Die schwarzen Löcher im Versicherungssystem Griechenlands

10. Juni 2015 / Aufrufe: 1.588

Die Entwicklungen der letzten Jahre haben das Sozialversicherungssystem in Griechenland in eine Grenzsituation geführt und bewirkt, dass es nicht mehr tragfähig ist.

Die ungeheuren Einnahmeverluste, welche im Versicherungssystem Griechenlands die hohe Arbeitslosigkeit, die Beitragshinterziehung und die Senkung der Löhne verursachen, stellen ganz klar ein Thema seiner Tragfähigkeit.

Noch schwieriger wird die Lage wegen der kontinuierlichen Reduzierung der staatlichen Finanzierung, aber auch der Schulden, die an die Sozialversicherungsträger entstanden sind. Resultat dieses seit vier Jahren an mehreren Fronten erfolgenden Angriffs auf das Versicherungssystem ist, dass jeden Monat ein Kampf ausgefochten wird, damit reibungslos die Renten an 2,6 Mio. Rentner gezahlt werden.

Fiskus und andere Träger schulden den Kassen 17 Mrd. Euro

Die Zahlen stellen einen unwiderlegbaren Zeugen der grenzwertigen Situation, in die das Sozialversicherungssystem des Landes geraten ist. Bezüglich der hohen Arbeitslosigkeit, die Anzeichen einer Stabilisierung bei sehr hohen Quoten zeigt (25,6% im März), wird veranschlagt, dass sie die Versicherungskassen ungefähr 6,5 Mrd. Euro jährlich kostet. Weitere 4 Mrd. Euro gehen aus der sowohl auf dem privaten als auch öffentlichen Sektor erfolgten Senkung der Löhne verloren, da somit die abgeführten Beiträge geringer sind. Einen großen „Dorn“ im Kurs des Versicherungssystem stellt auch die ausgedehnte Beitragshinterziehung dar, von der veranschlagt wird, dass sie dem System Mittel von über 15 Mrd. Euro entzieht.

Parallel belaufen sich die von anderen Trägern und dem Fiskus geschaffen Schulden an die Kassen auf 17 Mrd. Euro. Im selben Moment ist die staatliche Finanzierung im Jahr 2014 auf unter 9 Mrd. Euro gesunken, wogegen sie im „fernen“ Jahr 2010 noch 18,9 Mrd. Euro betrug. Wenn zu all dem Vorstehenden hinzugerechnet wird, dass die auf einem Sammelkonto bei der Griechischen Bank angelegten heutigen Rücklagen der Kassen gerade einmal 6 Mrd. Euro erreichen, während sie 2012 – vor dem Anleihenschnitt / PSI – über 23 Mrd. Euro betrugen, wird der erstickende Rahmen erkennbar, den das Versicherungssystem des Landes auszubalancieren aufgefordert ist.

(Quelle: dikaiologitika.gr)

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