartung – weil es kein öffentliches Gesundheitssystem mehr gibt – wieder auf ein „sozialverträgliches“ Maß sinkt, damit sinken dann auch automatisch die Rentenzahlungen.

  2. Ullrich
    5. April 2017, 13:37 | #2

    Die Verzögerung einer „Einigung“ auf den Mangel an „politischen Entscheidungen“ zu schieben ist blanker Unsinn und besonders zynisch, da dieser Mangel das Resultat unerfüllbarer Forderungen der Troika darstellt und die sog. Einigung in Wirklichkeit eine Erpressung ist. Griechenland muss sich endlich für zahlungsunfähig erklären und die Schulden müssen juristisch aufgearbeitet werden, denn sie sind größtenteils illegal. Ausscheiden aús dem Euro wird Griechenland deswegen noch lange nicht, es sei denn die Griechen wollen freiwillig gehen. In der aktuellen Situation werden die Europäer die Griechen niemals ziehen lassen, der Zusammenhalt der EU ist wichtiger denn je. Und wenn doch, Grichenland kann alleine mit den 20 Mio. Touristen – Tendenz steigend – gut leben … wenn es dies Gewinnchancen nicht an Fraport und andere verzockt …

  3. Konstantin
    6. April 2017, 01:04 | #3

    Die griechischen Politiker sollten endlich die Staatspleite erklären. Jede andere Wahl führt unweigerlich zu Verschlechterungen. Flughäfen wurden abgegeben, Wasserwerke werden wohl auch bald den Investoren in die Hände fallen. Es ist an der Zeit, dieses Blutaussaugen endlich zu beenden.

  4. NotRuss
    6. April 2017, 11:36 | #4

    Die „Institutionen“ sind nicht an einem Deal interessiert. Grundsätzlich wollen sie Alexis und seine Regierung los werden. Erstens, weil sie gelernt haben alle zwei Jahre den Premierminister und die Regierung zu wechseln, das politische System zu demütigen und alle Politiker für alle vereinbarten und unterzeichneten Entscheidungen mitverantwortlich zu machen. Zweitens und noch wichtiger, warum suchenden die möglichst-Willigen? Wollen sie das gesamte Staatseigentum, die Industrie, das Privateigentum, das Meer und die Strände? Wollen also das Herz und die Seele der Griechen?
    Alexis, gib denen NICHTS

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