Plafond für Griechenlands Schuldendienst?

20. September 2015 / Aktualisiert: 06. Oktober 2017 / Aufrufe: 795

Laut Reuters wären die Regierungen der Eurozone bereit, Griechenlands Aufwendungen für die Bedienung seiner Verschuldung auf 15 Prozent des BIP zu deckeln.

Wie europäische Amtsträger gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters anführen, scheinen die europäischen Regierungen im Rahmen der Zusage bezüglich einer Erleichterung der Verschuldung Griechenlands bereit zu sein, die Kosten der Bedienung der griechischen Verschuldung auf 15% des BIP zu begrenzen, damit die Bemühung um einen Aufschwung unterstützt wird.

Auf diese Weise werden die Kosten des Schuldendienstes mit dem Verlauf des Wachstums einhergehen, da in dem Fall, dass die griechische Wirtschaft in einer Rezession verbleibt, die Kosten sinken werden, während bei der Rückkehr zu einem Wachstumskurs auch die Kosten der Bedienung der griechischen Verschuldung einen entsprechenden Anstieg erfahren werden.

Prolongierung, Aussetzung der Tilgung, Zinssätze

Wie ein Amtsträger der Eurozone anführt, wird – wenn Athen innerhalb der beiden kommenden Monate die von den Gläubigern verlangten Reformen umsetzt – die Eurozone bereit sein, zu gewissen (wie dem vorstehend angeführten) Zugeständnissen zu schreiten, damit es einer Art Lockerung der Verschuldung gibt. „Es ist etwas, das akzeptiert wurde. Es besteht die gemeinsame Ansicht, uns so bewegen zu müssen„, vertritt besagter Amtsträger gegenüber Reuters. Dazu sei in Erinnerung gerufen, dass die Verschuldung sich im April 2015 auf 301,5 Mrd. Euro bzw. 168,8% des BIP gestaltete, gegenüber 177,1% im Jahr 2014.

Ein anderer europäischer Amtsträger vertritt dagegen, die Grenze von 15% habe für Griechenland keine so große Bedeutung, da „es keine Verlängerung der tilgungsfreien Periode oder Senkung der Zinssätze oder Verlängerung der Tilgungszeit, also Umstände gibt, welche die Kosten der Verschuldung vielleicht sogar auch auf einem niedrigen Niveau als des von Deutschland aufrecht erhalten werden„.

Die Kosten der Bedienung der griechischen Verschuldung gestalten sich für 2015 auf ungefähr 11% (des BIP) und werden in den kommenden Jahren dramatisch sinken, steigen jedoch nach der tilgungsfreien Periode bei den Krediten der Eurozone ab 2023 (Anmerkung: eigentlich schon ab 2021) wieder an. Die Parameter, die angeglichen werden sollen, damit die Kosten der Bedienung der Verschuldung nicht über 15% des BIP liegen, umfassen die Prolongierung der Fälligkeiten bei den Krediten, eine tilgungsfreie Periode und die Zinssätze – auch wenn unwahrscheinlich ist, dass sich bei letzteren etwas ändern werden, da die Zinssätze bereits an der Kostengrenze liegen.

So könnten die Staaten der Eurozone ihr Geld zurück bekommen …

Mit den Änderungen bei den Fälligkeiten und der tilgungsfreien Periode wird die Eurozone in der Lage sein, die „Peaks“ bei der Tilgung der Verschuldung in den kommenden 25 – 30 Jahren zu glätten, die für Griechenland schwer zu handhaben sein werden.

Wenn Griechenland das sicherstellt, wird es viel Sicherheit und Berechenbarkeit erwerben„, erklärt ein dritter Amtsträger und ergänzt: „Mit diesem Schuldendienst-Profil werden die Mitgliedstaaten der Eurozone ihr Geld zurück bekommen.“ Weiter fügte er an, der Plafond bei den Kosten der Bedienung der Verschuldung werde dem Land gestatten, an die Finanzmärkte zurückzukehren, da die privaten Investoren sich langfristig sicher fühlen werden. Schließlich erklären die Amtsträger, 15% seien eine wohl eher willkürliche Zahl, die jedoch höchstwahrscheinlich „funktionieren könnte„.

Ergänzend sei angemerkt, dass der Wirtschaftswissenschaftler und ehemalige Finanzminister Yanis Varoufakis von Anfang an eine solche Lösung, sprich die Kopplung der Bedienung der Verschuldung Griechenlands an das BIP gefordert hatte, damit jedoch seinerzeit nicht nur auf verschlossene Ohren stieß, sondern sogar manisch unter Beschuss genommen wurde.

(Quelle: Imerisia)

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