EU stellt Griechenland Ultimatum

20. Juni 2015 / Aktualisiert: 06. Februar 2017 / Aufrufe: 6.538

Die EU stellt Griechenland ein Ultimatum, entweder das Angebot der Institutionen anzunehmen oder zum Staatsbankrott zu schreiten.

Der Präsident des Europäischen Rats, Donald Tusk, schickte in einer Erklärung in Zusammenhang mit dem Sondergipfel am 22 Juni 2015 eine harte Botschaft an die griechische Regierung. Ein Ultimatum direkt an die griechische Regierung richtend betont der Präsident des Europäischen Rats, Athen müsse entweder das akzeptieren, was laut Donald Tusk ein gutes Angebot ist, oder zum Staatsbankrott schreiten.

Am Ende des Tages wird es sich um einen Beschluss und die Verantwortung Griechenlands handeln. Es gibt noch Zeit, aber nur wenige Tage„, betont in seiner Erklärung Herr Tusk, also der Mensch, der nach dem Scheitern bei der Eurogruppe die außerordentliche Einberufung der Gipfelkonferenz der EU wegen des griechischen Themas beschloss.

Das „Chicken Game“ muss enden, es gibt keine Zeit für Spiele

Die vier Monte der Verhandlung führten nirgendwo hin und die Eurogruppe des 18 Juni 2015 half in der Sackgasse nicht. Das Spiel, wer als erster nachgibt (die genaue Phrase des polnischen Politikers lautete Chicken Game), muss enden, und es muss das Spiel mit den Verantwortungen enden, weil das kein Spiel ist und keinerlei Zeit für Spiele besteht„, betonte Herr Tusk.

Weiter fügte er an, es handele sich um die Realität mit realen Auswirkungen, hauptsächlich auf das griechische Volk, und deswegen berief er die außerordentliche Gipfelkonferenz am 22 Juni ein. Er betonte jedoch, die Konferenz werde nicht der letzte Schritt sein, und fügte an, es werde keine detaillierte technische Diskussion geben, da diese Sache der Finanzminister ist.

Zur selben Stunde betonte Donald Tusk, wir seien an einem Punkt angelangt, wo die griechische Regierung das akzeptieren müsse, von dem er glaubt, es sei ein gutes Angebot, oder zum Staatsbankrott schreiten. „Am Ende des Tages wird es sich um einen Beschluss und die Verantwortung Griechenlands handeln. Es besteht noch Zeit, aber nur wenige Tage„, endete Herr Tusk.

Überwindung der Sackgasse auf höchster politischer Ebene

Nach dem Unvermögen Eurogruppe des 18 Juni 2015, zu einer Einigung zu kommen, sind Verhandlungen über das Programm zur Rettung Griechenlands in einer Sackgasse angelangt, erklärte der finnländische Finanzminister Alexander Stubb gegenüber dem CNBC. „Ich denke, wir befinden uns in einer Sackgasse. Wir bemühen uns seit geraumer Zeit um eine Lösung„, erklärte charakteristisch Herr Stubb um anzufügen, „Der Ball befand sich von Anfang an auf Griechenlands Spielfeld und befindet sich weiterhin dort„.

Wie die Agentur anmerkt, wird am Montag (22 Juni 2015) eine außerordentliche Gipfelkonferenz einberufen, damit die Überwindung der Sackgasse auf höchster politischer Ebene angestrebt wird. Solange die Sackgasse bestehen bleibt, scheinen die Finanzminister der Eurozone im Verhältnis zu einigen Monaten vorher weniger bereitwillig zu sein, Griechenland im Euro zu halten.

Ich glaube, Geduld ist eine Tugend, jedoch geht vielen Ländern diese Tugend aus. Zu Beginn gab es eine größere Sympathie, in den letzten sechs Monaten sind die Dinge jedoch schwieriger. Wenn in der EU eine Vereinbarung erfolgt, ist in der Regel üblich, dass sie eingehalten wird. Im Fall Griechenland gab es in den letzten sechs Monaten viel Vor und Zurück„, merkte Herr Stubb charakteristisch an. Obwohl – wie er erklärte – es signifikant sei, dass die Stabilität der Eurozone sichergestellt wird und Griechenland im Euro bleibt, kann dies „nicht um jeden Preis“ erfolgen.

Not-Liquiditätshilfe ELA an griechische Banken bei 66% des BIP

Die Not-Liquiditäts-Nothilfe (ELA) gestaltete sich auf rund 3 Mrd. Euro, welcher Betrag zusammen mit dem auf 1 Mrd. Euro veranschlagten „Kissen“ der griechischen Banken für die Liquiditätsbedürfnisse bis einschließlich Montag (22 Juni 2015) ausreicht. Informationen zufolge werden allein die am Freitag (19 Juni 2015) verzeichneten Abflüsse von den Banken auf 1,5 Mrd. Euro geschätzt.

Es sei angemerkt, dass die Abflüsse, denen die Banken seit Beginn der Woche bis einschließlich gestern (19 Juni 2015) zu begegnen haben, sich auf 3 Mrd. Euro belaufen, welcher Betrag von dem verbliebenen „Liquiditätskissen“, über das die Banken seit der vorherigen Intervention verfügten, nicht hinreichend abgedeckt war. In diesem Rahmen ist nicht ausgeschlossen, dass die heutige ELA-Finanzierung sich bei sogar über 3 Mrd. Euro bewegt und jede andere „Liquiditätsspritze“ von der EZB mittels der ELA übersteigt.

Mit dem gestrigen Zug der EZB zeigt auch Mario Draghi, dass die letzte Stunde der Entscheidungen gekommen ist, die auf politischer Ebene gefasst werden sollen. Analog zu dem, was die Politiker entscheiden, also Einigung oder Bruch, wird die EZB folgen und entweder darin fortfahren, die Liquidität der griechischen Banken zu stützen, oder die Finanzierung vorläufigen Charakters mittels der ELA einstellen.

Der Gesamtbetrag der ELA belief sich – vor dem gestrigen Beschluss – auf 84,1 Mrd. Euro, womit die griechischen Banken sich mittels des Eurosystems 118 Mrd. Euro geliehen haben, welcher Betrag ungefähr 66% des BIP des Landes entspricht. In der kritischen Periode Mai – Juni 2012 hatte der Betrag der Finanzierung durch das Eurosystem 135 Mrd. Euro erreicht. Damals wurde er allerdings auf Basis einer größeren Guthabenbasis, eines unterschiedlichen BIP und natürlich „gesunderer“ Kredite veranschlagt, welche die Basis der „Collaterals“ (Sicherheiten) darstellten. Folglich ist es eine Frage der Zeit, bis die ELA selbst auch dann endet, wenn Herr Draghi sie letztendlich nicht schon vorher gekappt hat …

(Quelle: sofokleous10.gr)

  1. Mariella Tegano
    20. Juni 2015, 11:25 | #1

    Die EU, handelnd auf Weisung von USA, hat GR seinerzeit aufgenommen. Die Statistik und die Kennzahlen wurden mit ordinären Devisenswaps via Goldman & sucks frisiert, deutsche Politmarionetten logen vorsätzlich. GR Aufnahme hat mit Lügen begonnen und wird daher genauso enden! Vielleicht montiert der Ehrenmann Draghi wiederum ein paar Swaps oder eine ewige Rente zusammen, das wäre förderlich für die Beschleunigung des EUdSSR-Default!!

  2. Max
    20. Juni 2015, 11:29 | #2

    „Der Ball befand sich von Anfang an auf Griechenlands Spielfeld und befindet sich weiterhin dort„

    Nette Aussage, aber er verschweigt, daß der bestehende „Schiedsrichter“ eben nicht unparteiisch ist. Des weiteren wäre es diesbezüglich auch ehrlich zu sagen, daß man zwar einen Ball hat, aber weder das Spiel, das Spielfeld, die Regeln, die Spieler noch den Schiedsrichter klar erkennen, geschweige denn feststellen kann, wer wann warum überhaupt abpfeift. Ja man kann noch nicht einmal definitiv feststellen, wer das Spiel überhaupt warum angefangen hat.

    Die griechische Regierung soll einfach eine Entscheidung rein für ihr Volk treffen und gut ist. Wenn die Deutschen einen Haufen Geld verlieren, so ist das zwar ärgerlich, aber man wollte sich ja – wie viele andere auch – ohnehin nur im Namen der Amerikaner gegen das griechische Volk einmischen. Und was die Griechen machen, das interessiert mich genauso wenig wie es eben die Griechen interessiert, was ich eben mache. Sie sind jedenfalls nicht mein Feind, auch wenn die Presse das gerne hätte.

  3. N. Ritter
    20. Juni 2015, 11:37 | #3

    Gestern hörte ich das Statement von Herrn Schäuble zum letzen Eurogruppentreffen. Sinngemäß sagte er, ja es könne ja sein, dass seit 2010 falsche Entscheidungen getroffen worden seien, aber es sei damals so beschlossen worden und die aktuelle Beschlusslage sei unverändert.
    Das kann man nur noch als komplette intellektuelle Bankrotterklärung eines bornierten Justizbeamten auffassen, der sich keinen Millimeter von seinem Beschluss entfernen mag, egal ob die Beschlüsse nun sinnvoll sind oder nicht. Wenn diese Form von „Rettungspolitik“ mal gerichtlich aufgearbeitet werden sollte, werden Leute wie Herr Schäuble sich verteidigen mit „Ich hab doch bloß Verträge eingehalten“

  4. louisa luges
    20. Juni 2015, 11:56 | #4

    Nun ist es raus das Ultimatum, die offizielle Noetigung an GR, und das gerade von dem Polen Donald Tusk der ja weiss wie es geht, hat doch Polen oft genug beweisen wie man als Land gegen die EU vorgeht. Dennoch zeigt diese Aussage, dass der EU Garde die Nerven Flattern, hat nicht Putin vor einiger Zeit dem Herrn Tsipras versichert, nur wenn GR die EU verlaesst, steht Russland / China mit Soforthilfe bereit. Oder vielleicht geht es den EU nur um das Chicken Game, es war doch immer herrlich diese griechischen Huehner reihenweise abzuschiessen, und jetzt soll es ploetzlich Game Over sein.

  5. Melanie G.
    20. Juni 2015, 12:00 | #5

    EU stellt Ultimatum. Sehr schön, aber Griechenland stellt defacto auch eines. Was wir haben, ist eine logische folge einer total verfehlten, absurden Politik der EU im 21.Jahrhundert. Ich wunderte mich nur noc, was da so getrieben wurde, mit jedem Jahr wurde es schlimmer. Es wurde gelogen, betrogen, getäuscht , Geld verschoben und gedruckt, was das Zeug hält. Solche leute, ohne jeden Sachverstand regierten die Eurozone. Berater an vorderster Front war Goldmann Sachs, er erledigte auch die drecksarbeit für die EU, ließ sich diese im Gegenzug fürstlich bezahlen. Die politiker ,erkten nicht, dass sie in ein aussichtsloses desaster g eführt wurden, zu Gunsten der Finanzmafia und der Strippenzieher im Hintergrund. Man hat Griechenland in diese Schulden hineingetrieben, die korrupte vorgängerregierung bestochen und geschmiert, so machten alle mit und wurden reich. Nun drehen die Griechen den Spieß um, zurecht. Die Eu wird sich die Zähne ausbeißen, die Griechen können nicht zahlen , wollen icht mehr zahlen, das Spiel ist aus. Ja liebe EU, so dumm und dämlich wie ihr regiert habt, konnte es nur so kommen. Der Krug geht solang zum Brunnen , bis er bricht. Ihr wolltet ganz raffiniert sein, das Volk hintergehen, jetzt bekommt ihr den schwarzen Peter , ihr habt ihn verdient.
    Wie wohl das Volk reagieren wird, wenn die große Rechnung kommt? hoffentlich hat dieses erbärmliche Spiel bald ein Ende. Die EU hat dem Volk den Himmel versprochen, die Hölle hat sie dem Volk gliefert. Im Pakt mit der Geldmafia, den NWO Fanatikern, ( noch) Weltmacht USA und anderen Gestalten, haben sie die Völker verraten und verkauft. Genau diese genannten Gestalten sind die einzigen, die dabei reich wurden und Griechenland am liebsten aufkaufen würden. Dafür mußßte man es erst in unbezahlbare Schulden treiben. Alle haben von Anfang an gewusst, wie es um Griechenland steht. Wenn doch da nicht so ein Dickkopf wäre, der das konsequent verhindert. Dieser Dickkopf hat recht, hoffentlich bliebt er standhaft.
    Egal wer regiert hätte in der EU, schlechter und verlogener hätte es kaum einer machen können. Jetzt fliegt euch alles um die Ohren, ihr seid grandios gescheitert.

  6. N_K
    20. Juni 2015, 16:45 | #6

    EU stellt Griechenland Ultimatum“ – Und wenn das U. abgelaufen ist, dann – ja dann wird ganz zornig und energisch mit gebündelten Euroscheinen und Gold-Unzen ein wahres Trommelfeuer eingeleitet … . Wer – bitteschön – soll denn diesen lächerlich-verlogenen Witzblattfiguren überhaupt noch etwas glauben außer der Tatsache, daß sie ihre „Arbeit“ fürstlich „besolden“ lassen? Wie lange soll dieses Schmutzspielchen denn noch anhalten?

  7. Doreen
    20. Juni 2015, 19:25 | #7

    Es ist ein Trauerspiel. Merkel hat ausser Floskeln – wenn der Euro scheitert, scheitert Europa oder Wo ein Wille ist ist auch ein Weg – nichts zu bieten und vor allem keine Loesungsansaetze.
    Sie ist die schlimmste Politikerin Deutschlands nach Hitler und Honneker. Vollkommen planlos, nur interessiert am Machterhalt und ihrer ach so christlichen CDU, die Massenelend und hohe Arbeitslosigkeit in anderen europaeischen Laendern nicht nur toleriert, sondern mit ihrer Politik sogar propagiert. Damit sich nach dem Grexit deutsche Rentner billig Immobilien in Griechenland kaufen koennen.

  8. Kasia
    20. Juni 2015, 23:05 | #8

    Hauptsache die Griechen gehen nicht darauf ein, sonst geht die Austeritätspolitik weiter und es ändert sich nichts! Keine Banken und Großkonzern Politik mehr, ich hab die Nase voll von dieser korrupten, machtgeilen Bande von Verbrechern, die Länder ins elend treiben, um sich selbst zu bereichern!!

  9. Freigeist
    20. Juni 2015, 23:57 | #9

    Wenn es zum Grexit kommt, könnte es kurz darauf zu einem Konsum-Boom in Griechenland kommen, denn die gebunkerten Euros können dann schnell für viele Drachmen getauscht werden. Dosiert tauschen und es geht einem gut. Durch die ELA-Kredite ist ein schönes Euro-Polster entstanden. Geschickt von der EZB stattliche Euro-Summen beschafft vor einem evtl. Grexit.

  10. fio
    21. Juni 2015, 10:08 | #10

    Die EU hat Griechenland kein Ultimatum zu stellen. Griechenland ist ein souveräner Staat. Die Herren Politiker in Brüssel haben Angst, das ihnen ihr zusammen geschustertes Haus einfällt. Ja, die sehen sich fast machtlos gegenüber dieser griechischen Regierung. Sie sind es nämlich nicht gewohnt, dass man ihnen widerspricht. Es soll immer alles schön nach Muster F ablaufen, wenn nicht wird gedroht, erpresst und gelogen. Es werden bewusst Unwahrheiten in die Medien gegeben. Ich hoffe nur die griechische Regierung mit Tsipras und Varoufakis geben nicht zu sehr nach bei den Sparmaßnahmen.

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