Wird Griechenland zur Menschen-Müllkippe Europas?

23. November 2015 / Aufrufe: 1.472

Griechenland droht die Gefahr, von der EU zu einer Deponie für die Entsorgung von Menschen gemacht zu werden.

Als Griechenlands Premierminister Alexis Tsipras vor einiger Zeit seine „gesammelten Werke“ um die bekannte Phrase „Auf dem Meer gibt es keine Grenzen“ bereicherte, sputeten sich verschiedene Böswillige, ihn zu verspotten. Wobei sie verkannten, dass er einen tatsächlichen Zustand beschrieb und dabei gleichzeitig auch seine eigene Politik definierte.

Die Bevölkerungsströme, welche die Ägäis zu den griechischen Inseln überqueren, passieren keine Grenzen. Sie überqueren einfach nur einige Meilen Meer. Das Meer hat tatsächlich keine Grenzen, sofern wir natürlich mit „Grenzen“ Hindernisse, Betonmauern oder Drahtzäune meinen, wie sie von Skopje (sprich der ehemaligen jugoslawischen Teilrepublik Makedonien / FYROM) an der Grenze zu Griechenland errichtet werden.

Auch auf dem Meer gibt es sehr wohl Grenzen

Das Meer hat aber Grenzen, die zwar mittels des nackten Auges nicht wahrnehmbar sein mögen, jedoch klar definiert sind, so dass ihre Überschreitung (nur) unter bestimmten Voraussetzungen gestattet ist. Es sind jene Grenzen, die den Offizieren der Kriegsmarine, der Seepolizei und den Fischern bekannt sind. Diese selben Grenzen, die heutzutage zu dem signifikantesten Problem Griechenlands geworden sind, weil es sich schwer tut, sie zu kontrollieren. Diese selben Grenzen, welche die (SYRIZA-) Regierung sogar auch, als im Sommer 2015 die Bevölkerungsbewegungen ausgebrochen waren, monatelang abgeschafft hatte. Es ist eine Sache ist, zu sagen, unsere Grenzen für in Gefahr befindliche Bevölkerungen offen zu halten, und eine andere, zu vertreten, dass jeder hineingelangt, der es will.

Die Ansicht bezüglich „offener Grenzen“ schafft nicht die Grenzen ab. Das Schengener Abkommen hat die Innengrenzen der EU abgeschafft. Ihre Außengrenzen dagegen mögen zwar offen geblieben sein, bleiben aber dennoch Grenzen.

Wenigstens einer der Schlächter von Paris passierte Griechenlands „inexistente“ Grenzen. Es ist unbekannt, wie viele andere sie passierten und wie viele sie noch passieren werden. Und machen wir uns nichts vor, keine Polizei und kein Geheimdienst vermag, das zu kontrollieren. Wer entschlossen ist, sich in die Luft zu sprengen, wird einen Weg finden, sowohl Drahtzäune als auch Mauern zu überwinden. Im Gegensatz zu den Geschundenen, die hierher kommen, um zu leben – und nicht, um zu töten oder getötet zu werden.

Das Thema bezüglich der Verstärkung der Außengrenzen der EU – was auch immer dies bedeuten mag – hat also nichts mit dem Terrorismus zu tun. Andererseits ist die Gefahr groß, dass Griechenland zu einer „Müllhalde für Menschen“ gemacht wird. Zu einer Region, die Europa nicht sterben lassen wird, es jedoch darüber hinaus nicht betreffen wird. Es wird jedoch die Bürger des Landes betreffen, das eines schönen Tages dank einer beschränkten Linken beschloss, auf See gebe es keine Grenzen.

(Quelle: Kathimerini, Autor: Takis Theodoropoulos)

Tausende Flüchtlinge sitzen am Grenzübergang Idomeni – Gevgelija fest

Laut einer Meldung der „Kathimerini“ befanden sich am Samstagabend (21 November 2015) rund 2.000 Personen in dem Auffanglager bei Idomeni (sprich an der Grenze Griechenland – FYROM), die dort „festgesetzt“ wurden, weil sie keine syrischen, irakischen oder afghanischen Reisepässe haben und ihnen deswegen von den Behörden der FYROM die Ein- / Weiterreise verweigert wird. Zur selben Stunde sollen ungefähr weitere 1.800 Personen darauf gewartet haben, die Grenze zu dem Nachbarland passieren zu dürfen.

Parallel kündigten die Behörden der FYROM an, alle aus Griechenland eingereisten Flüchtlinge und Immigranten, die im weiteren Verlauf von den Behörden anderer Nachbarländer abgewiesen bzw. an der Weiterreise nach Westeuropa gehindert wurden / werden, allesamt umgehend wieder nach Griechenland zurückschicken zu werden.

Weiter ist anzumerken, dass auf Seite der FYROM inzwischen ein – zum Teil aus EU-Mitteln finanzierter (!) – Grenzzaun errichtet wurde bzw. weiter ausgebaut wird.

In 24 Stunden passierten 6.000 Menschen die Grenze nach Skopje

Aktuelleren Informationen zufolge befanden sich am Sonntagmorgen (22 November 2015) um 06:00 Uhr in dem bei Idomeni geschaffenen Sonderlager ungefähr 5.000 Personen und warten darauf, den Grenzübergang zur FYROM zu passieren. Von diesen haben 3.000 syrische, afghanische und irakische Reisepässe und ihnen wird die Einreise gestattet, während die übrigen Pässe anderer Nationalitäten inne haben und ihnen der Flüchtlingsstatus nicht zuerkannt bzw. die Einreise verweigert wird.

Während der 24 Stunden von 06:00 Uhr am Samstag bis 06:00 Uhr am Sonntag passierten ungefähr 6.000 Personen, also ungefähr 250 Personen stündlich den Grenzübergang Idomeni – Gevgelija in Richtung Skopje. Die Lage in dem Lager bei Idomeni war am Sonntag ruhig und der Anstieg der Anzahl der Personen, welche die Grenze nicht passieren können, wird auf einen Versuch zurückgeführt, Druck auf die Behörden des Nachbarlands auszuüben, damit sie die Ein- / Durchreise auch der Personen anderer Nationalitäten gestatten.

(Quellen: Kathimerini, dikaiologitika.gr)

  1. bub
    23. November 2015, 16:38 | #1

    durch die EU teilweise finanzierter Grenzzaun … ohne das dies in den Medien erwähnt wurde … wahnsinn! Danke für die Info, jetzt wissen wir endlich, worauf es hinausläuft.

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