Kreml dementiert Milliarden-Vorschuss an Griechenland

19. April 2015 / Aktualisiert: 11. August 2020 / Aufrufe: 2.700

Moskau dementierte das von dem Spiegel verbreitete Gerücht über einen Milliarden-Vorschuss an Griechenland auf Erträge aus der geplanten Erdgaspipeline Turkish Stream.

Der Kreml schritt am Samstagnachmittag (18 April 2015) zur Dementierung der Informationen, laut denen die Unterzeichnung der Vereinbarung zwischen Athen und Moskau über den Verlauf der Pipeline Turkish Stream durch Griechenland möglicherweise umgehend bis zu 5 Mrd. Euro in die öffentlichen Kassen Griechenlands bringen wird.

Wie Dimitry Peskov, Pressesprecher des Präsidenten Wladimir Putin, erklärte, gab es zu keiner Zeit eine Vereinbarung über die Leistung einer Anzahlung in Höhe von 3 – 5 Mrd. Euro an Griechenland gegen zukünftige Erträge aus der „griechischen“ Erdgas-Pipeline.

Turkish Stream könnte Griechenland jährlich 500 Mio. Euro einbringen

Nein, es gab keine (solche Vereinbarung)„, erwiderte Dimitry Peskov auf die Frage eines Journalisten der Radiostation Business FM bezüglich des einschlägigen Artikels der deutschen Zeitschrift Spiegel und fügte an, Wladimir Putin „sagte in der (zusammen mit Premierminister Alexis Tsipras gegebenen) Pressekonferenz selbst, niemand habe um Hilfe gebeten“. Weiter erklärte er: „Es ist natürlich, dass das Thema bezüglich der Zusammenarbeit auf dem Energiesektor gestellt wurde. Es ist natürlich, dass mit dem Abschluss der Gipfelgespräche vereinbart wurde, dass es auf Gutachter-Ebene eine Ausarbeitung aller Themen geben wird, die mit der Zusammenarbeit auf dem Energiesektor stehen, jedoch sagte Russland keine wirtschaftliche Hilfe zu, weil niemand darum bat.

Es sei in Erinnerung gerufen, dass bei der gemeinsamen Pressekonferenz mit Premierminister Alexis Tsipras am 08 April 2015 Wladimir Putin gesagt hatte, im Rahmen der Entwicklung gemeinsamer Energiepläne „sich solche Situationen ergeben könnten, die uns gestatten würden, nicht nur diese oder jene heute zusammen erörterten Pläne zu finanzieren, sondern bei der Realisierung dieser Pläne auch Themen der Kreditbeziehungen in einem weiteren Rahmen zu lösen„. Und sofort danach hatte er angefügt: „Angenommen, wir werden einen großen Plan realisieren, der Griechenland Einnahmen bringen wird, bedeutet dies, dass es aus diesen Einnahmen auch Tilgungen jener Kredite geben kann, die wir heute nebenbei ansprachen. Es ist also nicht von Hilfe, sondern einer Zusammenarbeit unter anderem auch auf dem Finanzsektor in Verbindung mit konkreten großen Plänen die Rede.

In Zusammenhang mit der geplanten „griechischen Pipeline“ hatten Regierungsquellen in Moskau während der Dauer des Besuchs des griechischen Premierministers Alexis Tsipras angeführt, „es wurde die Möglichkeit zur Finanzierung eines Großprojekts sichergestellt, immer innerhalb des institutionellen Rahmens der EU. Die Kosten seiner Erstellung werden auf 2 Mrd. Euro veranschlagt und der Betrieb der Pipeline wird voraussichtlich am 01/01/2019 beginnen„. Laut den selben Quellen wird die geplante Erdgas-Pipeline dem griechischen Fiskus allein aus den Durchleitungsgebühren Gewinne in Höhe von 500 Mio. Euro jährlich einbringen.

Schäuble: Vereinbarung mit Russland löst Griechenlands Probleme nicht

Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble erklärte am Samstag (18 April 2015) , er sei über den Artikel des Spiegels glücklich, laut dem Griechenland bereit sei, die Vereinbarung mit Russland zu unterzeichnen, fügte jedoch an, diese Vereinbarung würde nicht die wirtschaftlichen Probleme des Landes lösen.

Ich freue mich für Griechenland„, erklärte Schäuble am Rand der Frühjahrskonferenz des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank in Washington gegenüber Journalisten und fügte an: „Ich glaube jedoch nicht, dass dies die Probleme lösen würde, die Griechenland bezüglich der Erfüllung seiner Verpflichtungen gegenüber seinen europäischen Partner hat.

(Quelle: in.gr)

  1. Omorfos
    19. April 2015, 05:08 | #1

    Geschätzt jeden Tag gibt es eine Superschlagzeile von der deutschen Presse, die dann umgehend wieder von der griechischen oder anderen Regierungen dementiert werden muss. Das ist schon lange kein Qualitätsjournalismus mehr, sondern purer Sensationswahn. Spekulationen verkaufen sich nunmal besser als Alltagsgeschäft. Traurig wie diese Abwärtsspirale sich nicht nur beim Thema Griechenland, sondern auch bei anderen Beispielen nach unten bewegt. Aber die Wahrheit ist ja, die breite Masse will das, sonst würde sie sich ja dagegen zur Wehr setzen. Leiden tun darunter nur die Armen, denn jede Verunsicherung belastet die Märkte, aber Hauptsache man verkauft dadurch ein paar Zeitungen oder hat ein paar mehr klicks auf seiner Seite um mehr Werbeeinanhmen zu erzielen. Und die anderen schreiben munter ab.

  2. Ronald
    20. April 2015, 08:50 | #2

    Wenn irgend eine „mit der Materie betraute Persönlichkeit der Syriza“ sagen würde, sie hätten das Bernsteinzimmer in einer Besenkammer im Keller des griechischen Parlaments gefunden, Spiele Online würde es melden. Das ist halt der Fluch des Internetjournalismus … . Dinge, die sich bis zur Printausgabe als Ente entpuppen würden schaffen es in die Onlineausgaben …

  3. Querdenker
    21. April 2015, 10:45 | #3

    Traue keiner Zeitungsmeldung welche nicht durch andere – unabhängige – Medien bestätigt wurde. In einer Zeit, wo nahezu alle Informationen durch einige wenige Nachrichtenagenturen verbreitet werden, ist gesundes Misstrauen angesagt. Denn wer kontrollieren kann was die Menschen wissen, der kontrolliert die Menschen.

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