Deutschland zählt zu den 10 schädlichsten Schattenwirtschaften

5. November 2015 / Aktualisiert: 06. Oktober 2017 / Aufrufe: 1.350

Laut dem TJN hat Deutschland eine der 10 schädlichsten Schattenwirtschaften der Welt, in der es 3 Billionen Euro gibt, die nicht besteuert werden!

Die Nicht-Regierungsorganisation Tax Justice Network bringt in Deutschland Unruhe in die Gewässer und platziert das Land in der ersten Dekade der schädlichsten Schattenwirtschaften der Welt. Laut einer Untersuchung des Tax Justice Network (TJN) befindet Deutschland sich in der ersten Dekade mit den schädlichsten Schattenwirtschaften der Welt.

Markus Meinzer, Mitglieder der Organisation des TJN, bezog sich in einem an den Deutschlandfunk (DLF) gegebenen Interview auf die Größe der von der Organisation in Deutschland beobachteten Steuerhinterziehung. „In Deutschland gibt es weiterhin 3 Billionen, also 3.000 Milliarden Euro von Ausländern, die Zinsen erhalten, jedoch nicht besteuert werden. Ein deutscher Bankier ist berechtigt, Gelder selbst dann zu akzeptieren, wenn er weiß, dass sie aus in einem anderen Land erfolgter Steuerhinterziehung, Betrug, passiver Bestechung oder Erpressung herrühren. Es ist, als ob wir sagen würden: Solange die Straftaten im Ausland erfolgen, werden wir gerne von diesem schmutzigen Geld profitieren.

Doppelmoral auch in den USA

Laut der Organisation befindet Deutschland sich auf der weltweiten Liste der schädlichsten Schattenwirtschaften Platz 8. Den ersten Rang hat weiterhin die Schweiz inne, während auf den unmittelbar folgenden Plätzen Hongkong und die USA liegen. Die hohe Position der USA überrascht, zumal bekannt ist, dass die Amerikaner bei den Steuerkontrollen besonders streng sind. Der Experte gibt dazu die folgende Erklärung:

In den Vereinigten Staaten beobachten wir eine Heuchelei, eine Moral mit zweierlei Maß. Es gibt tatsächlich eine große Entschlossenheit, was die Verfolgung der amerikanischen Steuerhinterzieher und die Umsetzung ihrer eigenen Steuergesetze im Ausland betrifft. Dies gilt jedoch nicht auch umgekehrt. Die USA geben besonders acht und übermitteln Daten und Informationen nicht leicht ins Ausland. Die Informationen, welche die USA ins Ausland übermitteln, sind minimal im Gegensatz zu denen, die aus dem Ausland eintreffen. Und daraus vermögen wir zu verstehen, dass die USA sich zu einem riesigen Steuerparadies entwickeln. Ohne Zweifel sind sie ein populärer Bestimmungsort für die Gelder ambitionierter Steuerhinterzieher.

(Quelle: Imerisia)

  1. GR-Block
    5. November 2015, 14:35 | #1

    „Deutschland zählt zu den 10 schädlichsten Schattenwirtschaften“
    Diese für deutsche Ohren erschreckende Erkenntnis ist da draußen in der Finanzwelt eine Jahrzehnte alte Binsenweisheit. Dass ein deutscher Vertreter des TJN solche Informationen nur vorsichtig, kleindosiert einem deutschen Sender zum besten gibt, ist verständlich, man will ja nicht seine Karriere gefährden. Später wird er sicher mit der ganzen Wahrheit herauskommen und nicht mehr zur Relativierung die Amerikaner heranziehen müssen.

    Die deutsche Finanzwirtschaft betreibt seit der EWG-Süderweiterung in ihrer Nachbarschaft ein effizientes Netzwerk von Steueroasen als Zwischenlager für ihre korrupten „Investoren“. Laut Financial Secrecy Index (des TJN) sind CH, LUX, D, A aber auch BE, NL, LIE dabei. Mit diesen Netzwerken erfolgreich konkurrieren tun UK und USA. Während die USA die meisten „Steuerparadiese“ im eigenen (großen) Land etablierten, nutzt UK seine ehemaligen Kolonien und D seine germanischen Nachbarn.
    Das Augenmerk dagegen auf die ausländischen Einlagen deutscher Steuerparadiese zu lenken, ist fadenscheinig. Was sind schon 3.000 Mrd. aus aller Welt, wenn allein die deutsche Schattenwirtschaft jedes Jahr 350 Mrd frisches Schwarzgeld erzeugt (Wiki(en): „Informal Sector“).
    Die Behauptung, amerikanische Stellen würden bei der Fahndung nach Steuerhinterziehung und Korruption keine Amtshilfe leisten, ist allerdings eine glatte Lüge. Hier möchte wohl jemand in der EU (D) Karriere machen. Die meisten kleinen Länder haben nur CIA und NSA als Informationsquelle gegen europäische Korruption.

    Nein, es stimmt nicht, erst „Die Nicht-Regierungsorganisation Tax Justice Network bring(e) in Deutschland Unruhe in die Gewässer und platzier(e) das Land in der ersten Dekade der schädlichsten Schattenwirtschaften der Welt.“ Dies hatte schon vor 20-30 Jahren die OECD erfolgreich getan, als sie speziell wegen D die Anti-Bribery-Recommendation (1993) und -Convention (1997) gegen Auslandskorruption initiierte. Damals hatte nämlich Kohl (samt dem Juristen und Minister für „besondere“ Aufgaben Wolfgang Schäuble) einerseits die Steuerfahndung empfindlich eingeschränkt und andererseits die Korruption gegen ausländische Amtsträger als Betriebsausgaben von der Steuer befreit. Alles noch rechtzeitig vor dem Maastrichtvertrag 1993.
    Siehe dazu Wiki(de): “ 7.1.1 OECD-Konvention – die „aktive“ Korruption der EG gerät ins Visier“ und „7.1.2 Schattenwirtschaft – eine anschwellende Quelle für Schmiergeld“.

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