Gründe der niedrigen Wahlbeteiligung in Griechenland

23. September 2015 / Aktualisiert: 15. Februar 2017 / Aufrufe: 1.136

Die Enthaltung bei den Parlamentswahlen in Griechenland mag hoch gewesen sein, ist jedoch nicht so dramatisch, wie sie in den Medien dargestellt wird.

Hinsichtlich der letzten Wahlen in Griechenland am 20 September 2015 gibt es eine gestiegene Enthaltung, jedoch ist das Problem nicht so groß wie dargestellt, um von einer Verachtung für die Politik zu sprechen, erklärte gegenüber der Athener Nachrichtenagentur Dimosthenis Dodos, Assistenzprofessor für Politikwissenschaft an der Aristoteles-Universität Thessaloniki.

Die Enthaltung ist signifikant, jedoch nicht so sehr, wie es die Sender und die ausländischen Informationsmedien zeigen, die von einem Verschmähen der Politik sprechen. Es gibt jedoch ungefähr 600.000, die von den Wahlurnen absent sind„, sagte er charakteristisch.

Wählerverzeichnisse enthalten immer noch Tote

Wie Dimosthenis Dodos einschätzt, beruht diese Enthaltung auf der Abwanderung (Auswärtige und akademische Neuauswanderer), den erheblichen Reisekosten (um sich ggf. an den weit entfernten Wahlort zu begeben), aber auch an der Wahl per Liste anstatt eines Kreuzchens auf den Stimmzetteln, welcher Umstand Kandidaten und Wähler nicht mobilisierte.

Allgemeiner schätzte er bezüglich der Enthaltungsquote auch ein, dass sie auf den Wählerverzeichnissen beruht, die nicht in Ordnung gebracht wurden, da es darin immer noch „Karteileichen“ aus der Periode 1967 – 1974, aber auch all jene gibt, die sich außerhalb Griechenlands befinden, wie die Auswanderer der Jahre 1960 – 1970, deren Kinder und die ungefähr 300.000 akademischen Neuauswanderer.

Der größte Rekord bei der Enthaltung ist der bei den Europawahlen 2009, als sie 47,5% erreichte (hauptsächlich, weil Sommer war und die Wahlen auf das Pfingstwochenende fielen).

(Quelle: dikaiologitika.gr)

  1. Volker
    23. September 2015, 09:09 | #1

    Ist doch egal, die Griechen hatten doch eh keine Wahl. Memorandum is it, Reformen, Austeritaet, daran hat sogar eine Volksbefragung nichts geaendert. Wer im Euro bleiben will, muss sich eben dem Memorandum unterwerfen.

  2. Felix Klinkenberg
    24. September 2015, 15:21 | #2

    Haben doch die 61% , gegen den Wirtschaftlichen Vernichtungsfeldzug, der EU gezeigt. Wenn die Bevölkerung, das falsche Wählt, wird das votum der Wähler einfach Ignoriert. was soll das also, den Faschisten aus Brüssel, einen Demokatischen Anstrich zu ermöglichen.

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