Genug mit den Lügen über die Frührenten in Griechenland!

5. Oktober 2015 / Aktualisiert: 14. Mai 2017 / Aufrufe: 2.089

Das Rentensystem Griechenlands ist von Idiotie beherrscht und die Politiker lügen, wenn sie behaupten, an den Ungerechtigkeiten der Vergangenheit nichts ändern zu können.

Gemäß der jährlichen Studie des World Economic Forum über die globale Wettbewerbsfähigkeit liegt Griechenland bei der Wettbewerbsfähigkeit seines makroökonomischen Umfelds unter weltweit 140 Ländern auf der 132. Position. Wegen einer ungeheuren staatlichen Verschuldung, wegen Überbesteuerung, wegen eines nebulösen Steuersystems, wegen Bürokratie, Korruption und dysfunktionaler Justiz.

Die Regierung sagt dagegen, im 2. Halbjahr 2016 ein Wachstum zu erwarten! Essen Sie nicht. Am Abend haben wir Storchensuppe.

Griechenlands Rentensystem ist von Blödheit beherrscht

Für unsere heutige Lage ist hauptsächlich der „ehemalige anti-memorandische Block“ verantwortlich, der die Gesellschaft entgegen Darwins Evolutionstheorie nun seit 6 Jahren mit Märchen einlullt, wir könnten überleben ohne uns zu ändern. Die Hauptlüge der Memorandumsgegner bezog sich auf das Versicherungsproblem in Griechenland. Sie sagten, es sei möglich, dass weiterhin 2.680.000 Menschen – darunter 1/3 unterhalb des regulären Renteneintrittsalters – aus der Arbeit der Übrigen bezahlt werden können, die einer Beschäftigung nachgehen. Das Resultat waren Basislöhne von monatlich 586 Euro für alle, die arbeiten, bei Renten von durchschnittlich 940 für alle, die nichts tun.

Von den 2,68 Mio. Rentnern werden 1,8 Mio. Renten in Attika bezogen. Anders gesagt, wenn der durchschnittliche Rentner statistisch gemittelt 1,5 Renten bezieht, sind einer von drei Einwohnern Attikas Rentner, während die Hälfte der Rentner Griechenlands in Athen wohnt. Dass es also im Verhältnis zu den Kosten in Griechenland den Rentnern wirtschaftlich möglich ist, in der teuersten Stadt des Landes zu leben, belegt natürlich, dass die Renten im Vergleich zum Durchschnittslohn übertrieben hoch sind.

Selbstverständlich könnte niemand etwas einwenden, wenn die gezahlten Renten ein Produkt der Kapitalisierung der (eingezahlten) Beiträge aller Rentner wären. Das sind sie jedoch nicht! Die Renten sind eine Einkommens-Umverteilung von den 586-Euro-Arbeitnehmern zu den Rentnern mit den monatlich 940 Euro!

Und, sei es drum, jemand, der 80 Jahre alt ist und 40 Jahre lang gearbeitet hat, soll eine Rente beziehen mögen, die einem Gehalt gleicht (obwohl es hinsichtlich der Verödung der Provinz katastrophal ist, dass fast die Hälfte der Rentner in Athen zu leben vermögen). Wie soll man jedoch einem 23 Jahre alten jungen Menschen erklären, dass er 511 Euro brutto bekommt, damit eine 43 Jahre alte Frau, die sich nach 15 Arbeitsjahren pensionieren ließ um ihren 17-jährigen minderjährigen Sohn großzuziehen, 900 Euro netto bezieht ?!

Das Rentensystem ist von Idiotie beherrscht und die Politiker lügen, nichts Konkretes unternehmen zu können, um die Idiotie abzubauen, die junge Menschen zu Hunderttausenden aus dem Land vertreibt! Sagen wir es noch einmal: Wenn sie sagen, es sei nicht möglich, das Problem des Rentensystems zu korrigieren, lügen sie!

Ungerechtfertigte Renten könnten einfach „wegbesteuert“ werden

Es ist natürlich kinderleicht, die Last dieser ungerechten und vorzeitigen Pensionen gegenüber der Gesellschaft zu mäßigen: durch Besteuerung! Die üblichen „äquivalenten Opfer“ sind die Selbständigen, der Mittelstand und die Arbeitnehmer des privaten Sektors. Das bedeutet, sich dafür zu entscheiden, letztere anstatt der eigenen Klientel, sprich die öffentlichen Bediensteten und die Rentner unterhalb des gesetzlichen Rentenalters zu belasten! Die ständige Rechtfertigung lautet, „die sind aus dem Schneider, daran ist nichts mehr zu ändern, die Maßnahmen werden von nun an auf die Übrigen zur Anwendung kommen“ … und dann eliminieren sie alle, die noch einen Job oder etwas Geld haben, oder auch jene, die nicht einmal mehr ein Taschentuch besitzen, um sich die Tränen abzuwischen. Und warum all dies? Nicht um die 80-jährigen, sondern die 38, 42 und 51 Jahre alten Rentner zu schützen!

Sie erzählen Lügen! Dass angeblich der Oberste Verwaltungsgerichtshof (StE) alle bei den Renten erfolgende Änderungen „kippen“ wird, und sonstige solche Lügen! ES BESTEHT KEINERLEI NOTWENDIGKEIT, DIE RENTEN DER FRÜHRENTNER ZU KÜRZEN, WENN MAN EINFACH IHRE BESTEUERUNG ERHÖHT. Bei der steuerlichen Belastung VERMÖGEN DIE GERICHTE DIES NICHT ZU KIPPEN!

Wir haben viele Male wiederholt, dass die Besteuerung all jener, die von dem Staat bezahlt werden, einfach nur ein Skonto auf die Vergütung ist, die er ihnen zahlt. Also soll er endlich von diesem Skonto Gebrauch machen! Sollen sie die Steuern für jeden Rentner erhöhen, der über 2.500 Euro bezieht. Die Steuer könnte 80% für jeden Betrag von über 2.000 Euro monatlich betragen. Dies würde hauptsächlich die „oberen Etagen“ treffen, die üblicherweise auch weitere Vermögen und Einkommen haben und die Rente nicht einmal benötigen würden. Sollen sie die Steuer auf Renten, die in einem Alter von unter 62 Jahren bezogen werden, auf 50% erhöhen.

Es geht nicht an, dass ein „mit dem Fernglas“ nach Kunden suchender Geschäftsinhaber mit einer Steuervorauszahlung von 100% belastet wird und – wie die sympathische pensionierte und gleichzeitig von dem Staat als Abgeordnete besoldete PASOK-Vorsitzende – der 49-jähriger Pensionär des öffentlichen Sektors 12% zahlt! Die Verzerrungen des Systems würden umgehend auf die selbe Weise korrigiert werden, auf die sie sich ergaben! Was jedoch voraussetzt, sie korrigieren zu wollen!

Mögen sie die Renten eines jeden Rentners, der anderweitige Einkommen von monatlich über 2.000 Euro hat, mit 90% besteuern! Es geht nicht an, einem täglich acht Stunden für 511 Euro brutto im Monat als Telefonistin arbeitenden Mädchen das Brot von dem Teller zu nehmen, um jemandem 940 Euro zu zahlen, der bereits aus anderen Quellen weitere 2.000 Euro bezieht, zumal wenn das System nicht darin besteht, so viel Geld zu erhalten, wie man selbst einzahlte, sondern es den Schwachen der Gesellschaft wegzunehmen und den Privilegierten zu geben!

Die „Heutigen“ wollen keine gerechten Lösungen

Das – ebenfalls umverteilende – australische Rentensystem sieht vor, dass jemand, der 1.500 Dollar aus anderen Quellen bezieht oder ein Vermögen hat, das er verwerten oder verkaufen kann, dann von dem System gar nichts bekommt! Derweilen haben wir dreisteste Pensionäre des öffentlichen Sektors – wie der DEI, die aus den Geldern des griechischen Steuerzahlers 3.000 Euro im Monat beziehen (der Steuerzahler kommt jährlich für an die häufig minderjährigen Pensionäre der DEI gezahlten 700 Millionen Euro auf!) und sich darüber beschweren, dass ihnen Abgaben einbehalten wurden! Ihre Abgaben waren Bleistiftstriche auf dem Papier, weil es nicht nötig gewesen wäre, dass Tsipras die produktive Wirtschaft bis zur Eliminierung besteuert, wenn es diese Gelder wirklich gegeben hätte.

Die „Heutigen“ wollen jedoch keine gerechten Lösungen geben! Sie wollen einfach nur hinauszögern, die Macht zu verlieren, wenn das Land infolge ihrer Untätigkeit in ihren Händen zusammenbricht. Die jüngst erwachten Memorandums-Bekämpfer, die alle Verzerrungen der griechischen Realität unverändert erhalten wollen, sind für alles verantwortlich, was in der griechischen Wirtschaft nachfolgen wird. Verantwortlich sind aber auch die Troikaner, die nun seit fünf Jahren Heu fressen und nicht einfach eine kleine Tabelle machen, in der steht:

  • Renten an Rentner im Alter von unter 50 Jahren werden mit 80% besteuert.
  • Renten an Rentner im Alter von unter 60 und bis zu 65 Jahren werden mit 80% besteuert.
  • Renten an Rentiers mit einem Einkommen von monatlich über 2.000 werden mit 90% besteuert.
  • Gehälter öffentlicher Bediensteter über der einheitlichen Besoldungsordnung werden mit 75% besteuert.

So werden die „Äquivalente“ eingespart, meine Herren, nicht mit einer Besteuerung der Selbständigen von 100% und MwSt. auf die Bildung, was sowohl gegen die europäische Gesetzgebung als auch das Interesse der Nation ist! Deswegen haben wir auch einen solchen Geburtenrückgang! Wir verfolgen unsere Jugend und verhätscheln die situierten Faulpelze mittleren Alters, welche die Greise spielen um von dem Teller des Mädchens mit monatlich 511 Euro brutto eine kleine Frührente zu stehlen, für die sie selbst keine Beiträge zahlten.

Eine schlimme Lage für das Land, wegen der Lügner, die alle davon zu überzeugen versuchen, was geschehen sei, sei geschehen und sie können nichts mehr an den Ungerechtigkeiten der Vergangenheit ändern, die auf ewig festgeschrieben werden. Sie lügen! Um die Bildung mit Mehrwertsteuer zu belegen und unsere Kinder zu Dummköpfen und dann zu Auswanderern und Tellerwäschern zu machen!

Esst kein Abendbrot, wir haben Storchensuppe!

(Quelle: capital.gr, Autor: Agis Veroutis)

  1. Klaus Braukmann
    5. Oktober 2015, 13:26 | #1

    Das ist schon sehr hart geschrieben. Es zeigt aber auch deutlich das marode Rentensystem in Griechenland. Mit etwas weniger Steuersätzen bei jugendlichen Rentnern wäre sicher auch schon viel geholfen. Der Ansatz mit der Besteuerung der Renten könnte die Lösung sein.

  2. windjob
    5. Oktober 2015, 14:08 | #2

    Das erstaunliche ist, dass man erst nach der langen Zeit auf diesen Trichter kommt. Wer hat denn diese Scheinangestellten alle angeheuert. Bestimmt nicht die Regierung Tsipras. Dies sind alles schwere Altlasten. Warum kommt der Verfasser den jetzt erst drauf und nicht in den letzten Jahren der korrupten alten Regierung(en). Ist schon auffällig oder.

  3. h.kuebler
    5. Oktober 2015, 14:22 | #3

    Ich frage mich: Ist das der griechischen Bevölkerung nicht bekannt? Wenn nein, warum klären die Medien nicht auf? Wenn es jedoch bekannt ist, warum lassen sich die Bürger sowas gefallen? Es ist doch wohl die Mehrheit, die von diesem Missstand benachteiligt ist und die das an Ungerechtigkeit empfindet? Warum keine Demonstrationen? Die Bevölkerung könnte die Politiker sehr wohl unter Druck setzen. Auf, ihr Griechen, ihr seid das Volk, wehrt euch.

  4. GR-Block
    5. Oktober 2015, 19:05 | #4

    Es klingt immer merkwürdig, wenn gerade Vertreter der konservativen Partei ND den Staat kritisieren, den sie mit viel Mühe 35 Jahre lang entsprechend den damaligen „Vorbildern“ der EWG geformt haben. Die Schieflage aber gerade denen anzulasten, die ein Leben lang in die Sozialsysteme eingezahlt haben und deshalb ihre Dividende erwarten, zeugt allerdings von niedriger Gesinnung.
    Es sind natürlich seine (und der PASOK) Regierungen, die den Staat in den Ruin getrieben haben, durch gute Beziehungen zu der Privatwirtschaft der alten EWG-Länder. Die Sozialsysteme sind erst durch den PSI ruiniert worden. Ein großer Teil des „Schuldenschnitts“ von 100 Mrd. Euro ging nämlich gerade auf die Renten- und Krankenversicherungen. Da haben die Bürger „ihre“ Staatsschulden aus der eigenen Tasche bezahlt und sind deshalb im Alter und bei Krankheit pleite.
    Nun reguliert sich das mit den Kranken von alleine: die sterben einfach früher. Die zähen Alten aber sind immer noch rüstig: 2,68 Mio Rentner. Das ist also jeder 4. Grieche. Und ein Drittel davon beziehen reduzierte Bezüge, weil sie Frührentner sind. Wahnsinn! Da kann man von den alteingesessenen EWGlern doch nur lernen, um im Handstreich Probleme zu lösen.
    Wir in D z.B. haben (laut EUROSTAT) 23,6 Mio Rentner, also fast jeder 3. Bundesbürger. Und selbstverständlich ist 3 weniger als 4, so die Rechnung der ND. Wenn man jetzt noch impliziert, dass der hohe Anteil reduzierter Frührenten eigentlich die Ausgaben steigert anstatt zu senken, dann … ja dann kann man nur hoffen, dass Herr Georgiadis zum ND-Vorsitzenden gewählt wird. Der Buchverkäufer kann wenigstens Einnahmen von Ausgaben unterscheiden. Das mit der Durchschnittsrente allerdings, da ist was dran … äh, wenn man z.B. die Bauernrenten heraus nimmt

  5. Anton
    5. Oktober 2015, 20:55 | #5

    Bei aller berechtigten Kritik am griechischen Rentensystem, verstehe ich die Kritik nicht. Vor allem ergibt ein derart hohe Besteuerung von Renten immer dann keinen Sinn, wenn sie durch Abzüge vom Lohn zustande kommen. Faktisch könnte man dann nämlich gleich den Lohn höher besteuern, weil dann eine Rentenbesteuerung nur eine nachgelagerte Lohnsteuer darstellt. Maßgeblich sind jedoch immer das erforderliche Existenzminimum, was sich an der Kosten messen sollte. Dies darf nicht unterschritten werden (existenzminimum). Offenbar sind Löhne jedoch zu gering um überhaupt ein tragfähiges Umlageverfahren realisieren zu können. Der hier gemachte Vergleich zwischen Arbeitnehmer und Rentner ist deshalb unlogisch. Jedenfalls ist die hier vertretende hohe Steuer Unsinn, weil bei einer Besteuerung von z.B. 80 Prozent, gleich die Rente um diesen Prozentsatz gekürzt werden könnte. Die Vorschläge laufen hier also auf eine manifeste Rentenkürzung hinaus. Aber ist diese wirklich vertretbar? Wäre es nicht besser ein Rentensystem zu schaffen, das Verarmung verhindert?

  6. HJM
    6. Oktober 2015, 19:17 | #6

    In diesem blog war kürzlich zu lesen, dass die durchschnittliche monatliche griechische Hauptrente € 664,49, diejenige aus Zusatzrente monatlich € 168,40 betragen soll, insgesamt also gut € 800 monatlich. Wohlgemerkt: NACH den bereits stattgefundenen Kürzungen. Ein Jungakademiker als Berufsanfänger kommt, falls er überhaupt einen Arbeitsplatz gefunden hat, NICHT auf diesen Betrag! Ihm/Ihr werden bestenfalls knapp € 1.000 monatlich bezahlt, eher noch deutlich weniger. Dafür werden ihm nicht nur Selbstausbeutung, sondern auch erhebliche arbeitsplatzbedingte Aufwendungen (entweder Fahrtkosten oder Wohnungsmiete) zugemutet. Ich denke, hier kann man getrost von einem grotesken Missverhältnis sprechen!

  7. H.Bosse
    6. Oktober 2015, 21:42 | #7

    Unglaublich wenn dies alles so stimmt. Trifft das Problem bei den Renten aus dem privaten Arbeitsbereich (Industrie / Handwerk usw.) oder vor allem bei Beamten und Angestellten im Bereich der öffentlichen Hand zu?

  8. Team
    6. Oktober 2015, 22:51 | #8

    Anlässlich des Tenors etlicher „Kommentare“, die aus verschiedenen Gründen nicht veröffentlicht wurden, sei ein simples Beispiel vor Augen geführt: Gleich ob von der Gesamtheit der Rentner jeweils
    – entweder alle eine Rente von 900 Euro
    – oder 50% von 500 Euro und 50% von 1.300 Euro
    – oder 70% von 300 Euro und 30% von 2.300 Euro
    – oder 90% von 100 Euro und 10% von 8.100 Euro beziehen
    ergibt sich in allen Fällen statistisch gesehen eine Durchschnittsrente von 900 Euro. Solche „Mittelwerte“ sagen folglich über die reale Verteilung der Bezüge absolut gar nichts aus und sind in dieser Hinsicht bestenfalls geeignet, tumbe Klischees zu bedienen.

    Das Phänomen der wirklich skandalösen „Frühverrentungen“ wiederum beschränkt sich weitgehend auf den (speziell engeren) öffentlichen Sektor und öffentliche / staatlich kontrollierte Unternehmen. Auf dem privaten Sektor waren dagegen in Griechenland die Möglichkeiten, vorzeitig in den Ruhestand zu gehen, schon immer sehr beschränkt und allgemein sogar an erheblich strengere Voraussetzungen als z. B. in Deutschland geknüpft.

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