Warnung vor Todes-Bonds in Griechenland

16. Dezember 2015 / Aktualisiert: 07. Oktober 2017 / Aufrufe: 833

Griechenlands Kapitalaufsicht warnt private Anleger vor sogenannten Todesbonds.

Der Kapitalmarktausschuss in Griechenland informiert in einer Bekanntmachung die Investoren, dass gemäß ihm zur Erkenntnis gelangten Informationen auf dem griechischen Markt Investitionskonzepte (wie die „Aurora Defined Benefits Funds“) angeboten werden, die – ohne von der Kapitalaufsicht eine einschlägige Genehmigung erhalten haben – in sogenannte „Traded Life Policies“ (TLPs) investieren, die komplexe Investment-Produkte darstellen und für Privatanleger ungeeignet sind.

Die TLPs sind ebenfalls als „Todes-Bonds“ bekannt. Besagte Investitionen beziehen sich auf Lebensversicherungs-Policen und die Investoren der Traded Life Policies zielen auf einen Gewinn ab, der aus dem Aufkauf des Anspruchs auf die Versicherungszahlungen herrührt, die mit dem Tod des anfänglichen Versicherten aktiviert werden.

Hochrisiko-Investition in Zweitmarktpolicen

Die obigen Investitionen werden üblicherweise als Investitionen mit großer Rendite angeboten, die nicht von den Renditen der Börsenmärkte beeinflusst wird. In Wirklichkeit sind die Traded Life Policies aus nachstehenden Gründen Investitionen mit einem hohen Risiko:

1. Sie nutzen komplexe Investitionsstrategien, die Berechnungen in Zusammenhang mit der Lebenserwartung der Menschen beinhalten. Die Berechnungen und Prognosen können sich als irrig erweisen, was zum Resultat hat, dass die Renditen geringer als prognostiziert ausfallen.

2. Die konkreten Schemata müssen große Liquiditätsrücklagen führen, damit die Investitionen in Traded Life Policies unterhalten werden. Begegnet der Verwalter des Investitionsschemas einem Finanzierungsbedarf und versucht, einen Teil der Anlagen in TLPs zu veräußern, findet er möglicherweise keinen Käufer oder ist gezwungen, mit Verlust zu verkaufen. Geschieht dies in einem großen Umfang, entsteht ein Liquiditätsproblem, das den Aufkauf von Anteilen von Seite der Investoren zu erschweren oder auch den Wert ihrer Investitionen erheblich zu mindern vermag.

3. Besagte Investments beziehen sich häufig auf Gesellschaften in verschiedenen Ländern.

All dies schafft eine Schwierigkeit in der Verwaltung der Investitionen auf eine Weise, die eine faire Behandlung der Investoren sicherstellt. Für die Investoren, aber auch für die Vertreiber der Produkte ist es allgemein schwierig, deren Funktionsweise und die darin enthaltenen Risiken vollumfänglich wahrzunehmen.

(Quelle: Imerisia)

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