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„Kniffe“ des fiktiven Wirtschaftswachstums Griechenlands

14. September 2015 / Aktualisiert: 14. Mai 2017 / Aufrufe: 710

Die fünf Kniffe des fiktiven Anstiegs des BIP Griechenlands im zweiten Quartal 2015.

Der in dem Zeitraum zwischen April – Juni 2015 verzeichnete Anstieg des Brutto-Inlandsprodukts (BIP) Griechenlands war auf den … Sand des kurzlebigen Konsums gebaut. Der Anstieg der Aufwendungen für Gehälter und Renten praktisch zum ersten Mal nach einer fünfjährigen Welle der Kürzungen und das eintreffen mehr ausländischer Touristen „blähte“ das BIP wegen des Anstiegs der Konsumnachfrage leicht auf.

Den Konsum stützten auch die massenhaften Abflüsse der Bankguthaben. Im selben Moment, wo der Verkehr in den Handelsgeschäften des Landes anstieg, sanken jedoch die Investitionen mehr als jedes andere Mal in den letzten – mindestens – zehn Jahren, während die Exporte auf den absteigenden Ast zu geraten begonnen hatten.

Die Inlandsnachfrage stieg an

Dieser vorläufige Anstieg der privaten Konsumnachfrage wurde natürlich mit der Verhängung der Kapitalverkehrskontrollen am 29 Juni 2015 gewaltsam gekippt. Außerdem vermerken Angaben des Instituts für Wirtschafts- und Industrieforschung (IOBE) im vergangenen August einen dramatischen Rückgang der wirtschaftlichen Erwartungen, während der kommissarische Finanzminister Herr Nikos Chouliarakis eingestand, die griechische Wirtschaft sei (wieder) in eine Rezession eingetreten.

Gemäß den letzten Daten der griechischen Statistikbehörde (ELSTAT) wuchs das griechische BIP im 2. Quartal 2015 um 0,9%. Worauf beruht jedoch konkreter dieses … unverhoffte Wachstum der griechischen nach sechs Jahren tiefer Rezession?

Laut den Angaben der ELSTAT beruht es auf dem Anstieg des Konsums, der aus dem staatlichen Haushalt (3,8%), von den einheimischen Haushalten (1%), aber auch von den ausländischen Touristen im 2. Quartal 2015 herrührt. Parallel wurde in dem selben Zeitraum bei den Importen von Gütern und Dienstleistungen ein signifikanter Rückgang um 4,8% verzeichnet, der für das BIP positiv „zählt“.

Der dramatische Rückgang der Investitionen zog das griechische BIP nicht nach unten mit sich. Außerdem sanken im 1. Halbjahr des Jahres die Exporte um 1,6%, und zwar hauptsächlich wegen der schlechten Ergebnisse, die im Juni 2015 verzeichnet wurden. Detaillierter beruht laut den Angaben der ELSTAT für das 2. Quartal 2015 der Anstieg des griechischen BIP auf den folgenden fünf Faktoren:

1. Von den Bankschaltern in die … Kassen der Händler

Diese Tendenz wird auch bei den Umsätzen verzeichnet, die der Einzelhandel in dem selben Zeitraum hinsichtlich des Volumens machte. Konkret stieg laut den Daten der ELSTAT der konkrete Index im Mai 2015 im Vergleich zu Mai 2014 um 4,2% an. Beispielsweise stieg der Konsum bei Kleidung – Schuhen um 11,4%, bei Büchern – Papierwaren um 9,2% und bei Treibstoffen – Fahrzeugschmiermitteln um 7,1% an.

Außerdem nahmen im vergangenen Juni die erstmalig zugelassenen Fahrzeuge um 21,7% zu. Ein höchst bedeutende Rolle bei dem Anstieg der Konsumnachfrage spielte ein für die Perspektiven der Wirtschaft absolut negatives Ereignis, das nichts andere als der massenweise Abzug von Bankguthaben aus Furcht vor einem „Schnitt“ war.

2. Mehr ausländische Touristen als im vergangenen Jahr

Bei der Stimulierung des Konsums half außerordentlich auch dar Umstand, dass in diesem Jahr im Vergleich zu 2014 mehr Touristen kamen. Beispielsweise verzeichneten laut der Griechischen Bank die touristischen Einnahmen im Monat 2015 im Vergleich zum entsprechenden Monat des Vorjahres einen Anstieg um 1,2%.

Der Anstieg des touristischen Verkehrs aus dem Ausland steigerte ebenfalls die Komponente des BIP, die auf die Bezeichnung „Export von Dienstleistungen“ hört, da auch die Einnahmen, die aus Reiseeinnahmen von nach Griechenland kommenden ausländischen Touristen herrühren, als griechische „Exporte“ gezählt werden.

3. Anstieg der öffentlichen Aufwendung für Gehälter und Renten

Im „harten Kern“ des um 3,8% gestiegenen Konsums der allgemeinen Regierung befinden sich die Aufwendungen für Gehälter öffentlicher Bediensteter und Renten. Wie aus den Angaben der staatlichen Rechnungszentrale hervorgeht, stieg diese Gesamtaufwendung im 1. Halbjahr 2015 im Vergleich zu dem entsprechenden Vorjahreszeitraum um 0,6%. Konkreter:

  1. Die Aufwendungen der zentralen Verwaltung und der Sozialversicherungsträger für Renten stiegen um 1,1%. Dieser Anstieg beruht auf dem Anstieg der staatlichen Aufwendungen ausschließlich für Renten der pensionierten öffentlichen Bediensteten um 6,5% (195 Mio. Euro) wegen der Befriedigung von mehr Pensionierungsanträgen. Die Aufwendung der Versicherungsträger für die Renten der Arbeitnehmer auf dem privaten Sektor verzeichnete einen marginalen Rückgang um 0,1%.
  2. Die Aufwendung für Gehälter des öffentlichen Sektors verzeichnete im 1. Halbjahr 2015 im Vergleich zum Vorjahr einen ebenfalls marginalen Rückgang um 0,2%.

Bei einigen Kategorien öffentlicher Bediensteter wurde jedoch ein – und zwar sogar imposanter – Anstieg der Besoldungsaufwendung wegen neuer Einstellungen verzeichnet. Die Aufwendung für die Gehälter der Beschäftigten bei den juristischen Personen öffentlichen Rechts stieg um 10,1% (76 Mio. Euro), während die Aufwendung für Gehälter in der zentralen Verwaltung Beschäftigter (z. B. Ministerien) um 2,6% (116 Mio. Euro) anstieg.

4. Rückgang der Importe um 4,9%

Laut einer auf den Angaben der ELSTAT basierenden jüngeren Analyse des Panhellenischen Verbands der Exporteure (PSE) „wird auf Ebene der Importe ein signifikanter Rückgang verzeichnet, wobei im vergangenen Juni ihr Gesamtwert um 12% auf 3,7 Mrd. Euro sank, gegenüber 4,2 Mrd. Euro im Juni 2014. Bei den Importen ergibt sogar auch unter Ausklammerung der Mineralölprodukte ein Rückgang um 2,9% bzw. 86,4 Mio. Euro.

5. Zusammenbruch der bereits bedeutungslosen Investitionen

Die „Brutto-Anlagekapitalbildung“ (Investitionen) ging um die imposante Quote von 26,6% zurück. Weil jedoch die Investitionen seit 2007 im Vergleich zu anderen Komponenten des BIP auf einen tragischen Punkt geschrumpft sind (-60% Brutto-Anlagekapitalbildung), spielen sie bei dem BIP inzwischen keine entscheidende Rolle mehr und ihr Rückgang zog somit das BIP nicht mit nach unten.

(Quelle: capital.gr, Autor: Dimitris Katsaganis)

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