Russische Gas-Pipeline in Griechenland verärgert USA

11. Mai 2015 / Aktualisiert: 14. Mai 2017 / Aufrufe: 3.725

Die Aussicht auf eine Verlängerung der TurkStream-Erdgaspipeline nach Griechenland ruft bei den USA unverhohlene Beunruhigung und Verärgerung hervor.

Während seines jüngst erfolgten Besuchs in Washington gab Griechenlands Außenminister Nikos Kotzias bekannt, seine Gesprächspartner haben ihm die Bereitschaft erklärt, den Plänen bezüglich des Baus einer Pipeline für den Transport russischen Erdgases auf griechischem Boden (Fortsetzung der Pipeline Turkisch Stream, die nach den Einwänden Sofias und Brüssels die vieldiskutierte South Stream Leitung ersetzt) mit einem „Gegenangebot“ zu begegnen.

Amos Hochstein, Sonderbeauftragter und spezieller Koordinator für Energiepolitik des State Departments, traf tatsächlich wie angekündigt in Athen ein, wo er sich am Donnerstag und Freitag 07/08 Mai 2015) mit Staatsminister Nikos Pappas, Außenminister Nikos Kotzias und dem Minister für Produktionsreorganisation und Energie, Panagiotis Lafazanis, traf. Er überbrachte jedoch keine „Gegenbestätigung“ und führte den einschlägigen Eindruck sogar auf eine „Fehlinterpretation“ zurück.

Hochstein überbrachte Washingtons Missfallen

Was Amos Hochstein jedenfalls überbrachte, war die Verärgerung Washingtons über die Aussicht des Baus eines Greek Stream und seine Absicht, dies zu verhindern – indem es Athens Widmung für vorherige Pläne sicherstellt, die zu den globaleren strategischen Absichten der USA kompatibel sind.

Wie die von der amerikanischen Botschaft ausgegebene Bekanntmachung mit ungewöhnlicher Klarheit anführt, „kam der Sonderbeauftragte Hochstein (nach Griechenland), um die Unterstützung des Außenministers Kerry und der Regierung der USA für die Differenzierung Griechenlands in Energiethemen erneut zu bestätigen, einschließlich der Unterstützung für Knotenprojekte für Erdgas-Infrastrukturen wie die Trans Adriatic Pipeline (TAP) und die griechisch-bulgarische Verbindungsleitung (IGB) sowie die ausgedehnte Nutzung verflüssigten Erdgases (LNG). Diese Projekte werden die Energiesicherheit Griechenlands und der EU stärken, die griechische Abhängigkeit von einem einzigen Erdgaslieferanten reduzieren, den Wettbewerb stimulieren und die Preise für die Konsumenten senken. Die TAP wird ausländische Investitionen in Höhe von 1,5 Mrd. Euro in Griechenland anziehen, während des Baus 10.000 Arbeitsplätze schaffen und für die kommenden 25 Jahre Einnahmen von jährlich vielen Millionen abwerfen.

Wie es in der Bekanntmachung weiter lautet, „bringen die USA ihre Beunruhigung zum Ausdruck, dass die von Seite Griechenlands in Erwägung gezogene Verlängerung der ‚Turkstream‘-Pipeline auf griechischem Boden nicht zur Differenzierung in Energiethemen beitragen, möglicherweise das Interesse der Wettbewerbsbehörden auf sich konzentrieren und keine langfristige Lösung für die Energiebedürfnisse des Landes darstellen wird„.

Turkish Stream ist nicht mehr nur eine ehrgeizige Vision

Das Klima bei Amos Hochsteins Begegnungen war Informationen zufolge konstruktiv und die Diskussion konzentrierte sich auf wirtschaftstechnische Fakten. Die ganze Sache ähnelt jedoch in dem Grad einer Gleichung mit zwei Unbekannten, als einerseits die griechische Seite bezüglich der Forcierung eines jeden Plans des Typs Greek Stream von dem „grünen Licht“ aus Brüssel anhängig ist, wie auch die Bekanntmachung der amerikanischen Botschaft betont, während die amerikanische Seite letztendlich nicht die Frage zu beantworten vermag, ob die Versorgung Europas unter Umgehung Russlands als Erdgasquelle möglich ist.

Es sei in Erinnerung gerufen, dass die TurkStream-Leitung aufgehört hat, einfach nur eine ehrgeizige Vision zu sein, und bei einem Treffen des starken Manns der Gazprom, Alexei Miller, mit dem türkischen Energieminister Taner Yildiz wurden die Differenzen der beiden Seiten bezüglich des Verlaufs der Pipeline und des Volumens der beförderten Gases gelöst.

(Quelle: capital.gr, Autor: Kostas Raptis)

  1. NinaVork
    11. Mai 2015, 09:14 | #1

    Wer hat es den USA gestattet, sich ständig in europäische Angelegenheiten einzumischen? Europa ist keine amerikanische Kolonie, auch wenn sich die Amerikaner wie Kolonialherren aufführen. Bei allem, was die USA initiieren, haben sie stets nur ihre eigenen Interessen im Blick! Die USA sind nicht Europas Freunde! Europa muss endlich aufwachen und sich dem amerikanischen Würgegriff entziehen.

  2. Catalina
    11. Mai 2015, 10:34 | #2

    Und unter dem Fakt der „Verärgerung der USA“ muss man auch die „Unruhen“ im Norden F.Y.R.O.M’s / Makedoniens sehen. Die USA provozieren (oder soll man es als Warnschuß ansehen?) einen Konflikt / Krieg an der Grenze Kosovo / Makedonien mit der Absicht, den schmalen Korridor, der Serbien mit Makedonien verbindet zu schließen bzw. im Chaos versinken zu lassen, so dass die Weiterführung der TurkStream-Leitung von der Türkei über Nordgriechenland, Makedonien, Serbien, Ungarn etc. nicht mehr möglich ist. Fuck die USA und all ihre westlichen Handlanger!

  3. LiFe
    12. Mai 2015, 00:24 | #3

    Die russische Gas-Pipeline in Griechenland verärgert USA und nicht nur das; Schäuble wird furchtbar traurig sein, weil er sein Lieblingsfolterinstrument, die Troika gänzlich verlieren wird. :-))

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