Drei Regionen Griechenlands zählen zu den ärmsten Europas

3. April 2017 / Aktualisiert: 10. Oktober 2017 / Aufrufe: 2.254

Laut Eurostat zählten 2015 drei Verwaltungsbezirke in Griechenland zu den zwanzig ärmsten Regionen der Europäischen Union.

Gemäß den am 30 März 2017 an die Öffentlichkeit gegebenen Daten des Statistischen Amts der Europäischen Union (Eurostat) befanden sich 2015 elf Regionen Griechenlands unterhalb von 75% des durchschnittlichen gemeinschaftlichen Bruttoinlandsprodukts (BIP) pro Kopf.

Insgesamt gesehen bewegte sich 2015 in den Mitgliedstaaten der EU das Pro-Kopf-BIP (bezogen auf den gemittelten EU-Durchschnitt) ab 29% in einer Region Bulgariens und bis zu 580% in dem Bezirk „Inner London – West“ im Vereinigten Königreich.

Armenhäuser und „Reichensiedlungen“ der EU

Was Griechenland betrifft, gestaltete sich 2015 das durchschnittliche Bruttoinlandsprodukt pro Kopf (ausgedrückt in Werten des Kaufkraftstandards) auf 68% des durchschnittlichen gemeinschaftlichen Pro-Kopf-BIP. Nur Attika (93%) und die Süd-Ägäis 76%) verzeichneten ein Pro-Kopf-BIP von über 75% des gemeinschaftlichen Durchschnitts-BIP.

Das niedrigste Pro-Kopf-BIP in Griechenland wurde 2015 in den Regionen Ostmakedonien – Thrakien und Epirus (48%) verzeichnet. Es folgen Westgriechenland (50%), Thessalien (51%), Zentralmakedonien und Nord-Ägäis (52%), Peloponnes (56%), Zentralgriechenland und Kreta (58%), Westmakedonien und die Ionischen Inseln (63%). Gemäß den Angaben der Eurostat zählen die Verwaltungsbezirke Ostmakedonien – Thrakien, Epirus und Westmakedonien zu den 20 ärmsten Regionen der Europäischen Union, in denen die niedrigsten Quoten des BIP pro Kopf verzeichnet werden.

Unter den ärmsten Regionen der EU befinden sich ebenfalls fünf Regionen Bulgariens und Polens, vier Regionen Rumäniens, zwei Regionen Ungarns und ein Übersee-Distrikt Frankreichs. Das niedrigste Bruttoinlandsprodukt pro Kopf wurde 2015 mit 29% des durchschnittlichen gemeinschaftlichen Pro-Kopf-BIP in der bulgarischen Region Severozapaden verzeichnet. Auf der anderen Seite sind die Regionen mit dem höchsten BIP pro Kopf in der EU in Relation zum gemittelten Gemeinschafts-Durchschnitt das Zentrum von London (580%), Luxemburg (264%), Hamburg (206%) und Brüssel (205%).

(Quellen: Imerisia, Eurostat)

Lesenswert: Die Ausbeutung Griechenlands und des griechischen Volkes (PDF, 230 kb)

  1. GR-Block
    3. April 2017, 22:19 | #1

    Ich habe nie begriffen, für wen das BIP, außer für einen Investor, so wichtig sein soll. Man impliziert, es bilde den „Wohlstand“ einer Region ab. In Wirklichkeit ist es lediglich ein Maß für nicht „erschlossene“ Märkte, also für das Investitionspotenzial. Beispiele:

    In der Umgebung des (Naturschutz-) Gebiets des Olympos, wo die Bevölkerung (z.B. von Litochoro) relativ wohlhabend ist (Wochenendhäuschen in besserer Lage), ist das BIP verschwindend klein. Hier könnte man den Baumbestand reduzieren, Autobahnen, Hochhäuser, Hotels… bauen, dann würde das BIP des Landes um einen Mrd.-Betrag in die Höhe schießen.
    Auf dem Gebiet des griechischen Mietmarktes (auch ein Naturschutzgebiet) ist das BIP nur ein Bruchteil dessen in D (halb so viele Mieter, niedrigere Mieten). Man könnte also den Bestand der Eigentumswohnungen reduzieren, damit die Menschen (z.B. von Litochoro) Miete zahlen. Dann würde das BIP sogar um einen zweistelligen Mrd.-Betrag in die Höhe schnellen.

    Beide Maßnahmen würden am Wohlstand der Menschen nichts ändern, höchsten an den Einnahmen von „Investoren“. Nun ist aber der griechische Kapitalist durch die Krise quasi ein Kapitalsoll geworden. Daraufhin hat die EU die Gelegenheit ergriffen und verlangt per Memoranden von GR mehr „Investoren“ mit westeuropäischem Migrationshintergrund aufzunehmen. Diese quasi Wirtschaftsflüchtlinge in GR exportieren aber einen gewichtigen Teil ihrer Gewinne. Historisch hat seit dem Binnenmarkt solch eine Politik zur relativen Verarmung des Landes im Vergleich zur Entwicklung der Flüchtlingsherkunftsländer geführt.

    „Herr Trump, GR braucht eine Mauer, nach Norden!“

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