Wie nah ist eine Einigung mit Griechenland?

30. Mai 2015 / Aktualisiert: 06. Februar 2017 / Aufrufe: 2.261

Warten Sie auch mit angehaltenem Atem auf eine umgehende Vereinbarung für Griechenland? Viel Glück dabei.

Der Brüsseler Chefredakteur Peter Spiegel schreibt, Vertreter der 18 Finanzministerien der Eurozone bereiten sich vor, eine der üblichen Tele-Konferenzen der „Euro Working Group“ durchzuführen, bei der die Situation der griechischen Verhandlungen erörtert werden wird.

Trotz der Behauptungen aus Athen, eine Vereinbarung sei nahe, und der Hoffnungen, die Telekonferenz werde der Auslöser für eine Sondersitzung der Finanzminister sein, meinen höhere Amtsträger der „Institutionen“, die das Rettungsprogramm für Griechenland beaufsichtigen, der Fortschritt bleibe bestenfalls spärlich und in den letzten Tagen habe es überhaupt keine Schritte in Richtung einer Einigung gegeben.

Schäuble: Die Regeln müssen für alle gelten!

Seit der vergangenen Woche hat es keine Begegnung gegeben„, äußerte einer der Amtsträger. „Sie haben uns noch nichts Neuer präsentiert.“ Athen beharrt dagegen wiederholt, eine Vereinbarung mit seinen Gläubigern sei nah – einzig und allein um seine Hoffnungen einstürzen zu sehen, wenn die Aufseher seines Programms den Führern der Eurozone zu berichten haben, dass die Klüfte zu groß bleiben, um die Verhandlungen zu vollenden. Die Amtsträger sagen, die bedeutendsten Diskussionen am Donnerstag werden in Wirklichkeit die in Dresden sein, wo sich die Finanzminister und Zentralbanker der G7 sowie auch die höheren Führungspersonen der drei Institutionen versammelt haben: Pierre Moscovici von der Europäischen Kommission, Christin Lagarde vom Internationalen Währungsfonds und Mario Draghi von der Europäischen Zentralbank.

In einem Artikel in der deutschen Zeitschrift „Focus“ betont Schäuble: „Fünf Jahre nach dem ersten Programm sprechen wir immer noch über Hilfe an Griechenland. Trotz allem ist Europa heute insgesamt in einer offensichtlich besseren Lage.“ Weiter unterstrich er: „Früher brachte Griechenland einmal das ganze Gebäude des Euro in Gefahr, dieses Thema stellt sich nicht mehr.

In jeder Krise verbirgt sich eine Gelegenheit, schätzte Schäuble ein. „Die signifikanteste Lehre aus der Krise ist meiner Meinung nach, dass der Euro als gemeinsame Währung und ebenfalls Europa als politische Gemeinschaft nur funktionieren, wenn alle die Regeln einhalten.“ Dies zeigen die erfolgreichen Geschichten Irlands, Spaniens, Portugal und Zyperns, die in den vergangenen Jahren mit der Hilfe ihrer Partner, „aber auch aus eigenen Kräften zu Reformen schritten„. Nur so funktioniert das europäische Gebäude, fügte er an. Das gemeinsame Wachstum der unabhängigen Staaten erfolgt nur Schritt für Schritt, erklärte Schäuble und endete: „Und so machen wir die europäische Einheit stärker, indem die Regeln für alle gelten und umgesetzt werden. Die bleibt die Voraussetzung für die Solidarität.

(Quelle: sofokleous10.gr)

  1. Wollw
    30. Mai 2015, 07:20 | #1

    Hat Schaeuble wirklich diesen Unsinn gesagt. Die Aussagen sind Wunschdenken und kontraer der tatsaechlichen Entwicklung Spaniens, Portugals, Irlands und Griechenlands in den letzten Jahren.

  2. windjob
    31. Mai 2015, 14:43 | #2

    Wenn Sträuble sagt die Regeln müssen eingehalten werden dann sollte er mal nachdenken wer denn als erstes die Regeln gebrochen hat. Ich sage nur Wiedervereinigung. Ausserdem, ist denn die Troika regelkonform. Meines Wissens nicht. Also nicht mit Steinen werfen wenn man im Glashaus sitzt.

  3. 1. Juni 2015, 23:17 | #3

    Anstatt sich immer nur zu einigen, was nur soviel heisst, wir gewaehren Euch weiter Kredite damit Ihr Euren Glaeubigern und damit den Banken weiter Geld in den Rachen schmeisst, sollte endlich mal ein Reformprogramm auf den Weg gebracht werden, das der Wirtschaft und damit dem Volk – ausser den Beamten – zu Gute kommt … . Es waere so einfach, aber man tritt lieber auf einen bereits am Boden Liegenden ein als ihm auf die Beine zu helfen … oder man überrollt (nichts fuer ungut, Herr Schaeuble) ihn einfach.

  4. GR-Block
    9. Mai 2016, 21:20 | #4

    Trotz der Behauptungen aus Athen, eine Vereinbarung sei nahe, … meinen höhere Amtsträger der ‚Institutionen‘, …der Fortschritt bleibe bestenfalls spärlich und in den letzten Tagen habe es überhaupt keine Schritte in Richtung einer Einigung gegeben.“ So klang es vor genau einem Jahr, als Varoufakis hart verhandelte. Doch nun stellt sein Nachfolger Tsakalotos fest: „Der Unterschied zur Vergangenheit ist, dass heute (9. Mai 2016) mehr Player eine Lösung wünschen.“ Gutes Timing!
    Tatsächlich stellt sich nur noch der Rollstuhlfahrer quer. Er weiß nicht, wie er seinen Wählern den schon 2010 gefassten Plan erklären soll, denn die wählen zunehmend die AfD. Inzwischen mussen selbst die GRÜNEN die CDU stützen, damit sie im Bundesrat nicht bedeutungslos werden.
    Wäre die Volksabstimmung über den BREXIT schon vor einem Jahr gewesen, dann hätte es auch damals weniger Unwillige gegeben und der gefeierte Finanzminister hieße heute Varoufakis. Schäuble wäre in Rente gegangen und die AfD kein Problem. Scheiß Timing!

Kommentare sind geschlossen