Weitere Schrumpfung der Wirtschaft in Griechenland

5. September 2015 / Aktualisiert: 06. Oktober 2017 / Aufrufe: 603

Die Ökonomen der Eurobank prognostizieren für das zweite Halbjahr 2015 eine weitere Schrumpfung der wirtschaftlichen Aktivität in Griechenland.

Wie die Wirtschaftsanalytiker der Eurobank in dem Wirtschaftsreport der Bank berichten, waren der private Konsum, der öffentliche Konsum und die Netto-Exporte die treibenden Hebel des Anstiegs des BIP im zweiten Quartal (1,73%).

Die Ökonomen schätzen ebenfalls, dass der Rückgang der Investitionen ein Anzeichen für eine wahrscheinliche Schrumpfung der Wirtschaftsaktivität in der unmittelbaren Zukunft darstellt.

Rückgang der Investitionen gefährdet zukünftiges Wachstum

Wie die Analytiker detaillierter berichten, stieg das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) Griechenlands auf Jahresbasis um 1,73% und auf Quartalsbasis im zweiten Quartal 2015 um 0,91% an. Die treibenden Hebel waren der Gesamtkonsum und die Netto-Exporte. Die erste Kategorie trug mit 2,45 Prozentpunkten und die zweite mit 0,68 Prozentpunkten bei. Die Gesamtinvestitionen (Betriebsmittel und Rücklagen) hatten einen negativen Beitrag der Größenordnung von -1,61 Prozentpunkten.

Abgesehen von dem Umstand, dass der Rückgang der Investitionen die Nachfrage senkt, stellt er im Vorliegenden auch ein Hindernis für die Erzielung positiver Rhythmen des Wirtschaftswachstums in der Zukunft dar, weil er die Bildung natürlichen Kapitals verlangsamt. Wenn der Rückgang der Investitionen hauptsächlich Kapitalgüter-Kategorien betrifft, die einen technologischen Fortschritt beinhalten, kann er dann zusätzlich – wie die Analytiker einschätzen – ebenfalls einen Rückgang der Gesamtproduktivität verursachen.

Im Verhältnis zu dem Hoch des zweiten Quartals 2007 ist das reale BIP um -25,64% geschrumpft und wir befinden uns auf ähnlichen Niveaus wie im zweiten Quartal 2000. Auf Basis der Anteile der fünf Basiskomponenten des BIP präsentiert die griechische Wirtschaft heute die vier nachstehenden strukturellen grundsätzlichen Basismerkmale:

  • Der Anteil des Inlandseinkommen, der in die Verwendung für den Konsum gelenkt wird, ist reichlich hoch (der zweithöchste in der Eurozone und in der Europäischen Union der 28, nach Zypern).
  • Der Anteil des Inlandseinkommen, der in die Verwendung für Investitionen gelenkt wird, ist sehr niedrig (der niedrigste in der Eurozone und in der Europäischen Union der 28). Dieses Element schafft signifikante Hindernisse für den zukünftigen Wachstumsverlauf der griechischen Wirtschaft.
  • Der Anteil der direkten Beteiligung des öffentlichen Sektors an der Bildung des BIP in Form öffentlichen Konsums konvergiert mit den entsprechenden Quoten der Eurozone oder der Europäischen Union der 28. Im Vergleich zu Spanien, Portugal, Italien und Irland bleibt er jedoch höher. Spezieller Nachdruck ist hauptsächlich auf die Ausweitung der Effizienz der in Rede stehenden Ausgaben zu setzen.
  • Im Verhältnis zu 2007 ist die griechische Wirtschaft heute offener (Summe der Exporte und Importe). Im Verhältnis zu dem Mittelwert der Eurozone oder der Europäischen Union der 28 bleibt er jedoch recht geschlossen.

(Quelle: Imerisia)

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