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Griechenland: Nur jeder Dritte ist erwerbstätig!

15. November 2015 / Aktualisiert: 07. Oktober 2017 / Aufrufe: 3.236

In Griechenland sind nur 3,5 Millionen Personen beschäftigt, während rund 7 Millionen wirtschaftlich nicht aktiv sind und die Anzahl der Rentner 2,65 Millionen beträgt.

Die Angaben über die Anzahl der Beschäftigten in Griechenland, aber auch jener, die nicht arbeiten, sind erschütternd. Die Bevölkerung Griechenlands, die derzeit nicht berufstätig ist, übersteigt 7 Millionen!

Ein Land wie Griechenland, mit einem Arbeitskräftepotential von 4,74 Mio. Personen, 3,5 Mio. Berufstätigen, 1,24 Mio. Arbeitslosen und 2,65 Mio. Rentnern kann weder auf eine Beseitigung der ernsthaften Unausgewogenheiten in der Tragfähigkeit und sozialen Effizienz des Sozialversicherungssystems noch auf eine Einrenkung des sozialwirtschaftlichen Schemas hoffen. In einer solchen Perspektive lauert die Gefahr der dauerhaften Verfestigung der Verarmung eine signifikanten Teils der Bevölkerung und eines ernsthaften Abrutschens der technologischen und produktiven Grundlage„, erklärte gegenüber der griechischen Zeitung „Ta Nea“ Sawwas Rombolis, emeritierte Professor der Pantion-Universität.

90% der Arbeitslosen erhalten keinerlei Unterstützung

Die Anzahl der Rentner Griechenlands (Angaben 2015) beläuft sich auf 2.656.007 Personen. Die Kürzungen bei den Renten infolge der Memoranden betragen bis zu 50% und es kommt eine neue Beschneidung wegen der Maßnahmen, die das dritte Memorandum vorsieht. 6 von 10 Rentnern in Griechenland haben eine Rente von unter 700 Euro und 44,8% beziehen sogar eine Rente unterhalb der Grenze der relativen Armut von 665 Euro.

Die Anzahl der Arbeitslosen bewegt sich bei 1.196.736 Personen. Die Prognosen der Europäischen Kommission bezüglich der Arbeitslosigkeit in Griechenland sehen voraus, dass sie sich in diesem Jahr auf 25,7% und 2016 auf 25,8% gestalten wird. In 350.000 Familien gibt es kein berufstätiges Mitglied. Die Langzeitarbeitslosigkeit bewegt sich bei 73,1%, wobei jeder Arbeitslose länger als zweieinhalb Jahre arbeitslos ist. Heutzutage wird ein lang anhaltendes hohes Niveau der Arbeitslosigkeit verzeichnet (25% in diesem Jahr gegenüber 9,5% im Jahr 2009), wobei die jungen Leute (im Alter von 18 – 24 Jahren) zu 48,5% betroffen sind. 9 von 10 Arbeitslosen befinden sich ausgegrenzt und erhalten absolut keinerlei Hilfe von dem OAED, weder als Arbeitslosengeld noch als Beschäftigungszuschuss.

Die wirtschaftlich nicht aktive Bevölkerung (alle, die weder arbeiten noch Arbeit suchen) erreichte 3.296.280 Personen. Die Gesamtheit der Beschäftigten zählt 3.591.407 Personen. Der durchschnittliche Nettolohn liegt heutzutage unter 815 Euro, während eine halbe Million Teilzeitbeschäftigter für einen monatlichen Lohn von 346 Euro beschäftigt ist. Parallel sind auf dem privaten Sektor eine Million Beschäftigte (ab 1 bis 5 Monate lang) unbezahlt. 7 von 10 sich eröffnenden Arbeitsplätzen sind befristete Anstellungen, sprich die sogenannten flexiblen Beschäftigungsformen.

(Quelle: Imerisia)

  1. GR-Block
    15. November 2015, 04:30 | #1

    Was für ein Zahlensalat! Dabei steckt die ganze Wahrheit allein in der Überschrift. Einer arbeitet für drei. Als GR in der tiefsten Krise Arbeitsplätze brauchte, hat die Troika angeordnet diese weiter zu reduzieren. Die Gelegenheit war günstig. Der Markt konnte jetzt für „EU-Investoren“ frei gemacht werden. Lokale Betriebe sollten weichen. Das EU-Land mit der mit Abstand höchsten Selbständigkeit sollte in die Knie gezwungen werden.
    Dafür erhielten drei griechische Regierungen das Versprechen politischer Unterstützung unter der Bedingung, dass sie… überhöhte Kredite annehmen mussten, die aber nicht zurückgezahlt werden sollten. Jedoch wurden inzwischen zwei der Versprechen gebrochen und die Kredite uferten aus. Sie summierten sich heute auf ca. 320 Mrd und ein viertes Paket ist in Vorbereitung.
    Zur gleichen Zeit tönt Ein-jeder-kehr-vor-seiner-Tür Schäuble von einem Beschäftigungsrekord (!)… 43 Mio Arbeitsplätze in D und eine noch nie gekannte Liquidität in der Finanzwelt durch die „Hilfskredite“, wow. Die Krise lohnt sich für seine EU.
    Dabei hatte GR gar keine „Hilfe“ haben wollen. Ein kleiner Überbrückungskredit vom IWF hätte es getan, glaubte Papandreou. Auch den 500 Mio wäre es lieber gewesen D hätte nur eine Mio seiner Arbeitsplätze nach GR geschickt, das wäre immer noch Rekord, anstatt Finanztransfer-Deals zu machen. Und die Griechen hätten ihre Schulden schnell abgearbeitet. Aber Zinseinnahmen sind nunmal lukrativer für die EU-Eliten als schuldenfreie Völker.

  2. saros
    15. November 2015, 09:46 | #2

    Der ganze wirtschaftliche Kleinbereich ist aufgerollt worden. Durch die andauernde Steigerung der Effizienz und auch der Einverleibung kleinster ökonomischer Strukturen (mit EU Hilfe!) zur Gewinnmaximierung der Großeinheiten werden überall Arbeits- und Produktionsplätze abgebaut. Um es kurz zu sagen: wo früher in ökonomischen Kleinstrukturen tausende Menschen beschäfftigt und selbstständig waren, schöpfen inzwischen einige hundert gutverdiende Menschen mit effizenten ökonomischen Strukturen alle Gewinne ab. Die anderen Menschen werden Kleinabhängige oder arbeitslos. Ein Beispiel ist die griechische Kultur der kleinen Läden. Sie wird durch Supermärkte abgelöst etc. Dieser Vorgang ist im Deutschland der 1960er / 1970er Jahre genauso abgelaufen. Nur entstanden in Deutschland gleichzeitig Arbeitsplätze in der Exportindustrie. Das ist in Greichenland jetzt nicht der Fall. Die überflüssig werdenden Arbeitsplätze werden nicht durch neue Arbeitsplätze ersetzt. Eine Möglichkeit für Griechenland wäre der Austritt aus dem Euro. So könnten heimische Produktion und Handel sich auch in kleinen Strukturen erhohlen und wären geschützt durch die eigene Währung. Aber das traut sich auch in Griechenland niemand mehr zu. Die Umstellung auf ein viel niedrigeres Lebensniveau, auf viel Bescheidenheit (fünf Jahre sparen auf einen Motorroller) kann die Politik Griechenland den Griechen nicht zumuten. Das Problem ist überall dasselbe. Kommt auch bei uns.

  3. Ronald
    15. November 2015, 11:49 | #3

    Griechenland braucht nachhaltige Investitionen in das produzierende Gewerbe. Diese Investitionen können nicht von innen heraus kommen. Griechenland muss ausländische Investoren gewinnen. Dazu müssen Investitionshindernisse beseitigt werden und das Image von Griechenland muss sich nachhaltig bessern. Da ist es nicht gerade hilfreich, wenn Enteignungen ausländischen Kapitals angedroht werden und die Syriza selbst zum Generalstreik gegen ihre eigene Regierungspolitik aufruft …

  4. Griechenlandfreund
    15. November 2015, 17:34 | #4

    Nach allen Umfragen und Statistiken ist Griechenland unverändert das mit Abstand unattraktivste Land in der EU & OECD für Investoren. Entsprechend verliefen ja auch die Privatisierungsbemühungen sehr schleppend, mit meistens nur 1-3 Kaufinteressenten. Solange die Investitionsattraktivität für Startups, existierende griechische und ausländische Betriebe nicht deutlich verbessert wird, wird auch der Arbeitsmarkt weiter auf katastrophalen Niveau liegen.

  5. Weekend01
    15. November 2015, 18:38 | #5

    Grossinvestoren ins Land holen halte ich nicht fuer richtig, diese schoepfen die Gewinne ab und Griechenland steht noch mehr im Regen als jetzt, vernichtet Mittel- und Kleinbetriebe.
    Wieviele Millionen sogenannte Arbeitslose sind in Deutschland „versteckt“ und in den Quoten verfaelscht, durch 1-Euro-Jobs, irgendwelche sinnlose Schulungen die besucht werden muessen, ansonsten wird das Arbeitslosengeld gestrichen, die werden unter Wert an Zeitarbeitsfirmen vermittelt, usw… Hilfe koennte gewaehrt werden, die Erzeugnisse aus Griechenland ihrem Wert entsprechend ins Ausland verkaufen zu koennen und nicht so weit unter Wert durch den Grosshandel eingekauft werden duerften, dass am Ende fuer die Erzeuger ein Minus steht.

  6. Anton
    15. November 2015, 19:30 | #6

    Einen Vergleich mit Deutschland halte ich für sehr schwierig. Vor allem ist eine ökonomische Autonomie von den Institutionen – meinem Eindruck nach – gar nicht gewünscht. Griechenland bewegt sich stark in Richtung eines sog. „Entwicklungslandes“. Deshalb würden ausländische Investionen bedeuten, dass möglichst geringe Löhne gezahlt werden und jegliche soziale Absicherung minimiert ist. Wie bei den vielen Selbstständigen im Handel ist hier auch ein Verdrängungswettbewerb vorprogrammiert. Und Griechenland ist – vorrangig – keine Industrienation – und war dies nie. In Deutschland kann durch möglichst großen Druck (Hartz-Gesetze) möglichst geringe Löhne durchgesetzt werden. In Griechenland funktioniert selbst das nicht, weil es einfach zu wenig Arbeitsplätze gibt, auch weil die Kleinbetriebe extrem gefährdet sind.

  7. windjob
    15. November 2015, 19:38 | #7

    Auch wenn Schäuble immer wieder Portugal als Beispiel des Erfolgs der Austerität nennt sollte man mal die Realität sehen. Grösste Armut, geringste Gehälter und die sogenannte Wachstumsrate ist getürkt wie die Arbeitslosenzahlen in Deutschland. Wir haben es hier mit einer absolut verlogenen Politik zu tun. Uns fehlen Politiker wie der leider verstorbene Helmut Schmidt. Tsipras fehlt offensichtlich der Mut dies zu erkennen und gegenzusteuern. Vielleicht hilft ihm die neue portugisische Regierung ich wünsche es mir. Ausserdem halte ich die Zahlen was GR betrifft für falsch.

  8. Hans
    16. November 2015, 04:08 | #8

    GR war nie ein Industrieland und wird nie eines sein, deswegen sind ausländische Investitionen in die Produktion dort völlig fehl am Platz. Das Kapital in GR ist der Tourismus und die Reederei. Beides wird von den Griechen selbst ganz gut organisiert, ausländische Investitionen im Tourismusbereich beispielsweise durch Flughafenverkäufe würden nur weitere Gewinne ins Ausland ableiten, das ist unsinnig. Sinnvoll wären Hilfen bei der Korruptions- und Vetternwirtschaftsbekämpfung und dabei müssten auch die Schmiergeldzahler, also vor allem deutsche Konzerne, angegangen werden.

  9. LiFe
    17. November 2015, 10:30 | #9

    Griechenland konnte sich nicht zum Industrieland entwickeln. Man muss sich nur mit Griechenlands Geschichte befassen. Eigentlich hätte der Fahrzeughersteller Namco die Produktion einer modernen Variante des legendären Pony ruhig aufnehmen können. Die Idee war gut.

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