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Griechenland und Euro kleben zusammen

2. Mai 2015 / Aktualisiert: 06. Februar 2017 / Aufrufe: 1.506

Griechenland klebt am Euro und der Euro klebt an Griechenland, wobei jedoch Griechenland die Sicherheit der EU mehr braucht als die EU Griechenland braucht.

Manchmal ist ein Land der maßen verschuldet, dass es logisch ist, den Bankrott zu erklären, seine Währung aufzugeben und einen Neuanfang zu machen. Griechenland zählt nicht zu diesen Ländern.

Das hat zwar eine Anzahl von Wirtschaftswissenschaftlern nicht daran gehindert, das Gegenteil zu vertreten, die Erklärung des griechischen Premierministers Alexis Tsipras, bezüglich jeglicher Vereinbarung mit den Gläubigern zu einer Volksabstimmung aufrufen zu werden, weist jedoch darauf hin, dass die Griechen bald eine Entscheidung treffen werden müssen. Wenn dies stattfindet, haben sie ihrem (wie derzeit von den Demoskopien erfassten) Instinkt zu und im Euro zu bleiben.

Griechenland benötigt ein neues Wirtschaftsmodell

Nicht, weil der Bankrott und die Aufgabe einer Währung unvorstellbar ist. Eher im Gegenteil: die griechische Halbinsel ist der Ort des ersten – im 4. Jahrhundert v. Chr. verzeichneten Bankrotts und das moderne Griechenland hat seit der Erklärung seiner Unabhängigkeit im Jahr 1829 viermal nicht seinen Schulden entsprochen. Weltweit sind seit 1945 mehr als 70 Länder aus Währungsunionen ausgeschieden, was nicht in allen Fällen schmerzhaft war.

Das Argument bezüglich Griechenlands, allein voran zu schreiten, war oberflächlich schon immer attraktiv. Einerseits hätte es von Anfang an nicht dem Euro beitreten sollen, da es den Forderungen hinsichtlich der Verschuldungsgrenzen der Europäischen Union nicht zu entsprechen vermochte. Und die übliche Weise für überschuldete Länder, ihre Wirtschaft neu zu starten, ist die Abwertung der Währung, die Steigerung der Exporte und der Neustart des Wachstums. So lange Griechenland im Euro bleibt, kann es dies nicht tun.

Das wahrscheinliche Ergebnis der Rückkehr zur Drachme wäre für Griechenland Elend. Während manche Bankrotte – sehr häufig nach einer kurzen Periode der Schwierigkeiten – zum Aufschwung führen, waren andere nicht so schnell erfolgreich. In Griechenland tendierte die Kombination der schlechten Regierungsführung und einer fallenden Währung schon immer dazu, Inflation und kein tragfähiges Wachstum zu produzieren. Es gibt nicht viele Gründe um zu glauben, dies habe sich inzwischen geändert.

Griechenland hat weiterhin einen relativ geringen handelsfähigen Sektor um sein Wachstum auf Exporte stützen zu können – hauptsächlich Tourismus, Seefahrt und Landwirtschaft. Die möglichen Vorteile einer abgewerteten Währung sind folglich beschränkt. Griechenland benötigt ein neues Wirtschaftsmodell.

Grexit wird wahrscheinlich in noch tieferes Elend führen

Ein weiteres Hindernis bei einer erfolgreichen Abwertung ist, dass Griechnland bereits eine große wirtschaftliche Rezession durchgemacht hat. Eine Hypothese besagt, der Bankrott und die Rückkehr zur Drachme würden zu einem Verlust von gerade einmal 10% des Bruttoinlandsprodukts führen. Das hört sich handhabbar an – bis man sich vergegenwärtigt, dass Griechenland seit dem Beginn der gegenwärtigen Krise bereits mehr als ein Viertel seiner Wirtschaft eingebüßt hat. Weitere 10% könnten einen politischen und wirtschaftlichen Zusammenbruch verursachen.

Was direkt zu einer weiteren Schwierigkeit führt: die griechische Regierung. Der Wechsel der Währung ist kein unbedeutendes Thema. Er fordert sowohl von den gewählten Amtsträgern als auch von den öffentlichen Bediensteten eine Organisation militärischen Niveaus. Um es höflich zu formulieren, keine der beiden Gruppen hat Qualifikationen dieses Niveaus gezeigt. Ein dauerhafter Aufschwung würde genau diese Art der fiskalischen Disziplin und der strukturellen Reformen erfordern, der sich Tsipras widersetzt.

Das Ausscheiden aus dem Euro könnte ebenfalls zu unvorhersehbaren Folgen bei der Position der Griechen in der Europäischen Union führen, speziell wenn es andere Bankrotte und Austritte zum Ergebnis hat. Griechenland, die südöstliche Grenze Europas, braucht die Sicherheit der EU mehr als die EU Griechenland braucht. Mit einer anderen Regierung und in einer ruhigeren Periode wäre es für Griechenland vielleicht vernünftig, den Euro zu verlassen. Derzeit ist jedoch wahrscheinlicher, das dies in ein tieferes Elend führen wird.

(Quelle: sofokleous10.gr)

  1. Harry
    2. Mai 2015, 06:09 | #1

    Kein Mensch kann Griechenland aus dem Euro werfen wenn es seinen Bankrott erklärt, das ist ein reines Drohzenario und Hirnwäsche, damit das Volk bloß den Bedingungen der Eurogruppe zustimmt. Syriza soll endlich den Bankrott erklären und die Zahlungen auf Eis legen. Dann gibt es großes Geschrei bei der Eurogruppe aber es wird nichts weiter passieren. Sollte die EZB wirklich die griechischen Banken nicht weiter mit Euro versorgen, dann sind diese Horte der Korruption eben erledigt, umso besser. Andere europäische Banken werden einfach das Griechenlandgeschäft übernehmen, das haben die deutschen Banken in der DDR ja auch gemacht, wo ist das Problem?

  2. Omnipraesent
    2. Mai 2015, 11:53 | #2

    Griechenland klebt am Euro und der Euro klebt an Griechenland, das ist ein typisches Oximoron, und trifft auf Griechenland „nicht“ zu, richtigerweise sollte es heissen „Der Euro klebt an Griechenland“ denn wuerde Griechenland, in der jetzigen Situation in Europa, den Grexit vollziehen, wuerde es einen Dominoeffekt ausloesen der alle Todesglocken in Europa auf einmal ausloesen wuerde.
    Urteilen sie doch selbst, 17 eigenstaendige Staaten in der Eurozone, das bedeutet gewaltige Uneinigkeiten zuhauff, und Bruessel haelt mit Korruption, Geldverschwendung, unausgegorene Urteile, zweitklassige, geldgierige Politaere die sich auch noch untereinander Streiten.

  3. GR-Block
    2. Mai 2015, 18:40 | #3

    Ochi moro mou! Es ist die EU, die am EURO klebt, d.h. 19 Regierungen (incl. Athen). Würde eine ernsthafte Diskussion über das Für und Wider des EURO geführt werden, dann würden viele aussteigen wollen. Es wird aber so ein schauderhaftes Endzeitszenario an die Wand gemalt, dass kaum einer auch nur den Gedanken auszusprechen wagt.
    In Babelsberg hat man schon für eine Filmproduktion Roland Emmerich verpflichtet: „The day after the EURO“. Die Story: Mit der Einführung der Drachme friert die Ägäis ein. Die griechischen Reeder gehen bankrott und die chinesischen Investoren verlassen Piräus, zu Fuß. Dem deutschen Urlauber werden Schlittschuhe angeboten und das Angebot im Fischrestaurant beschränkt sich von nun an auf gefrorenen Fisch.
    Herr Varoufakis bezieht als neuer Göttervater den Thron auf dem Olymp. Sein korrupter Vorgänger flieht zu Freunden nach Berlin und ersucht dort um Asyl. Mit Hinweis auf das Schengener Abkommen wird er aber zurückgeschickt und endet in GR in einem Auffanglager für illegale Auswanderer. Jetzt ist der Moment wo der Schlittschuhverleih Nordafrika erreicht … . Welch ein Albtraum, dann doch lieber den EURO, oder?

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