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Wie Karamanlis Griechenland in den Bankrott führte

20. August 2016 / Aktualisiert: 06. Februar 2017 / Aufrufe: 2.443

Auch Kürzungen der Gehälter und Renten in Griechenland um 60% – 70% hätten praktisch nichts gebracht

Sogar auch nach schnell von der Regierung Papandreou von sich aus durchgesetzten Austeritäts-Maßnahmen (beispielsweise, wenn sie Gehälter und Renten bereits am ersten Tag der Regierungsbildung um 20% gekürzt hätte) wären riesige Summen nötig gewesen, um die übrigen 80% zu finanzieren und weiterhin zu zahlen – plus natürlich die Zinsen. Eine Kürzung (der Gehälter und Renten) um 20% hätte also nicht ausgereicht, um den Gang zum Internationalen Währungsfonds (IWF) abzuwenden.

Hätte vielleicht etwas mehr ausgereicht? Nehmen wir an, es hätte über Nacht eine Kürzung um 60% – 70% beschlossen werden können. Selbst wenn dies ohne gesellschaftlichen Krieg erfolgt wäre und ohne, dass die Wirtschaft durch den plötzlichen Schock zusammenbricht, wäre das Problem wieder nicht gelöst worden, weil zusätzlich dutzende Milliarden für den Zinsdienst und die Refinanzierung der Verschuldung sicherzustellen gewesen wären. Die einzige Lösung war also die schrittweise Angleichung mit Kürzungen der Größenordnung von (jeweils) 20% und die Suche nach ausländischer Unterstützung mit über 100 Mrd. für drei Jahre. Und weil die Finanzmärkte Griechenland diese Gelder nicht anvertraut hätten, mussten diese (Gelder) eben bei den internationalen Institutionen gesucht werden.

Jedoch verfügte auch der IWF nicht über diese Gelder (der Griechenland entsprechende Hilfsanteil erreichte bestenfalls einmal 20 Mrd. Euro). Deswegen beharrte Herr Papandreou trotz seiner politischen Unklarheit, europäische Hilfe zu beanspruchen, und sprach als erster von der Notwendigkeit der Schaffung eines europäischen Mechanismus. Seine Ansicht, das Volk schrittweise vorbereiten zu müssen, bevor die ersten Maßnahmen ergriffen wurden, bleibt jedoch umstritten.

Der Handel mit Illusionen

Was die Berühmt- / berüchtigte Umstrukturierung der Verschuldung betrifft, hätte diese nicht umgehend erfolgen können, ohne dass alle Griechen 50% – 70% ihrer Bankguthaben verlieren, und natürlich auch nicht, ohne dass Banksysteme der Eurozone beeinträchtigt und so die gesamte europäische, weltweite und natürlich die griechische Wirtschaft in Gefahr gebracht werden würden.

Die größten Gläubiger des griechischen Staates waren die griechischen Banken, unter Nutzung der Spareinlagen der Griechen. Hätte die griechische Regierung einseitig ihre Gläubiger „geschnitten“, wäre das dann einer „Beschneidung“ unserer Bankkonten gleich gekommen. Der IWF mag auf Basis der wirtschaftlichen Regeln auf einer sofortigen Umschuldung bestanden haben müssen, jedoch verfügte in der Praxis niemand über einen solchen sicheren Plan zur Beschneidung einer staatlichen Verschuldung, um in jedem Land in dem international vernetzten Finanzumfeld unter Umständen der Dringlichkeit umgesetzt zu werden können.

Es ist sicher, dass systematisch betrieben wurde, die Umschuldung später vorzunehmen –  programmiert und mit den geringstmöglichen Erschütterungen. Deswegen wurde sie geplant, beschlossen und 16 Monate später gegen Ende 2011, also buchstäblich in den letzten Tagen der Regierung Papandreou bekannt gegeben. Es war der größte Schuldenschnitt (PSI) in der Geschichte, der dank des Beharrens der Frau Angela Merkel und des Herrn Wolfgang Schäuble durchgesetzt und 2012 von der Regierung Papadimos mit der Unterstützung der PASOK-Partei und der Nea Dimokratia (ND) sowie Herrn Evangelos Venizelos in der Position des Finanzministers realisiert wurde.

Das Memorandum erwies sich als einzige Lösung

Wie sich erwiesen hat, war folglich das Memorandum die einzige Lösung. Sie sollen also Herrn Georgiou in Ruhe lassen, bevor schließlich alle fähigen Griechen das Land verlassen. (Der ehemalige IWF-Funktionär Andreas Georgiou war in dem strittigen Zeitraum Leiter der nationalen Statistikbehörde ELSTAT und muss sich derzeit wegen angeblicher Manipulationen der statistischen Daten bezüglich der öffentlichen Verschuldung Griechenlands strafrechtlich verantworten!).

Und es ist sicher, dass sie es tun (sprich das Land verlassen) werden, wenn sie endgültig davon überzeugt sind, dass Griechenland mittlerweile in die Kategorie der Staaten gewechselt ist, in denen sich „gewaltsam“ an problematischen Systemen  beteiligende leichtfertige politische „Starletts“ herrschen und die Fähigen in Verruf bringen, um ihre eigene Unzulänglichkeit zu vertuschen, parteiinterne „Rechnungen“ in Ordnung zu bringen, und Hoffnungen aufrecht zu erhalten, Wahlen mit „sei es auch nur einer Stimme Vorsprung“ gewinnen zu werden.

Ende 2009, als die bei 298 Mrd. Euro angelangte öffentliche Verschuldung Griechenlands schneller als jemals zuvor Zinsen generierte, das jährliche (Außenhandels-) Handelsdefizit für die Gegebenheiten des Landes astronomische 30 Mrd. Euro tangierte, und mit einer negativen Wachstumsrate (-2,3%), hätten die Finanzmärkte Griechenland so wie so nicht mehr finanziert – es sei denn, zu unerschwinglichen Zinssätzen. Sogar auch mit den härtesten fiskalischen Maßnahmen wäre die Rechnung nicht aufgegangen. Mit einer dermaßen explosiven Verschuldung hätte keinerlei Maßnahmenpaket ohne ausländische Unterstützung gereicht, welche die Deckung der neuen (sei es auch fortan geringeren) Defizite und die Bedienung der Zinsen decken würde, die diese Verschuldung kontinuierlich generierte.

(Quelle: sofokleous10.gr)

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  1. V 99%
    22. August 2016, 12:43 | #1

    Keine Kommentare? Es war spaetestens zu den Olympischen Spielen 2004 klar, dass die Staatsverschuldung explodieren wuerde, wenn man nicht kuerzer treten wird. Das wusste Hr. Karamanlis definitiv. Dazu kamen auch noch die unsinnigen Ruestungsausgaben des Hr. Simitis. Da kam ihm dann 2009 der Vatopedi-Skandal wie gerufen, um als „parlamentarisches U-Boot“ in der Versenkung zu verschwinden. Papandreou war so dumm die Gelegenheit zu ergreifen zum Praesidenten gewaehlt zu werden und von der Bevoelkerung als Suendenbock zu dienen. Besonders markant ist die Aussage: Viele führen die (politische) Mehrdeutigkeit, das Motto „Geld ist (genug) da“ und die neue, viele Monate anhaltende Verzögerung in der Ergreifung einschränkender Maßnahmen als das an, was Griechenland schließlich in das Memorandum führte. Diese Interpretation hat uns alle zweitweise bezaubert. Ist es jedoch so? oder : Das billige Geld verdirbt die Gesellschaften und bringt sie dazu, zu glauben, dass selbst die Umstände des Wohlstands Zeiten der Ungerechtigkeit gleichkommen…. Danke an den Autor fuer die Untersuchung, welche ohne Polemik, die reale Sachlage analysiert und zeigt, wo die eigentlichen Verursacher zu finden sind!

  2. stelios
    23. August 2016, 05:19 | #2

    ja so koennte man meinen. aber das ist leider nicht so einfach. da wird so leicht ueber eine kuerzung der loehne / renten von 60 % gesprochen. und ob nun auf einmal alles oder jedes jahr 20%, das ist glaube ich kein grosser unterschied. und das soll nun die loesung sein. und darueber, wie und in welchen faellen sich so ein gigantischer schuldenberg angesammelt hat, sollte man ja nicht alles glauben was da so einige meinen. bsp. da wird mit dem wort ruestungsausgaben rumgeworfen und man zeigt auf die griechen. aber wenn man sich das thema ruestungsausgaben naeher ansieht, nun ja da siehst es aber ein wenig anders aus. und das gleiche koennte man in mehreren faellen der schuldenkrise sehen und nicht nur in griechenland. und wie leicht gemeint wird, ist immer der andere schuld. eine frage: wenn ich etwas verliere, muss doch jemand etwas gewinnen, oder? am ende muss unter dem Strich doch immer null herauskommen. also sollte man sich mal die einfache frage stellen, wer gewinnt hier etwas aus den schulden und dann nochmal aus der schuldenkrise?

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