Supermärkte in Griechenland steigerten trotz der Krise ihre Gewinne

28. Oktober 2015 / Aufrufe: 1.201

Die Supermarktketten in Griechenland steigerten 2014 trotz stagnierender Umsätze ihre Reingewinne um zweistellige Prozentsätze.

Aus der Analyse der wirtschaftlichen Basisgrößen der fast die Gesamtheit der Firmen der Branche in Griechenland darstellenden 56 Supermarkt-Unternehmen, die eine Bilanz veröffentlichen und in dem Jahresbericht „Panorama der griechischen Supermärkte 2015“ präsentiert werden, geht eine marginale Erhöhung ihrer Umsätze und ein zweistelliger Anstieg der Gewinne in der Supermarkt-Branche im Jahr 2014 hervor.

Konkret zeigen die Bilanzdaten des Musters einen Anstieg der Umsätze um 0,99%. Diese Entwicklung ist spezieller interessant, wenn sie mit der Gesamtheit des Marktes für Lebensmittelgeschäftsartikel verglichen wird, auf dem im Jahr 2014 ein Rückgang der Einzelhandelsumsätze um 1,80%, also 360 Mio. Euro verzeichnet wurde (Quelle: Forschungsinstitut für Einzelhandelskonsumgüter IELKA).

10 Unternehmen erzielten 83,79% der Gesamtumsätze

Wird auch noch die Deflation von 1,72% bei den Lebensmitteln und die Intensität der Sonderangebote berücksichtigt, wird sichtbar, dass die Ergebnisse der Firmen nach einem negativen Jahr 2013 im Jahr 2014 insgesamt sogar besonders erfolgreich waren. Wie in besagter Jahresausgabe weiter angemerkt wird, fehlen bei dem Gesamtbild wegen der nicht vorliegenden Bilanz der Carrefour Marinopoulos SA in Kombination mit dem Fehlen von Jahresabschlüssen der Lidl Hellas bzw. auf Basis außerbilanzlichler Schätzungen ungefähr 3,2 Mrd. Euro (entsprechend 2 Mrd. Euro und 1,2 Mrd. Euro).

[Anmerkung: Im Gegensatz zu sogenannten „Kapitalgesellschaften“, die (nicht nur in Griechenland) allesamt der gesetzlichen Pflicht zur Veröffentlichung ihrer Bilanzen unterliegen, ist die in üblicher Manier als „Offene Handelsgesellschaft“ (OHG) strukturierte Lidl Hellas nicht zur Offenlegung ihrer Jahresabschlüsse verpflichtet!]

Es wird allerdings auch angemerkt, dass die positive Entwicklung der Umsätze nicht alle in der Ausgabe untersuchten Unternehmen betrifft. 30 von 56 Firmen des Muster verzeichneten einen Umsatzrückgang. Die 10 größten Unternehmen verzeichneten dagegen einen Anstieg ihrer Umsätze über dem Durchschnittswert (1,59%) und erreichten zusammen Umsätze von 6,15 Mrd. Euro, welcher Betrag 83,79% der Umsätze des Muster darstellt. Einen neuen signifikanten Anstieg zeigen entsprechend die hinsichtlich der Umsätze auf den Positionen 11 bis 20 liegenden Ketten mit einem Zuwachs von 5,46%, womit sie 667,78 Mio. Euro erreichten, welcher Betrag 9,09% der Gesamtheit vertritt. Es gibt folglich Elemente, die für eine „flüssige Marktanteils-Situation“ sprechen.

Alle untersuchten Unternehmen steigerten ihre Gewinne

Die Position des „Branchenführers“ beanspruchen mittlerweile drei Gesellschaften: Die Marinopoulos SA, die Umsätze in einer Größenordnung von 2 Mrd. Euro bekannt gegeben hat, die Alpha Vita Vasilopoulos SA, deren Umsätze sich – bei einem kontinuierlichen Anstieg in den letzten Jahren – auf 1,79 Mrd. belaufen (Anstieg von über 10% im Verhältnis zu 2010 und Zuwachs bei ihren Umsätzen allein im Jahr 2014 von über 54 Mio. Euro), und nunmehr auch die Sklavenitis, deren Umsätze (I & S Sklavenitis SA – Chalkiadakis SA – Makro cash & carry SA) sich auf 1,69 Mrd. Euro summieren. Zu letzterem wird angemerkt, dass die I & S Sklavenitis SA im Jahr 2014 unter den 10 umsatzstärksten Unternehmen mit 4,09% (48,7 Mio. Euro) auch als Gesellschaft den größten prozentualen Anstieg ihrer Umsätze hatte, höchstwahrscheinlich als Resultat der Kapitalisierung der Umsätze der 2013 realisierten Aufkäufe.

Der Netto-Gewinnverlauf für die Gesamtheit der 56 Unternehmen zeigt einen Anstieg. Die Netto-Ergebnisse präsentieren sich um 16,41 Mio. Euro erhöht, welcher Betrag einem bemerkenswerten Anstieg um 12,65% entspricht, sprich von Gewinnen von 129,66 Mio. Euro im Jahr 2013 auf 146,07 Mio. Euro im Jahr 2014. Weiter wird angemerkt, dass von der Gesamtheit der untersuchten Unternehmen nur 10 Firmen eine negative Netto-Position präsentieren. Der Nettogewinn-Index gestaltete sich auf 1,99%, im Verhältnis zu 1,78% des Jahres 2013, und präsentierte einen kleinen, jedoch substantiellen Anstieg (angesichts des wirtschaftlichen Umfelds).

Die größten Nettogewinne zeigte für ein weiteres Jahr mit Abstand die Alpha Vita Vasilopoulos SA mit 68,82 Mio. Euro, womit sie ihre Gewinne um 11,3 Mio. Euro steigerte (+19,64%) und die Gewinne der Gesellschaft fast die Hälfte (47,11%) der Gesamtgewinne der 56 Ketten darstellen. Es folgten die Diamantis Masoutis SA mit 23,16 Mio. Euro (+31,74%) und die Metro AEBE mit 17,08 Mio. Euro (-10,44%).

(Quelle: dikaiologitika.gr)

Kommentare sind geschlossen