Griechenland wird zum Land der Arbeitslosen und Rentner

1. Dezember 2015 / Aufrufe: 1.271

Die deutsche Presse berichtete am vergangenen Wochenende über die dramatischen Enzwicklungen in Griechenland und endlich auch über den neuen Grenzzaun der FYROM.

In der deutschen Presse gab es zum vergangenen Wochenende einen Artikel über die neuen gesellschaftlichen Gegebenheiten, die sich in Griechenland gestalten, und viele Berichte über den Grenzzaun, den die Ehemalige Jugoslawische Teilrepublik Makedonien (FYROM) an der Grenze zu Griechenland gegen Flüchtlinge und Immigranten errichtet.

Krise und keine Lösung am Horizont: nur einer von drei Griechen gehört zu dem wirtschaftlich aktiven Til der Bevölkerung. Gleichzeitig versinken die Renten. Und nur einer von zehn Arbeitslosen erhält wirtschaftliche Hilfe vom Staat.“ Etwa so fasst die Berliner Zeitung „Tagesspiegel“ den neuen Status quo zusammen, der sich in Griechenland gestaltet.

Armutsfalle ohne Entrinnen

Der Tagesspiegel kommentiert unter anderem die jüngsten Daten, welche die ELSTAT an die Öffentlichkeit gab. „Auf einen ersten Blick könnte es eine gute Nachricht sein: Im August sank in Griechenland die Arbeitslosenquote von 24,9% auf 24,6%. (…) Dieser leichte Rückgang beruht jedoch hauptsächlich auf dem vorübergehenden Aufblühen des Tourismus im Sommer. (…) Von Seite der Kommission wird gemäß ihren Herbstprognosen für Griechenland 2016 ein erneuter Anstieg der Arbeitslosigkeit auf 25,8% erwartet. Währenddessen haben immer weniger Menschen ein persönliches Einkommen, während immer mehr von der monatlichen Zahlung sozialer Leistungen wie Renten und Arbeitslosengeldern oder von der finanziellen Unterstützung leben, die sie von ihren Familien erhalten.

Zu dieser harten Realität kommen nun – wie die deutsche Zeitung anmerkt – im Rahmen der Verpflichtungen, die Griechenland gegenüber seinen internationalen Gläubigern eingegangen ist, weitere Kürzungen bei den Renten hinzu. Die Zeitung legt im weiteren Verlauf die Einschätzung des emeritierten Professors für Volkswirtschaft an der Panteion-Universität, Sawwas Rompolis, dar, laut dem ein großer Teil der griechischen Bevölkerung in einer „Armutsfalle“ gefangen zu sein scheint, aus der es kein Entrinnen gibt.

Wie Sawwas Rompolis anmerkt, „kann Griechenland unter diesen Umständen und ohne tragfähige Sozialversicherungssysteme nicht auf ein tragfähiges Wirtschaftswachstum hoffen„. Er sieht die Gefahr der „dauerhaften Verarmung großer Teile der Bevölkerung sowie die Erosion der technologischen und produktiven Strukturen des Landes„. Zu all diesem kommt der Umstand hinzu, dass die griechische Bevölkerung eine der am meisten überalterten in der EU ist. Wie der Tagesspiegel anführt, sind drei von zehn wirtschaftlich aktiven Bürgern über 65 Jahre alt und 2016 werden es sechs von zehn sein.

Eingeschlossene Flüchtlinge auf der Balkanroute

Nach Ungarn und Serbien ist die FYROM das dritte Land, das einen Grenzzaun errichtet.

Das zweite am vergangenen Wochenende in der deutschen Presse verzeichnete große Problem in Bezug auf Griechenland hat mit der Errichtung eines drei Meter hohen Zauns durch das Militär und die Polizei der FYROM an der Grenze zu Griechenland zu tun. (Siehe auch die hier bereits vor einer Woche republizierten Meldungen der griechischen Presse in dem Beitrag Wird Griechenland zur Menschen-Müllkippe Europas?)

Flüchtlingsblockade auf der Balkonroute: Mazedonien baut einen massiven Grenzzaun„, lautet es in dem einschlägigen Titel bei Spiegel Online, wobei angemerkt wird, Ziel der Errichtung dieses Drahtzauns mit einer Höhe von drei Metern sei, Flüchtlinge und Immigranten daran zu hindern, der Balkanroute zu folgen, obwohl die Regierung in Skopje dies dementiert.

Einen ausführlichen Artikel, aber auch eine Foto-Reportage aus dem Gebiet am Grenzübergang Idomeni – Gevgelija veröffentlicht auch die Süddeutsche Zeitung, welche die „chaotische Situation“ unterstreicht, die an der Grenze Griechenland – FYROM herrscht, während sich ein Hungerstreik der Flüchtlinge im Gang befindet.

Und während sich all dies im Gebiet bei Idomeni abspielt, merkt das Handelsblatt an, dass inzwischen auch die Lage in der Ägäis „immer gefährlicher wird“, wobei die dramatischen Geschichten von Flüchtlingen, die über das Meer nach Griechenland zu gelangen versuchen, während die winterlichen Witterungsbedingungen immer widriger werden, eine alltägliche Realität darstellen.

(Quelle: Deutsche Welle, Autorin: Dimitra Kyranoudi)

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