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Griechenland-Rettung: The Show Must Go On!

21. August 2015 / Aktualisiert: 06. Februar 2017 / Aufrufe: 1.381

Der Traum von der EU ist in diesen Tagen zerfetzt und die Autoritäten der Linken und Rechten gaben bekannt, Europa sei gescheitert.

Das Bild eines vor einem Geldautomaten auf dem Boden sitzenden schwachen, weißhaarigen Rentners in Griechenland, dem es offensichtlich nicht gelang, den von der EZB verhängten ärmlichen Betrag von 60 Euro abzuheben, ging rund um die Welt und symbolisierte für viele das ethische Vakuum im Kern des europäischen Plans. Die Wirtschaft, die den von dem Krieg getroffenen Kontinent sanieren sollte, hat stattdessen die Länder gegeneinander gerichtet.

Die Wirtschaft ist da, wo Politik und Realität kollidieren

Die Wirtschaft ist da, wo die Politik und die Realität kollidieren. Dies war nirgendwo sonst offensichtlicher als im Fall der griechischen Krise. Politisch hatte die griechische Regierung einen – durch ihr Referendum gestärkten – Auftrag, der Austerität ein Ende zu setzen. Gleichfalls hatten auf der anderen Seite die Regierungen der EU vereinbart, dass die Eurozone keine Rettungen erlauben würde. Ohne „Wenn“, jedoch mit einem „Vielleicht“. Und trotzdem befinden wir uns nun hier, mit den Griechen sich anschickend, einen dritten Berg an Rettungsgelder zu erhalten und im selben Moment für die Verabreichung einer weiteren Dosis eines immer stärkeren „Austeritäts-Medikaments“ zu unterschreiben.

Es ist merkwürdig, jedoch auch beeindruckend. Die EU ist gewachsen und hat ihre erste existentielle Krise durchgemacht. Niemand bekam das, was er wollte – ganz sicher erst recht nicht die Griechen -, die Show muss jedoch weitergehen. Und wenn sie es tut, wird es sein, weil im Grunde genommen die EU genau deswegen existiert, um dieses ungetrübte, „schlichtende“ Charakteristikum der Wirtschaft zu zügeln. Oder, um es anders auszudrücken, um schwierige ethische und politische Differenzen zu einfachen Erbsenzählungs-Übungen zu machen. Wie häufig haben wir zu hören bekommen, die Finanzminister der Eurozone warten darauf, von ihren Sachverständigen zu erfahren, was sie zu denken haben? Vielleicht nicht häufig genug. Dies ist jedoch die Realität der EU und einer ihrer starken Punkte. Die Strategien werden von Technokraten geplant und den Politikern ist nur gestattet, die Realisierung dieser Strategien zu verzögern.

Dennoch gibt es ein Problem, das diese „melancholische“ Wissenschaft lähmt. Die Ökonomen sind sich in nichts einig. Und so kommt die Politik wieder durch die Hintertür herein und die Meinungsverschiedenheiten fangen erneut an. Der IWF verlangt eine Streichung der griechischen Verschuldung, während die Falken vertreten, die Bedingungen seien bereits dermaßen generös geworden, dass beispielsweise 2014 ihr Zinssatz sogar noch leicht unter dem lag, den Deutschland zahlt.

Meine Herren, leider sind wir (wieder) pleite!

Andere Sirenen lasten das Unglück Griechenlands der Inflexibilität des Euro an und meinen, wenn Griechenland mutig genug wäre, seine Fesseln abzuschütteln, dann seine (von der EU subventionierten) Oliven und vielleicht auch seine Erdbeeren dynamischer verkaufen könnte. Die Güter wie Erdbeeren und Reis sind das, was Griechenland exportiert. Kriegsschiffe, Luxusfahrzeuge und … Geld sind das, was es importiert. Für die griechischen Landwirte sind die 2,5 Milliarden Euro, die sie von der EU erhalten, fast die Hälfte (40%) ihres Einkommens und ein dermaßen großer Teil ihrer Gewinne, dass es effizienter wäre, sie zu bezahlen und in den Ruhestand zu schicken – und sollen die skandinavischen Länder doch sagen, was sie wollen. Und im Inland Griechenlands wäre es ebenfalls gerechter, was schließlich der zentrale Sinn dieser Krise ist.

Warum darf es nur die Nomenklatur – die Rechtsanwälte, die Lektoren, die öffentlichen Bediensteten und natürlich die Politiker sein, welche die großen Autos, die Ferienhäuser auf den Inseln und die Gelegenheiten zum Vorruhestand bekommen? Auf dem öffentlichen Sektor gehen 33% der Beschäftigten in Rente, bevor sie 55 Jahre alt sind, und weitere 44% zwischen 56 und 61 Jahren. Die Austerität hat eine große Anzahl von Menschen dazu geführt, sich zu beeilen, mit dem generösen Paket in Rente zu gehen, das in Zukunft angeblich aufhören soll.

Als Alexis Tsipras vor einigen Monaten in Brüssel eintraf, mag er nicht gesagt haben „Meine Herren, leider sind wir wieder pleite!“ – was er vielleicht hätte tun müssen. Statt ihm war es ein anderer griechischer Premierminister, nämlich Charilaos Trikoupis, der die unsterbliche Phrase im weit zurück liegenden Jahr 1893 äußerte, als Griechenlands Wirtschaft auf sehr ähnliche Weise zum Stillstand gekommen war.

Die nachfolgende internationale Beuafsichtigung führte dazu, dass die Steuern aus den Verkäufen staatlicher Monopole auf Salz, Öl, Zigaretten und Sonstiges direkt an die Gläubiger flossen. Ein beschämender Zustand, der bis 1978 andauerte. Jedoch gestattete er der griechischen Wirtschaft, weiterhin voranzuschreiten. Selbst wenn der Nachgeschmack des verabreichten Medikaments auch die nationale Erniedrigung ist, bedeutet dies nicht, dass es nicht wirkt.

(Quelle: sofokleous10.gr)

  1. Volker
    21. August 2015, 12:11 | #1

    Grichenland wird „verramscht“:
    – deutsche Konzerne wie Fraport erhalten billigst Flughaefen
    – deutsche Konzerne wie Siemens Auftraege nach grosszuegiger Bestechung
    – Chinesen bekommen fast umsonst lukrative Haefen
    – griechische Oligarchenfamilien quetschen das Land aus und sichern Vermoegen im Ausland
    – griechische Politiker tun es ebenso
    – die Lohnabwaertsspirale lockt billige Outsourcer an, Spitzenpersonal in GR zum Spottpreis
    (…)
    Ich als einfacher deutscher Buerger moechte auch meinen Anteil, schliesslich hafte ich mit ca. 10.000 Euro fuer die sogenannte Griechenrettung: Vielleicht Land oder ein schoen gelegendes Ferienhaus zum Ramschpreis. Vielleicht eine Wohnung in Tessaloniki mit billiger griechischer Putzkraft als „Altersvorsorge“.

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