Steuergewitter in Griechenland ließ Einnahmen sinken

20. Februar 2016 / Aufrufe: 1.194

Das Steuergewitter des Jahres 2015 in Griechenland führte ein umgekehrtes Resultat bei den Einnahmen herbei, wobei als Verlierer wieder Rentner und Arbeitnehmer erscheinen.

Trotz des neuen Steuergewitters im Juli 2015 waren die aus den monatlichen Steuerabzügen bei Löhnen und Renten herrührenden Steuereinnahmen die einzigen, die während des Jahres 2015 signifikant anstiegen.

Die Einnahmen aus der konkreten Quelle verzeichneten einen Anstieg um etwa 11,02%, während im selben Moment die Einnahmen aus fast allen anderen Steuereinnahme-Quellen einen Rückgang oder einen marginalen Anstieg verzeichneten und im Vergleich zu dem entsprechenden Betrag des Jahres 2014 der Gesamtbetrag der 2015 eingenommenen Steuereinnahmen um 610,5 Mio. Euro geringer war.

Rückgang der Einnahmen trotz absurder Steuererhöhungen

Bezeichnend ist wiederum, dass selbst die Einnahmen aus der Mehrwertsteuer (MwSt.) einen marginalen Anstieg um etwa 0,09% bzw. nur 12 Mio. Euro verzeichneten, und zwar trotz der Tatsache, dass 2015 Jahr der MwSt.-Satz für eine große Anzahl von Produkten und Dienstleistungen von 13% auf 23% erhöht wurde.

Diese Rückschlüsse, die zeigen, dass einerseits die Arbeitnehmer und Rentner weiterhin die Lasttiere des Staatshaushalts darstellen und andererseits die übermäßigen Erhöhungen von Steuersätzen nicht auch zu einem Anstieg der Steuereinnahmen führen, ergeben sich aus dem ersten Bericht über die Entwicklung und Schwankung der Steuereinnahmen, den das Generalsekretariat für öffentliche Einnahmen auf seiner Website publizierte.

Aus den grundlegenderen Folgerungen des Berichts ergibt sich:

  • Die gesamten Steuereinnahmen (direkte und indirekte Steuern) zeigen sich für das Jahr 2015 gegenüber dem Jahr 2014 um 610.542.974,96 Euro bzw. 1,38% geringer.
  • Für die Periode Januar – Dezember des Jahres 2015 stellten die indirekten Steuern (23.770.028.837,96 Euro) 54,5% und die direkten Steuern (19.844.374.620,63 Euro) 45,50% der gesamten Steuereinnahmen (43.614.403.458,59 Euro) dar.

Einnahmen aus direkten Steuern in Griechenland 2015

  • Es wird festgestellt, dass während des Jahres 2015 die Summe der direkten Steuern im Verhältnis zu der entsprechenden Größe des Jahres 2014 um 611.139.553,84 Euro, also 2,99% geringer war.
    Auf Basis der verfügbaren Daten wird beobachtet, dass obiger Rückgang hauptsächlich auf dem Sinken der Einnahmen aus Vermögenssteuern um 8,46% (sie stellen 16% der gesamten direkten Steuern dar), dem Rückgang der Einnahmen aus direkten Steuern vergangener Fiskaljahre um 11,79% (sie stellen 8,56% der gesamten direkten Steuern dar) und dem signifikanten Rückgang – um 20,92% – der Einnahmen aus Zuschlägen, Bußgeldern und Geldstrafen bei den direkten Steuern um 20,92% (sie stellen 1,67% der gesamten direkten Steuern dar) beruht.
  • Die Einnahmen aus der Einkommensteuer, die sich auf 12,213 Mrd. Euro belaufen und 61,54% der gesamten direkten Steuern darstellen, zeigen sich dagegen im Vergleich zu den entsprechenden Einnahmen des Jahres 2014 praktisch unverändert (marginaler Anstieg um 0,05%).

Spezieller wird bezüglich der Einkommensteuer beobachtet, dass die Einnahmen aus der Besteuerung der Einkommen natürlicher Personen (7,82 Mrd. Euro bzw. 64% der gesamten Einkommensteuern) sich im Vergleich zu den Angaben des Vorjahres für das Jahr 2015 um 0,35% geringer zeigen. Besagter marginaler Rückgang stellt das Resultat kleinerer Veränderungen bei den bestehenden Unterkategorien dar.

Konkret ist die einzige Unterkategorie, die einen Anstieg – und zwar um 11,02% – präsentiert, die der Steuereinnahmen aus Löhnen und Renten, die in Form von Abzügen einbehalten werden (64,47% der gesamten Einkommensteuern natürlicher Personen), während den größten Rückgang – um 46,82% – die in Form einer Vorauszahlung eingezogenen Einnahmen (4,48% der gesamten Einkommensteuern natürlicher Personen) zeigen, gefolgt von den in Form von Abzügen (außer bei Löhnen und Renten) eingezogenen Einnahmen (10,62% der gesamten Einkommensteuern natürlicher Personen) um 10,89% und den Einnahmen aus der sogenannten Haupt-Einkommensteuer (17,04% der gesamten Einkommensteuern natürlicher Personen) um 5,24%.

Einnahmen aus indirekten Steuern in Griechenland 2015

  • Die gesamten Steuereinnahmen aus indirekten Steuern für die Periode Januar – Dezember 2015 (23,77 Mrd. Euro) zeigen sich im Verhältnis zu der entsprechenden Periode des Jahres 2014 stabil und verzeichnen einen sehr marginalen Anstieg um 0,005% (also gerade einmal 597.000 Euro).

Die zu den entsprechenden Einnahmen am meisten beitragenden Kategorien indirekter Steuern sind:

  1. die Einnahmen aus der Mehrwertsteuer (MwSt.), die einen Anteil von 57,32% (13,625 Mrd. Euro) ausmachen,
  2. die Einnahmen aus von den Zollämtern eingezogenen Verbrauchsteuern, die einen Anteil von 29,61% (7,038 Mrd. Euro) ausmachen,
  3. die Einnahmen aus sonstigen Verbrauchsteuern, die einen Anteil von 7,24% (1,722 Mrd. Euro) ausmachen.

Die MwSt.-Einnahmen (13,625 Mrd. Euro) stellen für das Jahr 2015 die einträglichste Kategorie indirekter Steuern dar und zeigen einen marginalen Anstieg (0,09%) gegenüber dem Jahr 2014 (13,613 Mrd. Euro). Konkreter werden die MwSt.-Einnahmen nach Einnahmen aus MwSt. auf inländische Produkte und Dienstleistungen (einschließlich der innergemeinschaftlichen Geschäftsvorgänge), die einen Anteil von 89% ausmachen, und Einnahmen aus MwSt. auf importierte Produkte und Dienstleistungen differenziert, die einen Anteil von 11% ausmachen.

Die Inlands-MwSt. hat auf Jahresbasis einen leichten prozentualen Rückgang um etwa 0,49% (sprich von 12,19 Mrd. Euro im Jahr 2014 auf 12,13 Mrd. Euro im Jahr 2015) erfahren, während die MwSt. auf Importe um 5,04% (von 1,426 Mrd. Euro im Jahr 2014 auf 1,497 Mrd. Euro im Jahr 2015) anstieg. Dennoch hat ihr gemittelter Einfluss (kleiner Rückgang der Einnahmen aus der Inlands-MwSt. und Anstieg der Einnahmen aus der MwSt. auf Importe) ein neutrales Resultat für die Gesamteinnahmen aus der Mehrwertsteuer, deswegen präsentieren außerdem auch die Gesamteinnahmen aus der MwSt. einen marginalen Anstieg.

(Quelle: dikaiologitika.gr)

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