„Asbest-Krieg“ der Frontex in Griechenland

31. Dezember 2015 / Aufrufe: 1.905

Die Kräfte der Frontex auf der auf der Insel Chios verweigerten erst wegen des Verdachts auf Asbest die Arbeit und reisten dann wegen der Feiertage aus Griechenland ab.

Zwischen den Bediensteten der Frontex und den lokalen Behörden der Insel Chios in Griechenland ist ein „Asbest-Krieg“ im Gang. Dabei geht um das Gebäude der alten Kürschnereien („Tabakario“) auf Chios, in dem vorläufig das Zentrum für Registrierung und Verifizierung von Flüchtlingen und Immigranten untergebracht ist und das ein Dach aus Asbestzement, sprich den in Griechenland bekannten „ELENIT“-Platten hat.

Vor zwei Wochen verlangte der Leiter des von der FRONTEX entsandten Registrierungs-Teams Bescheinigungen in Zusammenhang damit, dass von dem konkreten Dach keine Gefahr von krebserregenden Asbestfasern ausgeht. Das Nichtvorhandensein einschlägiger Messungen jedoch führte das Team der FRONTEX dazu, sich nicht an der Registrierung zu beteiligen, und so fiel die gesamte Last auf das Personal der griechischen Polizei.

Frontex macht Urlaub, Flüchtlinge nicht …

Auf Initiative einer Nicht-Regierungsorganisation wurde ein ausländisches Labor angerufen, das auch eine erste Messung mit negativen Ergebnissen hinsichtlich der Existenz von Asbestfasern durchführte. Von der Bezirksverwaltung Nordägäis wurde jedoch ein Team des nationalen Forschungszentrums „DIMOKRITOS“ bestellt, das ein einschlägiges Gutachten erstellen wird.

Zur selben Stunde geht die Registrierung in dem Gebäude, das von einem Privatmann für drei Monate kostenlos für diesen Zweck überlassen worden ist, durch die Bediensteten der griechischen Polizei weiter. „Die Bediensteten der FRONTEX mussten irgendwelche eigenen Gründe gehabt haben, um diesen Aufstand zu veranstalten„, meinte im Gespräch mit der Athener Nachrichtenagentur ANA-MPA der stellvertretende Gouverneur von Chios, Stamatis Karmantzis.

Es sei angemerkt, dass derzeit sämtliche Ankünfte von Immigranten und Flüchtlingen allein die griechische Polizei handhabt, weil die Kräfte der FRONTEX anfänglich wegen des besagten Verdachts auf die Existenz von Asbest und danach unter Berufung auf die Feiertage die Insel verließen und erst nach dem Dreikönigstag (also nach dem 06 Januar 2016) wieder zurückkommen werden.

Wie bereits an anderer Stelle berichtet wurde, setzt der Strom der aus der gegenüber liegenden Türkei auf den griechischen Ägäis-Insel eintreffenden Flüchtlinge und Immigranten sich derweilen fast ungemindert fort.

(Quelle: dikaiologitika.gr)

  1. Kleoni
    31. Dezember 2015, 08:33 | #1

    Ein weiteres Szenario, um der deutschen Presse wieder Gelegenheit zu geben, Griechenland zu diskreditieren. Man will einfach mit allen Mitteln, auch mit vielen Un- und Halbwahrheiten die Regierung Tsipras so schnell wie möglich weg haben. Dass die Flüchtlinge z.B. in Berlin, die Behörden mit 10.000 schon überfordert sind, wird hingenommen.

  2. windjob
    31. Dezember 2015, 12:58 | #2

    Die EU lässt keine Gelegenheit aus, Griechenland erneut zu düpieren. Man will mit aller Gewalt die linke Regierung Tsipras weg haben. Die Wahl in Spanien hat dies noch verschärft. Der gesamte Frontex Einsatz ist doch nicht ernst gemeint sondern reiner Aktionismus. Es ist zu hoffen, dass bei Neuwahlen in Spanien Podemos noch stärker wird. Danach kommt Portugal. Zur Erheiterung. Wir haben kürzlich ein sehr altes griechisches Ehepaar getroffen und uns auf Frage als Deutsche geoutet. Die Antwort war Merkel und Sc….. . Der alte Herr konnte den Namen aber nicht richtig aussprechen und es klang wie Scheisserle. Wie wahr.

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