Wahlen in Griechenland drohen in Sackgasse zu führen

16. September 2015 / Aktualisiert: 06. Februar 2017 / Aufrufe: 1.765

Den bisherigen Demoskopien zufolge wird in Griechenland bei den Wahlen am 20 September 2015 keine Partei eine absolute parlamentarische Mehrheit erreichen.

Die Wahlkampfperiode für die Wahlen am 20 September 2015 in Griechenland geht in dieser Woche in die Zielgerade, wobei die Demoskopien kein klares Ergebnis geben und entzweiende Kooperationsverhandlungen drohen, was die Erfüllung der Bedingungen des im Juli 2015 vereinbarten Rettungsprogramms verzögern oder aus der Bahn werfen konnte.

Mit dem SYRIAZA-Vorsitzenden Alexis Tsipras und seinem Gegner der Nea Dimokratia, Evangelos Meimarakis, ein Kopf-an-Kopf-Derby austragend äußern die Demoskopen, das Ergebnis des in diesem Jahr dritten Urnengangs in Griechenland könnte von der Beteiligung, den unentschlossenen Wählern oder eine TV-Debatte zwischen den beiden Parteiführern entschieden werden.

Derzeit gibt es keinen Favoriten für die Wahlen

Die Frage bei den vorherigen Wahlen im Januar 2015 war, ob die SYRIZA die absolute Mehrheit gewinnen würde„, sagte Thomas Gerakis, Leiter der Marc. „Die Frage bei diesen Wahlen ist, wer überhaupt gewinnen wird und welche Position die übrigen Parteien erreichen werden.

Da jede bisher veröffentlichte Erhebung ein Splitterparlament nach den Wahlen zeigt, läuft der am höchsten verschuldete Staat Europas in Gefahr, in schwierige Koalitionsgespräche gerissen zu werden, die wiederum die Realisierung der von den Gläubigern als Gegenleistung für Sonderkredite – darunter auch der für die Rekapitalisierung der Banken – geforderten Maßnahmen verzögern könnten. Die griechischen Aktien und Anleihen fielen am vergangenen Freitag (11 September 2015), wobei die Rendite der zweijährigen staatlichen Wertpapiere um 98 Basispunkte auf 11,68% anstieg. Der allgemeine Index der Athener Börse hat seit der Wahl Tsipras‘ im Januar 20% verloren.

Hätten die Wahlen am vergangenen Wochenende stattgefunden, würden laut der Kapa Research die SYRIZA 26,5 und die Nea Dimokratia 26,2% auf sich vereinigt haben. In der Demoskopie der Alco hat die SYRIZA einen Vorsprung von 0,7%, während die Pulse RC für SYRIZA und Nea Dimokratia jeweils 28% auswies. „Derzeit gibt es für die Wahlen keine Favoriten„, sagte Giorgos Arapoglou, Generaldirektor der Pulse.

Bis heute hat keine Demoskopie für keine der beiden größten Parteien mehr als 36% ausgewiesen, was nach dem griechischen Wahlsystem die Mindestgrenze für eine parlamentarische Autonomie ist. Wie Herr Gerakis meinte, wird der Stimmanteil beider Parteien zusammen nicht mehr als 60% erreichen. Laut Herrn Arapoglou, der meinte, sieben bis neun Parteien könnten die 3%-Hürde für den Einzug ins Parlament schaffen, werden bei diesen Wahlen die Persönlichkeiten eine vorrangigere Rolle als die Politiken spielen, da beide Parteien zustimmen sind, dass die mit den übrigen Staaten der Eurozone erzielte Rettungsvereinbarung eingehalten werden muss.

Chance der SYRIZA liegt bei den Unentschlossenen

Tsipras wurde im Januar 2015 zum Premierminister und Leiter der Koalitionsregierung unter der SYRIZA mit dem Versprechen gewählt, der Austerität ein Ende zu setzen – letztendlich einzig und allein, um nach sechs schwierigen Monaten der Auseinandersetzung mit den Gläubigern, die Griechenland an den Rand des Ausscheidens aus dem Euro führten, die Rettungsvereinbarung zu unterschreiben.

Tsipras‘ Kapitulation rief eine Meuterei im Inneren der SYRIZA hervor, womit er seine parlamentarische Autonomie verlor und der Zusammenbruch seines Vorsprungs vor der Opposition verursacht wurde. Wie Gerakis und Arapoglou erklärten, werden die Unabhängigen Hellenen (ANEL), sprich der ehemalige Verbündete der SYRIA, sich schwer tun, in das nächste Parlament zu kommen.

Eine Erhebung, die den Mittelwert der jüngsten Demoskopien zehn griechischer Demoskopie-Gesellschaften präsentiert, gibt der SYRIZA einen Vorsprung von einem Prozentpunkt gegenüber der Nea Dimokratia. Laut Herrn Gerakis ist die beste Gelegenheit für die SYRIZA, die unentschlossenen Wähler, von denen sich viele erst am Tag der Wahlen entscheiden werden, davon zu überzeugen, ihr eine zweite Chance zu geben. Wie er sagte, könnten die Wähler, die nicht wählen gehen werden, 40% und damit auch die 36% im Januar übersteigen. Die TV-Debatte zwischen Tsipras und Meimarakis am Montag könnte sich als kritisch erweisen, fügte er an.

Die in Griechenland betriebenen Wettagenturen wie stoiximan.gr και το sportingbet.gr geben der SYRIZA bessere Chancen für einen Sieg. Nichtsdestotrotz misslang es den Wettagenturen und Demoskopien, das Ergebnis des griechischen Referendums im Juli 2015 vorauszusehen, bei dem die Wähler mit großer Mehrheit gegen die von den Gläubigern geforderten Austeritäts-Maßnahmen stimmten.

Die Demoskopen „sorgen sich, dass die Wähler die Teilnahme an den Meinungsumfragen nicht ernst nehmen und damit deren Zuverlässigkeit ein zusätzliches Niveau der Ungewissheit hinzufügen„, erklärte Mujtaba Rahman, Analytiker bei der Eurasia Group. „Diverse Menschen im linken Bereich des politischen Spektrums sehen die Demoskopien als Mittel der Manipulation durch die etablierten Medien Griechenlands und sind folglich häufig unwillig, daran teilzunehmen.

(Quelle: sofokleous10.gr)

  1. Felix Klinkenberg
    16. September 2015, 19:11 | #1

    Wiso noch irgentwelche Figuren, die ehe NICHST zu Bestellen haben, die nur Abnicken dürfen. Griechenland hat doch eine Regierung, die die reale Macht im Lande hat: DIE TROIKA. Wenn die Griechen weiter in der Faschistischen Diktatur Brüssel vergitieren wollen, na denn viel Spaß.

  2. Teilzeitgrieche
    19. September 2015, 06:36 | #2

    Interessiert es wirklich noch ernsthaft jemanden, wer regiert?
    Die, die als Hoffnungsträger zu sehen waren, haben ihre Landsleute von vorne bis hinten verascht – und schlagen jetzt eine Volte nach der nächsten. Ist wie in DE – es bleibt die Wahl zwischen Pest, Cholera, Thyphus usw.

Kommentare sind geschlossen