Überbesteuerung erstickt Griechenlands Wirtschaft

11. November 2016 / Aufrufe: 1.252

Die anhaltende Überbesteuerung in Griechenland stranguliert das Unternehmertum und den Neustart der Wirtschaft des Landes.

Die Redner bei dem 8. Tax Forum in Thessaloniki / Griechenland vertraten, die „chronische Überbesteuerung“ sei einer der Faktoren, der die unternehmerische Aktivität, die Re-Investition, die Stärkung der Beschäftigung und allgemein das Wachstum und die Wirtschaft beeinflussen.

Sie merkten jedoch ebenfalls an, für die Anziehung von Investitionen und das Wachstum seinen ebenfalls auch andere Faktoren bedeutsam, wie unter anderem beispielsweise das stabile Steuer- und Unternehmensumfeld, die Mechanismen zur Kontrolle der Steuerhinterziehung, die Bekämpfung der Bürokratie.

Überbesteuerung treibt Betriebskosten der Unternehmen hoch

Jeder Arbeitsplatz in der Industrie impliziert sechs Arbeitsplätze in anderen Zweigen, betonte der Präsident des Nordgriechischen Industrieverbands (SBBE), Athanasios Savvakis, und fragte sich: „Wenn je 10 Euro Gewinn ungefähr 6 Euro in verschiedene Steuern und Abgaben fließen, wie realistisch ist letztendlich die Hoffnung auf einen – und sogar umgehenden – Aufschwung der griechischen Wirtschaft?

Athanasios Savvakis vertrat, während „der nominale Steuersatz 39% beträgt„, gestaltet er sich unter Einbeziehung diverser Steuern (ENFIA, Sonderverbrauchsteuern, Kommunalabgaben u. a.) in Wirklichkeit schließlich auf „absurde 57,5%„, und fragte sich, wie unter diesen Umständen die Griechenlands Unternehmen sich im Ausland dem Wettbewerb stellen, modernisiert werden, zur Re-Investition der Gewinne und zu Neueinstellungen schreiten können sollen. „Weil letztendlich alle diese enormen Steuern und die nutzlosen Abgaben keinerlei Äquivalenz-Leistungen haben, sondern sogar das Gegenteil zutrifft, ist das Einzige, was sie fertigbringen, die Betriebskosten der Unternehmen steil in die Höhe zu treiben„, meinte der Präsident des SBBE.

Athanasios Savvakis unterstrich, der SBBE schlage die Schaffung einer Steuerpolitik mit konjunkturellen Kriterien und Hauptachse die Einschränkung der Steuerhinterziehung und mit Senkung der Steuersätze der Firmenbesteuerung, Beschleunigung der Mehrwertsteuer-Erstattungen u. a. vor.

Falscher Mix fiskalischer Politik in Griechenland

Katerina Savvaidou, Lektorin der Aristoteles-Universität Thessaloniki (AUTH) und ehemalige Generalsekretärin für öffentliche Einnahmen, bezog sich unter anderem auf den Vorentwurf des Haushaltsplans für 2017 und den darin enthaltenen Mix der Fiskalpolitik in Zusammenhang mit den Aufwendungen und Einnahmen.

Unter Berufung auf Einschätzungen anderer Redner beim 8. Tax Forum vertrat sie, „die Überbesteuerung schafft wahrscheinlich einen Teufelskreis der Entstehung neuer fälliger Verbindlichkeiten an den Fiskus und die Versicherungskassen„, neue Verbindlichkeiten des Fiskus (an den privaten Sektor), einen Rückgang der Beitreibungsfähigkeit, „Atemnot“ auf dem Markt, eine Zunahme der „roten“ Kredite, Zwangsbeitreibungsmaßnahmen u. a., aber „eventuell auch eine weitere Notwendigkeit zur Ergreifung neuer Steuermaßnahmen„, damit das Ziel „des zwar niedrigen, aber unbedingt zu erzielenden“ Primärüberschusses erreicht wird, „und vielleicht die Aktivierung des sogenannten fiskalischen Limiters„. (Anmerkung: Gemeint ist der berüchtigte  Mechanismus zur „automatischen“ Korrektur auftretender Abweichungen von den memorandischen Zielvorgaben.)

Katerina Savvaidou merkte an, die Antwort auf die Frage „Senkung der Ausgaben oder Erhöhung der Einnahmen?“ sei für jede Regierung komplexer, weil – wie sie meinte – die Findung der richtigen Mischung zwischen Beidem und ein Zeitplan für die Realisierung der Maßnahmen von Bedeutung sei, damit keine weitere Rezession geschaffen wird. „Sicherlich ist die Änderung der Fiskalpolitik erforderlich„, sagte sie und fügte an, ihrer Meinung nach sei seitens der Regierung unter anderem die umgehende Errichtung eines Rahmens fiskalischer Strategie, die Änderung der Zusammensetzung – also Steuern und Ausgaben – der fiskalischen Angleichung und die Neuverteilung der Aufwendungen zu deren Rationalisierung erforderlich.

Forcierung der obligatorischen Verwendung von Plastikgeld

Der Vorsitzende des Vereins der Steuerbeamten der Präfektur Thessaloniki, Michalis Koupkas, merkte an, die Kapitalverkehrskontrollen haben bei der Bekämpfung der Steuerhinterziehung etwas geholfen, jedoch sei Griechenland auf der einschlägigen europäischen Rangliste nur um einen Platz gestiegen und „rangiert sogar auch noch hinter Bulgarien„, und wies auf die Notwendigkeit der Verallgemeinerung der Nutzung des Plastikgelds und der elektronischen Transaktionen hin. „Die Wahrheit ist, dass das Plastikgeld Kosten hat„, sagte Michalis Kioupkas und merkte an, Abrechnungsfirmen und Banken stellen Gebühren in Rechnung die bis zu 3% tangieren, mit dem Resultat, dass „die Belastung für die Firmen letztendlich größer wird„, wobei er anfügte, für die Installation eines Terminals (POS) seien abgesehen von den Anschaffungskosten auch die Kosten für die jährlicher Wartung erforderlich.

Ist das Plastikgeld es schließlich wert?„, fragte sich der Vorsitzende des Vereins der Steuerbeamten des Verwaltungsbezirks Thessaloniki und fuhr im Namen der Steuerbeamten sprechend fort: „Wir unterstützen entschlossen das Plastikgeld und die elektronischen Transaktionen.“ Er fügte an, mit diesen werde mittels Transaktionen aus Kredit- und Debitkarten der (Einkommen-) Steuerfreibetrag aufgebaut, die Steuerhinterziehung bekämpft, die Abrechnungsfehler und Kosten für Geldtransporte reduziert, es gebe weniger Bürokratie und eine Stimulation des Unternehmertums, u. a.

Michalis Kioupkas schlug unter anderem ebenfalls die allgemeine Anwendung von POS-Terminals auch auf dem öffentlichen Sektor, die Einführung eines speziellen Geschäftskontos, die Senkung der Höchstgrenze für die Verwendung von Bargeld bei Geschäftsvorgängen (von 1.500 auf 500 Euro), die Senkung von Bankprovisionen vor.

(Quelle: dikaiologitika.gr)

  1. windjob
    11. November 2016, 18:14 | #1

    Was soll man da viel sagen ausser, dass es wahr ist. Steuern runter ist die Parole. Dann kommt auch wieder die Steuerehrlichkeit und die Einnahmen steigen. Die Zitrone ist ausgequetscht und gibt keinen Saft mehr. Dies klingt zwar unlogisch, ist aber so.

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