Europäer fordern von Griechenland sofortige Maßnahmen

13. September 2015 / Aufrufe: 1.620

Die Europäer verlangen von Griechenland unabhängig von dem Ausgang der Wahlen am 20 September 2015 die sofortige Umsetzung radikaler sogenannter Reformen.

Die Europäer verlangen von der neuen Regierung, die sich aus den Wahlen am 20 September 2015 ergeben wird, erneut die sofortige Umsetzung der Reformen und Maßnahmen, gleich wer die Wahlen gewinnen wird.

Im Quartal Oktober – Dezember 2015 existieren Finanzierungsbedürfnisse von 7,9 Mrd. Euro, die ohne ausländische Hilfe nicht gedeckt werden können, während für die Rekapitalisierung der griechischen Banken sehr wahrscheinlich weitere 15 Mrd. Euro nötig sein werden.

Steuererhöhungen, Lohnkürzungen, Rentenkürzungen …

Das Volumen der sich aus dem neuen Memorandum ableitenden unmittelbaren Verpflichtungen, das bereits Einige dazu führt, zu vertreten, dass die Diskussion über die Reduzierung der Verschuldung Griechenlands verfrüht sei und die neue Regierung zuerst klare Muster ihres Wirkens liefern müsse und danach zu untersuchen sei, ob und wann die Zahlungen für alte und neue Anleihen prolongiert werden können.

Im Oktober 2015 müssen die – den Weg für neue Rentenkürzungen öffnende – zweite Phase der Reformen des Versicherungssystem beginnen und vollendet werden, die neue Besteuerungsskala für Arbeitnehmer und Rentner ratifiziert werden, in die auch die „außerordentliche“ Sonderabgabe integriert (also beständig etabliert) werden wird, und wo immer – wegen der anstehenden Angleichung der sogenannten Zonenpreise (bzw. Einheitswerte) – nötig die Sätze der sogenannten Einheitlichen Immobilien-Besitzsteuer (ENFIA) angehoben werden.

Ebenfalls sind die Besteuerung von Mieteinnahmen und die Einkommensteuer für die Bauern zu erhöhen, die ab dem 01 Oktober 2015 obendrein auch den Dieselkraftstoff erheblich teurer zu bezahlen haben. Zusätzlich sind die Mittel für den Heizkostenzuschuss um die Hälfte zu kürzen, die Zugangsgebühr von 5 Euro für die Ambulanz-Praxen der Krankenhäuser wieder einzuführen oder äquivalente (Einnahme-) Maßnahmen zu ergreifen sowie die neue Besoldungsordnung des öffentlichen Sektors zu verabschieden, die in einer zweiten Phase auch auf die Sonderbesoldungsordnungen (sprich speziell die Bezüge der sogenannten „Uniformträger“) ausgeweitet werden wird.

(Quelle: dikaiologitika.gr)

  1. windjob
    13. September 2015, 09:56 | #1

    Wer sind den die „Europäer“? Haben wir überhaupt eine EU? Ich behaupte nein. Beim Flüchtlingsproblem hat man Italien und Griechenland vollkommen allein gelassen obwohl beide Länder sofort gesagt haben, dass Dublin3 nicht funktionieren wird. Nun glaubt man Griechenland Forderungen stellen zu können die ohne manifestierte Regierung überhaupt nicht möglich sind. Vorher hat man aber die Regierung Tsipras mit überharten Forderungen demontiert. Ist dies eine europäische Wertegemeinschaft wie Merkel sie propagiert. Der Zusammenhalt zwischen den Ländern bröckelt ja ob des Flüchtlingsproblems schon jetzt auch in Deutschland. Hier setzt sich die ganze verfehlte Politik in kleinerem Rahmen fort. Löst einfach die EU auf.

  2. LiFe
    13. September 2015, 15:20 | #2

    Es werden also Steuererhöhungen, Lohnkürzungen, Rentenkürzungen gefordert. Kann man Kindern mit Austerität Bildung und Zukunft garantieren? Wenn Griechen nur das Wort „Reform“ hören, dann setzen sie es gleich mit: „dem einfachen Volk, was es zum Leben braucht wegnehmen“
    Griechenland braucht Schuldenschnitt und Konjunkturhilfe. Schulden können in 50 bis 100 Jahren zurückgezahlt werden. Diese EU ist ein Rätsel. In Wahrheit ein (Ma)Fiasko. Es wird erpresst, das Unmögliche gefordert, nur nie gefördert!

  3. Jorgo
    13. September 2015, 15:59 | #3

    Die EU ist ein Zusammenschluss von lauter egoistischen Staaten, denen es nur darum geht, möglichst viel Geld aus dem System zu ziehen. Von echter Solidarität ist weit und breit nichts zu sehen. Das war aber von Anfang an klar. Nur Politiker liefen ihren Träumereien hinterher. Spätestens seit Einführung des Euro wird es aber jedermann klar. Man kann nicht Staaten mit unterschiedlichen Wirtschaftsordnungen, einem unterschiedlich Finanz- und Steuersystem und einer völlig unterschiedliche Mentalität zusammenspannen. Das kann nur im Chaos enden. Einige Staaten machen Steuerdumping und ziehen so Firmen (besser gesagt, deren Briefkästen) an und leben davon prächtig, wie z.B. Luxemburg oder Irland. Andere betreiben eine so expansive Lohnpolitik, dass jegliche Industrie kaputt gemacht wird oder genießen die Vorteile einer hohen Inflation bei niedrigsten Zinsen, was zwangsläufig zu einer imensen Verschuldung führen muss. Von der unterschiedlichen Steuermoral der Bürger der einzelnen Staaten muss man gar nicht reden. Allen wäre mit einer reinen Wirtschaftsunion am besten gedient.

  4. Marie
    13. September 2015, 16:03 | #4

    Der Deal lautet: Ihr verkauft euer Tafelsilber wie Flughäfen, Strände usw. und erhaltet dafür weitere Kredite, um laufende Kredite zu bezahlen und die Banken zu retten. Die Schulden werden dadurch nicht geringer und ich bin mal gespannt, was dann als nächstes passiert, wenn alles verkauft ist 😉

  5. GR-Block
    13. September 2015, 21:07 | #5

    Der Verlauf der Krise ist seit dem ersten Memorandum vorprogrammiert. Papandreou wollte einen üblichen Kredit, um Lehman Bros. zu überwinden. Die spätere Troika ergriff die Gelegenheit und zwang GR die Aufnahme von heute 320 Mrd. Kredit auf, mit dem die EU die privaten Zocker auszahlte. Damit wurden die Schulden verdoppelt und gleichzeitig auf die Völker der EU unfreiwillig transferiert.
    Der Deal besagt: Ihr helft Steuergelder in den Privatsektor zu pumpen. Dadurch werden eure Schulden vorübergehend ansteigen. Wenn ihr dann euer Tafelsilber an unsere Privatwirtschaft übergebt, dann werden eure Steuereinnahmen weiter sinken und die Schulden explodieren. Nur dann werden alle zustimmen, wenn wir euch erlauben, die nunmehr nicht tragbaren Schulden auf ein tragbares Maß zu reduzieren.

  6. Konstantin
    14. September 2015, 12:31 | #6

    Wenn ich schon lese, die Europäer verlangen. Die ganze EU nebst Euro richtet überall nur Schaden an. EWG hätte vollkommen gereicht. Wo sind wir mit der EU gelandet. Jedes Land hat das Recht dem anderen Land rein zu reden und durch finanzielle Abhängigkeit ist die Unabhängikeit und Eigenständigkeit eines Landes nicht mehr gegeben. Noch schlimmer ist es der EU dazu noch mehr Macht zu geben, durch direktes Steuereintreiben und so weiter.
    Griechenland ist das Versuchslabor der EU, schon seit geraumer Zeit. Möglich durch unfähige und Geldgierige Poliker. Zudem ist die EU auch noch zum Handlanger der USA geworden. Das wird überall Kriege geben und Armut.

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