Griechenland soll noch mehr Sozialleistungen streichen

1. November 2016 / Aktualisiert: 09. Oktober 2017 / Aufrufe: 3.001

Die Weltbank legt Griechenland nahe, 15 konkrete Sozialleistungen abzuschaffen, die für das Jahr 2016 mit insgesamt knapp 250 Millionen Euro zu Buche schlagen.

Nach dem Vorschlag, den (bezeichnenderweise nur Arbeitnehmern, Rentnern und hauptberuflichen Landwirten gewährten) jährlichen Einkommensteuer-Freibetrag von derzeit etwa 8.000 Euro auf 5.000 Euro zu senken, kommt die Weltbank erneut auf den Plan um „Wellen“ zu schlagen.

In einem Bericht „empfiehlt“ die Weltbank praktisch die völlige Streichung einer Reihe von Beihilfen und Sozialleistungen, die derzeit hunderttausende Bürger in Griechenland beziehen.

15 Beihilfen, die Griechenland abschaffen soll

Wie die griechische Wirtschaftszeitung „Naftemporiki“ berichtete, gilt die Streichung der nachstehenden 15 Sozialleistungen als höchstwahrscheinlich:

  1. Der Heizöl-Zuschuss (Heizkostenzuschuss)
  2. Urlaubsleistungen für Arbeitslose
  3. Das Sommercamp-Programm der Arbeitsbehörde (OAED)
  4. Programme der Arbeitsbehörde zur wirtschaftlichen Unterstützung von Gewerkschaftsorganisationen (OAED Funding for Union Organizations)
  5. Diverse Sozialtourismus-Programme der Arbeitsbehörde
  6. Die Freifahrtkarten für (kinderreiche) Familien in den Überlandbussen (KTEL)
  7. Urlaubsprogramme für die Familien der Versicherten der Presse-Kasse (ETAP-MME)
  8. Urlaubsprogramme für Arbeitslose der ETAP-MME
  9. Urlaubsleistungen der ETAP-MME
  10. Finanzielle Urlaubsleistungen für Rentner des öffentlichen Sektors
  11. Sozialtourismus-Programme (6 Tage) mit Gutscheinen
  12. Sozialtourismus-Programme für Senioren
  13. Urlaubs-Programme für Behinderte
  14. Beihilfen für Familien und Ehepaare
  15. Erleichterungen für den Eintritt in den Arbeitsmarkt

Der Gutachterbericht der Weltbank veranschlagt die Kosten der für diese Programme im Jahr 2016 aufgewendeten Mittel auf 247.433.000 Euro. Da die griechische Regierung in dem 3. Memorandum explizit verpflichtet wurde, „mit der Weltbank zu kooperieren„, dürfte es der griechischen Seite kaum möglich sein, sich solchen „Empfehlungen“ zu verschließen.

(Quellen: Imerisia, Medienberichte)

  1. Kleoni
    1. November 2016, 10:13 | #1

    die Banker sparen wieder einmal mehr bei den Ärmsten unter den Armen – sollen sie im Winter erfrieren und jeglicher kleinsten Abwechslung im tristen Armutsalltag beraubt werden. Das sind mittelalterliche Foltermethoden um die Untertanen mundtod und willig zu machen. Und so etwas nennt sich dan „christliches Abendland“. Was auf dieser Welt nicht durch Waffen zerstört wird, das wird durch den Raubkapitalismus ausgelöscht.

  2. Retsinaouzorakis
    1. November 2016, 11:11 | #2

    Anstatt den Behinderten und Familien Vergünstigungen zu streichen wäre es angemessen die sogenannten Camps aller Teilstreikräfte zu schließen, da diese enorme Kosten verursachen und nur ein elitärer Kreis Zugang hat.
    Aber die Lobby dürfte zu stark sein und man will sich nicht mit dem Militär verderben.In anderen europäischen Ländern werden solche Einrichtungen nicht vom Staat sondern von gemeinnützigen Betreibern unterhalten und haben allenfalls steuerliche Vorzüge.
    MfG

  3. Mira
    1. November 2016, 21:23 | #3

    Einsparungen bei den bedürftigsten Gruppen der Gesellschaft? Diese Hunde! Das Kapital führt einen gnadenlosen Krieg, das ist pure Gewalt was die Weltbank / IWF / Bundesregierung usw. da abziehen. Für mich ist völlig unverständlich, warum die Griechen nicht endlich angemessen reagieren.

  4. weekend
    2. November 2016, 12:08 | #4

    Die Weltbank legt nahe … so, so … sie geben Ratschlaege, dass es mit dem Wohl der Buerger noch mehr bergab geht, ihr Hab und Gut verlieren fuer Vertraege, die vor Jahren erzwungen wurden und unmenschlich sind, egal ob Leute verhungern oder an Krankheiten sterben – alles zum Wohl der Weltbank und deren, die ihren Profit dabei rausschlagen? Mit diesen Forderungen zeigen sie ihr wahres Gesicht und wie kann man vor all denen, die dafuer verantwortlich sind, auch nur einen Funken von Respekt zollen …

  5. windjob
    2. November 2016, 16:36 | #5

    Wir reden hier von 250 Mio. für sozial schwache. Hauptsächlich die Abschaffung von Freifahrtkarten für kinderreiche Familien ist schlicht schäbig. Aber für den Sultan von Ankara hat man 3 Milliarden ohne zu prüfen, ob die was bringen. Was geht die Weltbank dies eigentlich an. Wann hört dieses Griechenland bashing endlich auf. Es ist echt zum Ko…. .Hauptsächlich sollte dies erst mal differenziert betrachtet werden. Einfach pauschal etwas zu verlangen vom Schreibtisch ist natürlich einfacher.

  6. Konstantin
    2. November 2016, 22:48 | #6

    Wie soll das weiter gehen? Schulden, die nie abgebaut werden können. Wirtschaft, die schrumpft und auswandert. Arbeitslose, für die keine Arbeitstellen mehr vorhanden sind. Mittellose, die keine Hilfen bekommen. Welcher Politiker in Griechenland will wem erklären, dass es dort noch mal aufwärts gehen kann?

  7. LiFe
    3. November 2016, 10:41 | #7

    Noch mehr Kürzungen? Streichung von Sozialleistungen? Sozialkahlschlag und Sparorgien haben die Wirtschaft Griechenlands vollkommen abgewürgt.

  8. Mimo
    3. November 2016, 20:22 | #8

    Das ist doch der Plan – die Verarmung Europas, ein Krieg Reich gegen Arm: „Wir benötigen die große Krise und die Menschen werden die Neue Weltordnung akzeptieren“. Griechenland ist nur der Testballon, wie weit man das Spiel treiben kann. Wenn wir nicht aufstehen, werden wir genau so enden. Ein Verbrechen, wa da geschieht …

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