IWF verspricht Griechenland … nichts

22. Februar 2017 / Aufrufe: 899

Auf seiner harten Position gegenüber Griechenland und den übrigen Gläubigern des Landes beharrend lässt der IWF seine Beteiligung an dem Programm für Griechenland offen.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) ist nicht zu einer Vereinbarung über seine Beteiligung an dem Programm für Griechenland bereit und glaubt, für eine Einigung bedürfe es noch etlicher Arbeit auch in anderen Themen, die er gegenüber Athen und den übrigen Gläubigern erhebt.  Des weiteren gab der Währungsfonds die Rückkehr seiner Delegation unter Delia Velculescu (in Griechenland alias „Draculesu“) nach Athen bekannt.

Informationen der Website mignatiou.com zufolge haben die Positionen des IWF sich auch nach der Konferenz der Eurogruppe am 20 Februar 2017 nicht geändert, was der (stellvertretende) Direktor der Europa-Abteilung des IWF, Poul Thomson, klar stellte, der sich zusammen mit Delia Velculescu bei der Eurogruppe einfand. IWF-Chefin Christine Lagarde nahm nicht teil.

IWF beharrt auf weiteren „Fortschritten“ im Thema um Griechenland

Der IWF schickt damit eine zweifache Botschaft: nämlich, dass die Rückkehr der Delegation nach Athen keine Überbrückung der Differenzen bedeutet, aber auch, dass keine Vereinbarung auf technischer Ebene vorwegzunehmen ist. In einer Bekanntmachung nach Abschluss der (Sitzung der) Eurogruppe des 20 Februar 2017 führt der IWF Folgendes an:

Wir begrüßen den Fortschritt der griechischen Autoritäten, auf grundlegenden Bereichen den Forderungen der (sogenannten) ‚Institutionen‘ zu entsprechen. Auf dieser Basis haben wir zugestimmt, unsere Delegation (nach Athen) zurückzuschicken. Es bedarf (aber) weiterer Fortschritte, damit die Differenzen in anderen signifikanten Themen überbrückt werden, und es ist zu früh, Vermutungen über die Aussicht auf Erzielung einer Einigung (staff agreement) auf technischer Ebene während dieser Mission anzustellen.

We welcome the Greek authorities progress to meet the requirements of the institutions in key areas. On that basis, we have agreed to send back the mission. More progress will be needed to bridge differences on other important issues, and it is too early to speculate about the prospect for reaching staff level agreement during this mission.

Kritisch ist nunmehr die Begegnung, die Christine Lagarde am Mittwoch (22 Februar 2017) mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel haben wird.

(Quelle: mignatiou.com)

Ergänzend sei angemerkt, dass der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble am Vortag der Eurogruppe des 20 Februar 2017 in einem einem Interview an die ARD nicht nur einen imposanten Purzelbaum in Bezug auf einen von ihm definitiv widerholt mehr oder weniger unverblümt angedrohten / verlangten Grexit schlug, sondern sich auch hinsichtlich der Beteiligung des IWF an dem Griechenland-Programm äußerst zuversichtlich zeigte und diese praktisch als bereits gegeben erschienen ließ.

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  1. Kleoni
    22. Februar 2017, 08:53 | #1

    Die wollen alle das Gleiche, dass die aktuelle Regierung ausgewechselt wird durch Leute, die in Amerika den Neoliberalismus studiert haben und den Goldman-Sachs Virus in sich tragen. Und solange wird – wie bei einem sturen Esel – immer ein Stück Brot mit Zucker vor die Nase gehalten und hinten mit der Peitsche geknallt, so dass er unwillig zwar aber sich immer ein Stück weiter dem Abgrund nähert.

  2. Ronald
    22. Februar 2017, 19:56 | #2

    Der IWF wird sich mit ein paar Symbolmilliarden beteiligen, woraufhin Herr Schäuble (und dafür ist er Bürokrat) vermelden wird, dass eine erneute Beteiligung des Bundestages nicht notwendig ist (der IWF beteiligt sich ja und von einer bestimmten Höhe war ja nie die Rede). So wird Griechenland auch weitere Hilfen aus dem laufenden Programm 3 bekommen. Und 2018, wenn die Wahlen vorbei sind, wird man sich auch einem Schuldenschnitt zuwenden können. Und der Widerstand von Herrn Schäuble wird dann ein symbolischer sein. So ist der Plan … auch der von Herrn Schäuble. Das einzige, was ihn hintertreiben könnte, wäre eine CDU als Juniorpartner in einer Regierung. Dann würde die CDU einem Schuldenschnitt vermutlich nicht zustimmen (ist ja bei uns auch nicht anders als in GR, Parteipolitik geht vor Vernunft).

  3. Konstantin
    23. Februar 2017, 00:29 | #3

    Natürlich wird sich der IWF wieder beteiligen. Es stehen in vielen Ländern wichtige Wahlen an, da kann man sich ein Pleite-Griechenland nicht erlauben. Auch keine Pleite-Banken, deswegen muß ja das Geld weiterhin nach Griechenland fliessen. Griechenland ist aus der Sicht der Investoren auf einem guten Weg. Die Privatisierung läuft gut, Arbeitnehmerrechte sind fast verschwunden. Die Löhne sind den Bach runter. Fehlen noch einige Gesetze um den Investoren mehr Planungssicherheit zu geben, noch mehr Sozialabbau und niedrige Renten um die Bevölkerung gefügiger zu machen. Die Troika ist auch wieder am Start und kann jeden Politiker in seinen Entscheidugen solange beeinflussen wie sie möchte. Läuft doch alles blendend in Griechenland. Nur der Bevölkerung gehts immer schlimmer, aber wen kümmert das noch in der heutigen Zeit.

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