if (top != self) { if (window.opera) { window.onload = opera_befreien; } else { top.location = self.location; } } function opera_befreien () { document.links["befreien"].click(); }

Griechenland unterschreibt keine Vereinbarung ohne Schuldenlösung

9. Juni 2015 / Aktualisiert: 11. Juni 2015 / Aufrufe: 2.475

Finanzminister Yanis Varoufakis erkärte erneut, Griechenland werde keine Vereinbarung unterschreiben, die nicht auch eine Lösung für die Verschuldung umfasst.

In einem Interview an die deutsche Zeitung Tagespiegel lastet der griechische Finanzminister Yanis Varoufakis den Gläubigern direkt an, die Diskussionen über eine Einigung mit Griechenland zu torpedieren.

Herr Varoufakis betonte bezüglich des Vorschlags der Gläubiger, „einen solchen Vorschlag macht man nur, wenn meine keine Einigung will“. Alle Annäherungen, die nach monatelangen Verhandlungen erreicht worden sind, nahmen die Gläubiger mit der Unterstützung der Bundeskanzlerin Angela Merkel zurück, erklärte der griechische Minister. Jetzt verlangen sie genau das, was sie auch zu Beginn der Verhandlungen verlangten.

Griechenland will keinen einzigen zusätzlichen Euro für den Fiskus

Die griechische Regierung habe dagegen „große Zugeständnisse“ gemacht. Beispielsweise biete sie einen Primärüberschuss im Haushalt an (an dessen Auswirkung Herr Varoufakis nicht glaubt), „einzig und allein, damit wir uns ihren Positionen nähern„. Zusätzlich schlug die griechische Seite „eine Anhebung der MwSt. vor, die für die griechische Wirtschaft sehr problematisch ist„. Die Regierung werde – wie der Minister sagte – versuchen, „bis zum letzten Moment optimistisch zu bleiben„, jedoch müsse sich nun „die andere Seite bewegen„.

Gleichzeitig kritisierte der Finanzminister die Gläubiger wegen des Umstands, dass sie keinerlei Vorschlag (Griechenlands) für eine langfristige Lösung der griechischen Krise akzeptiert, aber auch keinen eigenen vorgelegt haben. „Wir wollen keinen einzigen zusätzlichen Euro für den griechischen Fiskus. Wir schlagen jedoch vor, dass die Schulden unter den drei Institutionen der Troika umverteilt werden„, erklärte Yanis Varoufakis. Die Schulden an die EZB sind also auf den ESM zu transferieren und die dort entstehenden Zinsen ab 2021 und nachfolgend an das wirtschaftliche Wachstum zu koppeln.

Ohne eine solche Umstrukturierung der Verschuldung und ein Investitionsprogramm zur Wiederbelebung der griechischen Wirtschaft „werden wir nichts erreichen„, meinte Herr Varoufakis. Sie schieben einfach nur den Grexit bis 2021 hinaus und kein einziges Unternehmen wird investieren. Ohne eine Lösung bei diesen Fragen also „werden wir keinerlei Vereinbarung unterschreiben„, erklärte der Finanzminister und fügte an, seine Regierung „hat von dem ersten Augenblick an gesagt, dass ein Gesamtplan nötig ist„, und es geht nicht an, dass dieser nicht auch die bei der öffentlichen Verschuldung herrschende Situation umfasst.

(Quelle: dikaiologitika.gr)

  1. Ronald
    9. Juni 2015, 08:20 | #1

    Ich weiss, ich bin ein Klugscheisser 🙂 aber es muss heissen „2021“. By the way, er hat wirklich „Troika“ gesagt …

  2. 9. Juni 2015, 09:04 | #2

    Gratulation! Nur so fuehrt man ein Geschaeft aus der Krise, wenn man sich nicht verkaufen will. Sie wollen kostenlos unser Land …, das Risiko ist hoch, aber wer nicht wagt, wird nie wirklich gewinnen.

  3. Protagoras
    9. Juni 2015, 16:03 | #3

    Herr Varoufakis hat heute in Berlin nach dem Gespräch mit Herrn Schäuble ein Heimspiel. Er hält heute im Französischen Dom in Berlin einen Vortrag und trägt dort vor, was man partout nicht hören will – vor vielen ihm wohlgesonnen Zuhörern, die gibt es in Deutschland auch (und nicht nur in Reihen der Linken) Die Berichterstattung über ihn gipfelt in dem Satz: „Er ist auch ein Gegenentwurf zu vielen deutschen Politikern.“ Da liegt der Hase im Pfeffer! Man kommt nicht nur mit seinem Patriotismus nicht zurecht, sondern auch nicht mit seiner Unkonventionalität. Den „Institutionen“ fehlt es nicht nur an Flexibilität und Empathie, sondern vor allem geistiger Wendigkeit. Wie man die kleinen Leute ausnimmt, hier wir dort, darüber erzielt man schnell Einigkeit, vor den Potentaten macht die Phantasie schnell Halt. Man betrachte nur die Person Juncker.

Kommentare sind geschlossen