Biersteuer zur Rettung Griechenlands

31. Oktober 2015 / Aktualisiert: 19. Mai 2018 / Aufrufe: 1.418

Bei der verzweifelten Suche nach immer neuen Einnahmen versetzt der unersättliche Fiskus in Griechenland nun auch den inländischen Kleinbrauereien einen herben Schlag.

Eine in der dem Parlament vorgelegten Gesetzesvorlage enthaltene Bestimmung setzt dem Status der reduzierten Sonderverbrauchssteuer auf Bierprodukte ein Ende. Ab dem 01 Januar 2016 wird die Bestimmung abgeschafft, die bisher galt und einen um 50% reduzierten Satz der Sonderverbrauchssteuer für alle unabhängigen (!) Kleinbrauereien in Griechenland vorsah, sofern ihre Jahresproduktion 200.000 Hektoliter (hl) Bier nicht überstieg.

Fortan werden die reduzierten Steuersätze analog zu dem Volumen besagter Brauereien differenziert und erreichen bis zu 75% des geltenden Regelsatzes. Die griechische Regierung erhofft sich aus dieser Maßnahme auf rund 3,4 Millionen Euro geschätzte Mehreinnahmen. Der Schuss könnte allerdings auch „nach hinten“ losgehen und zu Marktanteils- und Umsatzverlusten, Unternehmensschließungen, Entlassungen, Verlusten von Steuereinnahmen und Sozialabgaben usw. führen.

Erhöhung der reduzierten Biersteuer um bis zu 50%

Infolge besagter Bestimmung wird bei den Brauereien, deren Jahresproduktion 15.000 Hektoliter nicht übersteigt, der Satz der Sonderverbrauchssteuer mit 50% des geltenden Regelsatzes erhoben und auf 1,30 €/hl festgelegt, bei Brauereien mit einer Jahresproduktion ab 15.000 bis einschließlich 50.000 Hektolitern Bier beträgt der Satz 55% des Regelsatzes, also 1,43 €/hl, und für eine Jahresproduktion ab 50.000 bis 100.000 Hektolitern steigt der Satz auf 60% des Regelsatzes, also 1,56 €/hl, während für eine Jahresproduktion ab 100.000 bis einschließlich 200.000 Hektoliter Bier der Satz 75% des Regelsatzes, also 1,95 €/hl beträgt.

Für die Anwendung der reduzierten Steuersätze bedeutet der Begriff „unabhängige Kleinbrauerei“ eine Brauerei, die folgende Voraussetzungen erfüllt:

  • sie ist juristisch und wirtschaftlich von jeder anderen unabhängig,
  • nutzt ihre eigenen Anlagen und
  • wird nicht auf Basis einer Nutzungslizenz eines anderen Unternehmers betrieben.
  • Ebenfalls als eine einzige unabhängige Kleinbrauerei gelten zwei oder mehr Kleinbrauereien, wenn diese kooperieren und ihre kombinierte Jahresproduktion 200.000 Hektoliter Bier nicht übersteigt.

Die Einzelheiten der Umsetzung der Bestimmungen des gegenwärtigen Paragraphen werden per Beschluss des Finanzministers bestimmt werden. Die Geltung der Bestimmungen des gegenwärtigen Artikels beginnt ab dem 01.01.2016.

(Quellen: sofokleousin.gr, diverse Medienberichte)

  1. Ingrid
    31. Oktober 2015, 16:47 | #1

    Genau die richtige Bestimmung um weitere Absatzmaerkte, Produktionen und damit auch Arbeitsplaetze zu vernichten!

  2. LiFe
    31. Oktober 2015, 19:02 | #2

    Ab dem 01 Januar 2015 im Text müsste wahrscheinlich in ab dem Jahr 2016 korrigiert werden.

    • Team
      31. Oktober 2015, 19:51 | #3

      Ja, stimmt, danke für den Hinweis, der Fehler wurde korrigiert.

  3. Günter
    31. Oktober 2015, 21:34 | #4

    1,95 €/hl heißt umgerechnet auf die Flasche Bier 0,98 Cent. Ich glaube nicht, dass das Absatzmaerkte, Produktionen und damit auch Arbeitsplaetze vernichtet.

    • Team
      31. Oktober 2015, 23:59 | #5

      1,95 €/hl bedeutet auch, bis zu 200.000 € abführen zu müssen, ohne gegebenen- / schlimmstenfalls einen einzigen Euro eingenommen zu haben!

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