Neue Maßnahmen könnten Griechenland „nur“ 3,5 Prozent des BIP kosten

14. Oktober 2015 / Aufrufe: 483

Die Eurobank schätzt, die neuen Austeritätsmaßnahmen könnten Griechenland diesmal nur 3,5 Prozent des BIP kosten, allerdings unter signifikanten Vorbehalten.

Während die im Rahmen der beiden vorherigen Rettungsprogramme in Griechenland umgesetzten Austeritäts-Maßnahmen die kumulative Schrumpfung der inländischen wirtschaftlichen Aktivität in der Periode 2010 – 2014 (um über 25 Prozentpunkte des BIP) voll und ganz zu erklären scheinen, schätzt eine Analyse der Eurobank ein, dass erwartet wird, dass das neue Maßnahmenpaket eine mildere Netto-Auswirkung haben wird, die kumulativ auf („nur“) 3,5 Prozentpunkte des BIP veranschlagt wird.

Wie in der Analyse angeführt wird, geht die obige Einschätzung allerdings von der Annahme aus, dass keine zusätzlichen fiskalischen Maßnahmen (also abgesehen und über die bereits im Vorentwurf des neuen Haushaltsplans für 2016 umfassten hinaus) ergriffen werden, um wahrscheinlichen Abweichungen von den (mit den „Institutionen“) vereinbarten fiskalischen Zielvorgaben für die Jahre 2015 und 2015 zu begegnen.

Einschätzung rezessiver Auswirkung könnte optimistisch sein …

Bezüglich der Genauigkeit der Ergebnisse der in Rede stehenden Analyse wird betont, dass diese mit besonderer Vorsicht zu interpretieren sind, und zwar speziell, wenn die dokumentierten methodologischen Schwierigkeiten berücksichtigt werden, die mit der Einschätzung der fiskalischen Multiplikatoren in Zusammenhang stehen. In der Analyse wird ebenfalls Folgendes angeführt:

Es ist ebenfalls anzumerken, dass die Ergebnisse aus dem Vergleich zwischen den umgesetzten fiskalischen Konsolidierungsprogrammen und einem theoretischen Szenarium hergeleitet werden, das keine Austeritäts-Maßnahmen umfasst, während alle anderen Faktoren unverändert bleiben.

Das obige theoretische Szenarium setzt unter anderem die Fortsetzung der externen Finanzierung Griechenlands zu den gleichen Bedingungen wie denen voraus, die bei den beiden vorherigen (und dem neuen) Rettungsprogramm galten (und gelten), sogar auch unter der Annahme der Nichtumsetzung fiskalischer Austeritäts-Maßnahmen. Zusätzlich ist nicht auszuschließen, dass die Einschätzungen bezüglich der rezessiven Auswirkung, welche die neuen Maßnahmen in den Jahren 2015 – 2016 haben werden, sich als optimistisch erweisen werden, da der Vorentwurf des neuen Haushaltsplans nicht die nominale Größe diverser Maßnahmen veranschlagt, die eine fiskalische Auswirkung haben können.

Schließlich ist von Bedeutung, zu betonen, dass die Analyse die Folgen der fiskalischen Austerität zu quantifizieren versucht, ohne die wahrscheinliche makroökonomische Auswirkung anderer signifikanter politischer Entscheidungen oder Entwicklungen – wie die Verhängung von Kontrollen im Kapitalverkehr seit Ende Juli 2015 und den großen Anstieg des Verhältnisses von Verschuldung zu BIP in Griechenland seit Anfang des laufenden Jahres – zu berücksichtigen.

(Quelle: dikaiologitika.gr)

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