Griechenland dreht wieder an der Kfz-Steuerschraube

27. September 2015 / Aufrufe: 1.746

Im Rahmen der verzweifelten Suche des Fiskus nach zusätzlichen Steuereinahmen soll sich in Griechenland bei der Kraftfahrzeugsteuer praktisch alles ändern.

Capital.gr präsentierte exklusiv die Pläne des Finanzministeriums in Griechenland bezüglich der Kraftfahrzeugsteuern, welche die Steuerpflichtigem noch ab diesem Jahr (Kfz-Steuer für 2016) zu entrichten aufgefordert werden sein.

Die Planungen des griechischen Finanzministeriums haben bereits begonnen und die finalen Vorschläge werden Gegenstand der Verhandlung mit der Troika ab Mitte Oktober 2015 werden, wenn auch die Vertreter der Gläubiger (wieder) in Athen eintreffen werden.

Belastung „steuerlich leistungsfähiger“ Haushalte …

Die Pläne sehen die Einführung neuer Kriterien zur Berechnung der Kfz-Steuer vor. Konkreter wird untersucht:

  • Einführung des Kriteriums der Gesamtzahl privater Fahrzeuge je Haushalt (!). Haushalte mit zwei Volljährigen, die ein drittes oder auch viertes Privatfahrzeug besitzen, werden im Verhältnis zu dem, was sie derzeit bezahlen, zusätzlich belastet werden. Entsprechend werden Haushalte mit einem steuerlich Veranlagten und mehreren Privatfahrzeugen ebenfalls zusätzlich belastet werden.
  • Einführung des Kriteriums des Gesamthubraums der privaten Fahrzeuge eines jeden Haushalts. „Wer einen privaten Familienwagen und einen Kleinwagen als Zweitwagen hat, wird nicht zusätzlich belastet werden„, meinen zuständige Funktionäre des Finanzministeriums, die sich mit den einschlägigen Vorschlägen befassen. „Warum soll jedoch ein wohlhabender Haushalt, der über zwei oder drei hubraumstarke Fahrzeuge verfügt, nicht mehr bezahlen?
  • Einführung des Marktwert-Kriteriums hauptsächlich für die Fahrzeuge, die erstmalig ab November 2010 und nachfolgend taxiert (sprich „zugelassen“) wurden und für welche die Höhe der Abgaben ausschließlich auf Basis des Emissionsausstoßes berechnet wird. Im Finanzministerium wird betont, dass dieser Berechnungsmodus Steuerpflichtige, die teure Pkw kauften, im Verhältnis zu Steuerpflichtigen, die einen Pkw haben, der ungefähr die selben Charakteristika aufweist, jedoch ein Modell von vor 2010 ist, signifikant begünstigt.

Die Einnahmen aus der Kfz-Steuer beliefen sich 2014 auf ungefähr 1,1 Mrd. Euro und es wird geschätzt, dass es mit den obigen Eingriffen einen Anstieg der staatlichen Einnahmen geben wird, jedoch – wie im Finanzministerium vertreten wird – unter Belastung der Haushalte, die über eine steuerliche Leistungsfähigkeit verfügen.

(Quelle: capital.gr, Autor: Spyros Dimitrelis)

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