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Griechenland und die Endgame-Theorie …

7. Juli 2015 / Aktualisiert: 06. Februar 2017 / Aufrufe: 2.443

Nach dem Nein bei dem Referendum am 05 Juli 2015 in Griechenland haben die europäischen Organe nun zwei kritische Entscheidungen zu treffen.

Die griechische Entscheidung für das „Nein“ bedeutet, dass die Führer der Eurozone eine seismische Entscheidung zu treffen haben. Die Ergebnisse der Volksabstimmung des 05 Juli 2015 darüber, ob die Griechen eine neue Rettung durch ihre offiziellen Gläubiger akzeptieren müssen, zeigen auf, dass ungefähr 61% der Bevölkerung „Nein“ sagen.

Mit dem Umstand als gegeben, dass dies eine tatsächliche Ablehnung der Eurozone ist, haben die europäischen Organe nun zwei kritische Entscheidungen zu treffen.

Gläubiger müssten über neue Reformvorschläge Griechenlands nachdenken

Erstens, die Europäische Zentralbank hat zu entscheiden, ob sie an ihrem Beschluss bezüglich der 89 Milliarden Euro außerordentlicher Kredite an das griechische Bankensystem festhalten wird. Nun, wo die Griechen die Strukturen der Reformen abgelehnt haben, die eine notwendige Voraussetzung für eine solche Hilfe sind, ist die Fortsetzung der Unterstützung politisch sehr schwierig. Eine umgehende Aussetzung der sogenannten Liquiditätsnothilfe (ELA) würde bedeuten, dass vier große griechische Banken vielleicht noch am Montag zusammengebrochen wären.

Die zweite signifikante Entscheidung betrifft die Staatschefs. Der griechische Premierminister Alexis Tsipras, der zugunsten des „Nein“ bei dem Referendum mobil machte, kann nun von den Gläubigern eine neue Vereinbarung verlangen. Wenn Tsipras bei den Gesprächen als Gegenleistung für eine Erleichterung der Verschuldung signifikante Reformen bei den Renten und der Besteuerung präsentiert, müssen die Finanzminister Europas darüber nachdenken. Ohne ein neues Rettungspaket wird Athen bald das Geld ausgehen, um Gehälter und Renten zu zahlen. Und das wird Athen zwingen, eine alternative Währung zu drucken, um die Zahlungen zu decken und das Bankensystem zusammenzuhalten. Griechenland wäre dann gezwungen, aus der einheitlichen Währung auszuscheiden.

Die europäischen Organe haben theoretisch Wege, die Lage zu entspannen. Sie könnten die Anhebungen bei der Beschneidung der griechischen Sicherheiten für die ELA in einem solchen Grad einschränken, der nicht den Zusammenbruch der Banken erlauben würde. Dies ist jedoch speziell jetzt schwierig, wo die Europäische Zentralbank (EZB) die Banken beaufsichtigt und ihre Probleme kennt.

Angesichts der Schwierigkeiten hinsichtlich der Erzielung einer Vereinbarung ist es möglich, dass die Märkte das Schlimmste befürchten. Griechenland ist klein, es repräsentiert gerade einmal 2% des BIP der Eurozone. Die EZB wird jedoch das jüngst genehmigte Programm der quantitativen Lockerung auszuweiten und neue Schuldenprotokolle bekannt zu geben haben, die sich auf die Risiko-Verteilung zwischen den Mitgliedstaaten beziehen. Dies mag die Märkte kurzfristig beruhigen können. Noch viel mehr werden sie jedoch nötig sein, damit die griechischen Banken … und die immer verwundbarere Eurozone repariert werden.

(Quelle: sofokleous10.gr)

  1. Jannis
    7. Juli 2015, 18:07 | #1

    Welche signifikanten Reformen bei der Rente und bei der Besteuerung kann es noch geben, die Tsipras der EU anbieten könnte? Alles, was die EU zu akzeptieren gewillt ist, würde denen, die mit „Nein“ gestimmt haben, mit Recht als Verrat vorkommen. Während man bislang unter dem Beifall der EU importiert hatte, was das Zeug hält, und damit die Binnenwirtschaft stranguliert hatte, würde man mit Mehrwertsteuerhöhung und weiteres Herunterfahren der Arbeitsentgelte und Renten die Binnenwirtschaft noch weiter schwächen. Dann würde auch ein Schuldenschnitt nur kurzfristig wirken, weil dann sofort neue EU-Kredite fällig werden würden, die dann bitteschön zum Import von EU-Erzeugnissen verwendet werden sollen. Wie dadurch die griechische Wirtschaftskraft sich erholen soll, bleibt mir ein Rätsel.
    P.S. Natürlich heißt das nicht, dass das Steuersystem nicht effizienter gestaltet werden muss und insbesondere die Steuerprivilegien für Reiche und Superreiche abgeschafft werden müssten. Aber genau da kann und will die EU nicht mitspielen – es würde ihr Sebstverständnis gefährden!

  2. GR-Block
    7. Juli 2015, 23:54 | #2

    So rätselhaft ist die Krankheit und ihre Gesundung gar nicht. Indem man am EURO (rein oder raus) herumdoktort, kommt natürlich nichts heraus. Eine Währung kann die Wirtschaft nicht voran bringen. Die wirtschaftliche Situation kann sich nur ändern, wenn der Import reduziert und gleichzeitig das BIP erhöht wird. Die Konsequenz wäre allerdings, dass D weniger exportiert und seine Arbeitslosigkeit steigern müsste. Erklären Sie das mal den Deutschen. Die glauben nämlich, dass es ihr Vorrecht sei, auf fremden Märkten Geld zu verdienen.
    Die triviale Lösung ist: raus aus Maastricht, hoch mit Importzöllen und abwarten, bis lokale Betriebe langsam wieder die Produktion übernehmen. „Investoren“, die nur in Verkaufsräume investieren, müssen das Land verlassen.

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