Schäuble bot Griechenland 50 Mrd Euro für Grexit

22. Juli 2015 / Aufrufe: 5.621

Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble soll Griechenland 50 Milliarden Euro geboten haben um aus dem Euro auszuscheiden.

Euractiv und Heard in Europe bringen neue Facetten des Plan des deutschen Finanzministers Wolfgang Schäuble ans Licht, um Griechenland aus dem Euro hinauszubringen.

Wie in dem Artikel berichtet wird, führt eine hochrangige europäische Quelle – die mit dem deutschen Minister sprach – an, Schäuble sei im Rahmen seines Plans bereit gewesen, dem (damaligen) griechischen Finanzminister Yanis Varoufakis und der SYRIZA-Regierung 50 Mrd. Euro zu geben, damit Griechenland den Euro verlässt.

Schäuble „baute“ auf die Ideologie der SYRIZA

Wolfgang Schäuble „setzte“ sogar auf die Einschätzung, die griechische Regierung würde der Ideologie wegen einen Grexit vorziehen. „Er war bereit, Geld auf den Tisch zu legen, um einen solchen Zug zu ermuntern„, soll die in Rede stehende Quelle erklärt haben.

Vor dem Referendum des 05 Juli 2015  fragte Schäuble, wie viel Geld Griechenland wolle, um den Euro zu verlassen, erklärte jedoch auch bezüglich der 50 Mrd. Euro, die er geboten haben soll, nicht weiter, wo sie herkommen sollten. Ein Teil eines solchen Paketes hätte aus den 35 Mrd. Euro der Kommission an Athen bis 2020 nebst den Buchgewinnen der EZB aus den griechischen Staatsanleihen gefunden werden können.

Euractiv berichtete bezüglich der europäischen Gläubiger, sie würden 300 Mrd. Euro verlieren, wenn Griechenland aus dem Euro ausscheiden würde. Weiter wird in dem Artikel betont, trotz der gegensätzlichen Stimmen im Inneren seiner Partei „wählte der Premierminister, den Wunsch der Mehrheit der Griechen zu würdigen, die im Euro bleiben möchten„, während Euractiv die auferlegten Maßnahmen als „historisch gesehen viel, viel härter im Verhältnis zu jedem beliebigen anderen Land“ charakterisiert.

(Quellen: tvxs.gr, Heard in Europe)

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  1. Wolfgang Potratz
    22. Juli 2015, 11:37 | #1

    Wenn Herr Dr. (jur.!) W. Schäuble gedacht hat, diese angebotenen 50 Mrd.€ aus der (nicht seiner oder Deutschlands) „Portokasse“ zu bezahlen, dann hat er „Die Griechen“ ganz einfach falsch eingeschätzt. Wie schon so oft. Dumm ist nur (für ihn), dass diese „Milchmädchen-Rechnung“ aufgeflogen ist. Aber noch dummer ist (für ganz Europa), dass alle anderen EU-Staaten gerne mitgemacht hätten. Weil „ALTERNATIVLOS“ ? Gegen Dummheit kämpfen ja bekanntlich selbst Götter vergebens. Leider auch die griechischen Götter.

  2. Weekend01
    22. Juli 2015, 12:49 | #2

    Politik live? Da werden mal 50.000.000.000 Euro geboten um einen Wunsch durchzuboxen – dieser Wunsch wird abgelehnt und damit nichts an die Oeffentlichkeit kommt, ist es wohl besser, sich von dem ungewollten Politiker zu verabschieden … und die Zeche? Naja, die bezahlt ja nur der Steuerzahler … . Unsere Politiker gehoeren auch nach dem Ausscheiden ihres Postens in die Pflicht genommen werden, oder wo soll das sonst noch hinfuehren, wenn sie waehrend ihres Amtes und danach, sich ihre Haende in Unschuld waschen, die Dummen sind ja sowieso die Anderen!

  3. Ronald
    22. Juli 2015, 16:55 | #3

    Griechenland wurde viel mehr angeboten; es wurde (insbesondere seitens Herrn Schäuble) immer wieder betont, dass es aufgrund des Bailout-Verbotes keinen Schuldenschnitt innerhalb der Eurozone geben könne (eigentlich innerhalb der EU, siehe Art. 125 EGV). Umkehrschluss: Schuldenschnitt im Falle des Verlassens der Eurozone. Und da reden wir nicht von „Peanuts“ wie 50 Milliarden Euro …

  4. GR-Block
    23. Juli 2015, 03:39 | #4

    Was wird da an den Zahlen gedreht, um den Gehirnwindungen von EURO-Politikern einen Sinn zu geben. GR hatte niemals Schulden in Höhe von 300 Mrd. € produziert. Das wären 4 komplette Staatshaushalte. So ein Wahnwitz entspringt einem kranken propagandistischen Hirn, wie dem von Schäuble.
    Das Land brauchte 2008 nur wenige Mrd. Überbrückungskredite, um Lehman Bros. zu überstehen. Die EU dagegen ergriff die Gelegenheit, die schwache Papandreou-Regierung zu erpressen. Der kleine Kredit wurde nur gewährt, wenn ein sog. „Hilfspaket“ von insgesamt 107 Mrd v.a. für GRs Gegner, die europäische Privatwirtschaft, akzeptiert wurde. Der privatwirtschaftliche Anteil sollte natürlich nicht zurückgezahlt werden. Nach nunmehr drei Ministerpräsidenten und insgesamt 300 Mrd. ist jedoch noch immer kein Ende am Horizont.
    Ja die EU agiert selbstherrlich und die Dummen sind immer die anderen. Sie dürfen zwar das Problem ausbaden, aber nicht die Bademeister wählen. Nein, die 500 Mio Einwohner sind nur die Leibeigenen des Systems. Staatsbürgerliche Rechte haben nur die ca. 500 Minister und Staatschefs. Das Europa der EU brachte die seit dem Mittelalter schlimmste Form des Feudalismus hervor.
    Jetzt will Herr Schäuble zum Dank die Vereinbarungen erfüllen und endlich dem Land einen „echten“ Kredit gewähren. Natürlich u.a. über die EZB-Buchungsgewinne von GR selbst co-finanziert, das ist Ehrensache. Und nur, wenn die griechische Regierung die EU verlässt. Nur … dass einer nicht mitspielen wollte. Deshalb musste er „freiwillig“ die EU und damit sein Ministeramt verlassen. Schade um ihn, er wäre der bessere Ministerpräsident gewesen.

  5. flowerpower
    23. Juli 2015, 04:10 | #5

    Was ist denn so unwiederstehlich am Teu(fel)ro? Die Schweden haben ihn nicht und fahren bestens damit. Man kann doch in der EU sein ohne gleich jeden Irrsinn von Goldman / Sachs und Co.mit zumachen. Schaeuble baut „Goldene Bruecken“ da es ohne Schuldenschnitt nicht gehen kann (Varoufakis ist der gleichen Meinung) und die Griechen wollen dann doch lieber bei Goldman / Sachs mehr oder weniger zur Miete im eigenen Land wohnen, weil sie Wolfi nicht trauen. Liebste Griechen, denkt doch mal nach, sonst ist die Lebensfreude selbst eurer und unserer Enkel zum Teufel. Adorno sagt: „Es gibt kein richtiges Leben im Falschen“.

  6. hubi stendahl
    24. Juli 2015, 22:02 | #6

    Von den Machern des Euro ist in weiser Voraussicht ein Schuldenschnitt von vornherein ausgeschlossen worden, um die „gefallenen“ Staaten unterjochen zu können. Es gibt keine Möglichkeit dem Joch zu entkommen, mit Ausnahme der Möglichkeit eine eigene Währung einzuführen.

    Genau deshalb ist der im Artikel beschriebene Zusammenhang eher zweifelhaft. Schäuble und seinen Mittätern geht es darum, möglichst viele Euro-Länder in einem Kern-Europa zu halten, um einen zentralistischen Staat errichten zu können, der über die Zeit den Rest Europas auffrisst ( integriert ). Er glaubt einfach daran, dass die Globalisierung die Zukunft ist. So einfach ist das. Ein Griechenland in der derzeitigen Verfassung steht dem im Weg.

    Das Angebot aus dem Euro auszusteigen und damit ein Tal der Tränen zu beschreiten, wäre für die anderen wankenden Staaten ein Signal gewesen, dass es ihnen genauso ergehen könnte wie GR. So gesehen ist es in der Schlacht der Globalisierung eine erste Niederlage für den Globalisten Schäuble, aber noch lange keine Niederlage, denn eine Einigung mit GR müsste wohl ein Husarenstück werden, wenn es klappen soll.

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