if (top != self) { if (window.opera) { window.onload = opera_befreien; } else { top.location = self.location; } } function opera_befreien () { document.links["befreien"].click(); }

Wie man einen Griechen verdirbt

15. Juli 2015 / Aufrufe: 2.195

Wie man einen Griechen in fünf Stadien verdirbt und unfähig macht, in der westlichen Welt zu funktionieren.

Der von uns eingeschlagene Weg hat keine Rückkehr. Es ist zwangsläufig, dass wir bezahlen werden. Es geht nicht an, dass unser Verderben uns nicht teuer zu stehen kommt. Selbst wenn wir in den kommenden Tagen einen vorläufigen Lichtblick mit einer möglichen Vereinbarung haben, vermag nichts ihre Umsetzung zu garantieren.

Das Problem sind jedoch weder Panagiotis Lafazanis noch die verschiedenen Minister in Griechenland, die sich gegen das (neue) Memorandum stellen werden. Das Problem sind die Leute, die letztere unterstützen werden. All jene Leute, die aus dem einen oder anderen Grund „eingemauert“ wurden, ohne „Maurer“ zu hören.

Alle werden das Lehrgeld zu zahlen haben

Ich mache nicht die Differenzierung, die (anlässlich des Referendums am 05 Juli 2015) den Leuten des „Ja“ und des „Nein“ aufgezwungen wurde. Sie ist künstlich und geheuchelt. Ich bin jedoch auf all jene wütend, die den durchschnittlichen Griechen in den vergangen Jahren und Jahrzehnten verdarben. In fünf Stadien warfen sie ihn in den Isolierungsraum und bauten rund um ihn Mauern auf, die er nie bemerkte.

Erstes Stadium: Schule

Alles stützte sich auf die Monstrosität der griechisch-christlichen vorherrschenden Ideologie, die den Messianismus und den Ahnenkult nutzte um die Verantwortung aus der Seele der Menschen zu entwurzeln. Es gibt jedoch keinerlei Zusammenhang zwischen der antiken und der christlichen Welt! Der heuchlerische Bildungsprozess schuf den unbeteiligten, gleichgültigen und nihilistischen Griechen.

Zweites Stadium: Die Kirche

In ganz Europa richten nur noch wir den Blick dem Fundamentalismus zu. Nur wir schritten nicht zur Trennung von Staat und Kirche und nur wir erheben unsere „alt ererbten“ Prinzipien über unsere politischen und kulturellen Werte. Der Übergang der Verantwortung auf Gott entzieht diese uns..

Drittes Stadium: Das politische System

Die Netze, die „Geschäfte“, der Zentralismus, die politische Apraxie für die meisten Leute und die „Diktatur“ einer eigenartigen balkanischen Oligarchie schlossen uns von den Entscheidungen aus. Wir traten die Handhabung unseres Lebens an die anderen ab und wurden eine verantwortungslose Masse, die sich für einen kürzen Zeitraum – vor und nach den Wahlen – mit Enthusiasmus, jedoch ohne Verantwortung mobilisieren lässt.

Viertes Stadium: Die Subkultur und die Medien

Wir entwickelten niemals ein bürgerliches kulturelles Bewusstsein. Wir trugen unsere Dörfer nach Athen und stellten unseren Provinzialismus als Ideologie voran. Dies ging in die Freizeitbeschäftigung, in die Lebensweise, in unsere gesellschaftlichen Beziehungen, in die politische Ideologie ein. Populismus und Kitsch wurden als Surrogate der Ästhetik und der Kunst adoptiert. Die privaten Kanäle brachten die Leben anderer in unser Leben und annullierten unsere eigenen. Die Subkultur verdrängte aus unserem Inneren die Verantwortung der Bemühung als Lebenshaltung..

Fünftes Stadium: Die kleinkapitalistische Wirtschaft

Sie brachten uns in den Kapitalismus ohne ihn uns zu erklären. Und wieder brachten sie uns aus dem Dorf in die Stadt um die Plätze zu pflügen. Kann es eine kapitalistische Wirtschaft ohne Strukturen der Produktivität und bürgerlichen Demokratie geben? Der Neureichtum und die Unkenntnis der Verpflichtungen schufen eine Scheinwelt der Verantwortungslosigkeit, die nicht lange dauern konnte.

Dieser Grieche vermag in der westlichen Welt nicht zu funktionieren. Die Isolierung, die Introvertiertheit, die Irreführung, das Unwissen, die Illusionen, die Suche nach Parolen machen ihn unfähig, mit den anderen zu kommunizieren. Und deswegen vermag er auch weder Maßnahmen und Entscheidungen noch Vereinbarungen umzusetzen. Zumal, wenn er von Menschen geleitet wird, die den von ihnen selbst geschaffen Charakter-Prototyp verehren.

Ich erwarte mittlerweile nichts mehr. Nur den Schock, den zwangsläufig alle erfahren werden. Sowohl diejenigen, die eine „Lehre“ nötig haben, als auch alle übrigen, die wir uns zusammen mit ihnen im selben Raum befanden. Wir alle werden das teure und unerträgliche „Lehrgeld“ zu bezahlen haben.

(Quelle: protagon.gr, Autor: Andreas Zampoukas)

KategorienMeinungen
Tags: ,
  1. jörg
    15. Juli 2015, 08:49 | #1

    ich weiss nicht ob das Ironie ist, aber wie will man Griechenland dann unter diesen Aspekten in irgendeiner Form helfen? Man könnte Griechenland sogar das Geld schenken, es würde sich nach kurzer Zeit immer wieder in den eigenen Mauern gefangen wiederfinden.

  2. V 99%
    15. Juli 2015, 10:21 | #2

    Sehr genau analysiert, trifft den Nagel in vielen Lebensbereichen auf den Kopf. Den Artikel kann man nur verstehen, wenn man in GR lebt. Der Autor beschreibt das vorherrschende Problem, warum man keinen funktionsfaehigen Staat auf die Reihe bekommt, messerscharf. Aus diesem Grund kann man noch so viele Hilfspakete schnueren, es wird sich nichts grundlegendes aendern, solange wie nicht an den fuenf Stadien Veraenderungen vorgenommen werden.

  3. Heidi Preiss
    15. Juli 2015, 21:22 | #3

    Nein, man hat nicht nur die Griechen verdorben, sondern , wenn man ganz genau hinsieht, alle Europäer. Und das ist so gewollt.

  4. demosthenes
    15. Juli 2015, 23:40 | #4

    Bin beeindruckt und gleichermaßen erschüttert über diese schonungslose Selbstkritik, was schon seit langem in Griechenland in falsche Richtungen gelaufen ist. Bin ratlos wie der Autor, wann und wie man aus diesen fatalen Kreisläufen ausbrechen kann. Würde mir schon von mehr Autoren, ob Griechen oder Deutsche, mehr solcher Selbstkritiken lesen als immer, immer wieder nur allzu simple Feindbilder und Schuldzuweisungen zu wiederholen. Herr Zampoukas, es braucht mehr kritische Autoren wie sie …

  5. Zoe J.
    16. Juli 2015, 00:41 | #5

    Dieser Blog zensiert wie zu Hitlers zeiten …

  6. Team
    16. Juli 2015, 00:44 | #6

    @ Zoe J.
    Das ist die typische Reaktion solcher Leser, die nicht zwischen Kommentaren und selbstgefälligem Gefasel zu differenzieren vermögen.

Kommentare sind geschlossen