Deutschland will Griechenlands Regierung stürzen

13. Juli 2015 / Aufrufe: 735

Paul Mason vertritt, Deutschland werde keiner Einigung mit Griechenland zustimmen, wenn die SYRIZA-Regierung nicht ihren eigenen Sturz akzeptiert.

Von Griechenland wurde mehr Austerität verlangt – der deutsche Plan für einen Grexit wird nicht gelingen – Tsakalotos kann nicht unterschreiben, ohne dass über die Verschuldung geredet wird„, schreibt unter anderem der Journalist Paul Mason auf Twitter über die bisherigen Entwicklungen bei der Eurogruppe.

Der für Channel 4 tätige Journalist führt weiter an, „Anders gesagt, es herrscht die selbe Lage, die es vor sechs Monaten gab – Aber nun drängen die Deutschen offen auf einen Grexit und der IWF auf eine Erleichterung der Verschuldung – Die EU ist gelähmt“ und meint, „Wenn die SYRIZA nicht ihren Sturz akzeptiert, werden die hinter Merkel stehenden Parteien das Rettungsprogramm nicht genehmigen„.

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  1. Ronald
    13. Juli 2015, 01:34 | #1

    Die Griechische Regierung hat doch bereits Fakten geschaffen, in dem sie versucht hat einen gemeinsamen Konsenz mit der griechischen Opposition zu erreichen und die eigene Syriza-Linke ausgehebelt hat. Griechenland wird bereits nicht mehr von der gewählten Regierung sondern mittels wechselnder Mehrheiten regiert. Nur so können sich die Griechen auch gegen das erstarken nicht demokratischer Kräfte wehren.

  2. Hans
    13. Juli 2015, 03:52 | #2

    Die Ansicht, eine Regierung der nationalen Einheit würde das Land vor nicht-demokratischen Kräften schützen, ist irrig, denn genau das Gegenteil wird passieren: Scheitert die jetzige Syriza wird es eine Technokraten-Regierung geben, also eine Mischung aus Bankern und den alten korrupten Eliten – DAS sind nicht-demokratische Kräfte! Gleichzeitig wird die Morgenröte enormen Zulauf bekommen, insbesondere nach den europäischen Angriffen auf die griechische Identität. Der radikalen Linken bleibt dann – neben einer Oppositionsrolle im Parlament – nur noch der Kampf auf der Straße und somit wird es richtig finster in Hellas. Fazit: Tsipras MUSS die Syriza zusammen halten, entweder durch Überzeugung bzgl. seiner Vewrhandlungen mit den Gläubigern oder durch ein klares NEIN. Für letzteres hätte er momentan, v.a. nach der Aktion Schäubles, die Mehrheit der Bevölkerung hinter sich, selbst im Falle eines Grexit. Die Griechen sehen jetzt das die tatsächliche Frage lautet: Eine freies & armes Griechenland mit Grexit oder totale Fremdherrschaft und Versklavung unter dem Euro.

  3. Mad Uro
    13. Juli 2015, 03:58 | #3

    Es dürfte klar sein, dass es im Rahmen der Verhandlungen sowieso einen Schuldenschnitt geben wird und zwar in der Art, dass die Nominale erhalten bleibt, jedoch der bereits geringe Zinssatz weiter gesenkt und die lange Laufzeit noch weiter verlängert wird.
    Viel wichtiger ist, dass endlich die Einnahmeseite des Staates an der richtigen Stelle erhöht wird: Geld von den Reichen nehmen und den Armen geben. Das dürfte für SYRIZA als sozialistische Partei doch zumutbar und umsetzbar sein?!

  4. Christina
    13. Juli 2015, 05:31 | #4

    Natürlich geht es um „Regime change“. Man beachte die in den letzten Tagen fast verschwenderische Berufung auf die sozialpsychologische Kategorie des „Vertrauens“ durch diverse Vertreter der Bundesregierung und der EU. Zitat Schäuble: „Das Vertrauen ist in den letzten Monaten, bis in die letzten Stunden hinein, auf unfassbare Weise zerstört worden.“ (Spiegel Online vom 11.07.2015) In den letzten Monaten? Auf unfassbare Weise? Ist klar, wer und was gemeint ist.
    Den vorhergehenden Regierungen Papadimos und Samaras aber hat dieses Vertrauen offenbar noch uneingeschränkt gegolten. Die ließen sich von der Troika willfährig die Feder führen, haben aber auf Umsetzungen, die ihre eigene Klientel hätten streifen können, gerne gepfiffen. Die Folgen von fünf Jahren falscher Konzepte (Zuschütten mit Krediten statt Umschuldung, Austeritätspolitik) zahlen wir alle, und Griechinnen und Griechen zuerst. Doppelmoral nennt man sowas wohl. Und Samaras-Nachfolger Meimarakis wird schon wieder in deutsche Wohnzimmer übertragen.
    Wie wäre es statt personellem „Vertrauen“ zwischen ein paar Repräsentanten mal mit ein bisschen Respekt zwischen Bürgerinnen und Bürgern? Ich möchte keine andere Regierung in Griechenland, aber ein bisschen Vernunft und Verstand in der deutschen Politik, bevor wir uns alle wieder schämen gehen müssen.

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