Bürger in Griechenland geben Regierung schlechte Noten

22. April 2015 / Aktualisiert: 04. Oktober 2017 / Aufrufe: 1.836

Alexis Tsipras bleibt populärster Politiker in Griechenland, in Themen wie Wirtschaft, Immigration, Sicherheit und Kriminalität erhält die Regierung jedoch schlechte Noten.

Gemäß den Ergebnissen einer von dem griechischen Radio- und TV-Sender SKAI präsentierten einschlägigen Erhebung der Makedonischen Universität erteilen die griechischen Wähler der Regierung besonders schlechte Noten.

Die Erhebung wurde im Zeitraum 15 – 17 April durch Befragung von landesweit 1.007 Personen beider Geschlechter im Alter ab 18 Jahren durchgeführt.

Hälfte der Wähler glaubt an Umsetzung der Wahlversprechen

Auf die Frage „Wie bewerten Sie auf einer Skala von 0 – 10 die Leistungen der Regierung im Bereich der Wirtschaft?“ lag der Durchschnitt bei 4,6, wobei 22% der Befragten die Leistungen der Regierung mit 5 benoten. Ein noch schlechteres Bild herrscht bezüglich des Themas der Immigration, wo die Regierung gerade einmal 3 erhält, während 35% der Befragten die Leistungen der Regierung auf dem konkreten Sektor mit 0 bewertet.

Auf einem anderen kritischen Bereich, nämlich dem der Kriminalität und Sicherheit, bewerten die Befragten die Leistungen der Regierung im Durchschnitt mit 3,7 und ein erheblicher Anteil (27,5%) mit 0. Bei dem Thema der Bildung werden die Leistungen der Regierung mit einem Durchschnitt von 4,2 bewertet. Eine höhere Bewertung von durchschnittlich 5,5 (aus maximal 10) erhält die Regierung auf dem Bereich der Außenpolitik und Verteidigung.

Benotung der neuen SYRIZA-Regierung auf einer Skala von 1 (inakzeptabel) bis 10 (ausgezeichnet), zweieinhalb Monate nach ihrem Amtsantritt auf folgenden Bereichen:
Durchschnittsnote vorherrschende Benotung
Wirtschaft 4,6 5 22%
Immigrationsproblem 3 0 35,5%
Kriminalität + Sicherheit 3,7 0 27,5%
Bildung 4,2 5 22,5%
Außenpolitik + Verteidigung 5,5 5 17,5%
Öffentliche Verwaltung 4,5 5 26,5%
Gesundheitswesen 4,4 5 20,5%

Die letzten Entwicklungen und konkreter das Einschreiten der Polizei wegen der Besetzung des Rektorats der Universität Athen kommentierend sprachen sich 68% der Befragten für das umgehende Einschreiten der Polizeikräfte aus, wozu anzumerken wert ist, dass sich auch die Hälfte der SYRIZA-Wähler für das Einschreiten aussprach.

In Bezug auf das Ergebnis der Reise des Premierministers Alexis Tsipras nach Moskau erklärten 43% der Befragten, es sei sehr positiv gewesen, 16,5% meinten positiv und 26,5% weder positiv noch negativ. Relativ hoch bleibt auch der Index der Zuverlässigkeit der Regierung hinsichtlich ihrer Absicht, ihre vor der Wahl geleisteten Zusagen umzusetzen, wobei 52,5% annehmen, dass sie es tun wird.

Tsipras bleibt mit Abstand beliebtester politische Führer

Was die befolgte Verhandlungsstrategie betrifft, betrachten 45,5% diese als richtig, jedoch steigt der Grad der Unsicherheit. Auf die Frage „Welches Gefühl ruft bei Ihnen die Aussicht auf ein Ausscheiden Griechenland aus dem Euro hervor?“ gewinnt inzwischen die Furcht an Boden und erreicht 56%, gegenüber 35,% bei der vorherigen Demoskopie der Makedonischen Universität.

Trotz allem bleibt auf dem Bereich der Popularität die Beliebtheit des Premierministers mit einem Anteil der positiven Meinungen von 55% weiterhin hoch, obwohl sie im Verhältnis zu der vorherigen Erhebung zurück ging, während der Anteil positiver Meinungen, die der ehemalige Premierminister Antonis Samaras auf sich vereinigt, weiterhin sehr niedrig ist.

Auf die Frage „Wie beurteilen Sie die Art der Ausübung der Aufgaben der Vorsitzenden des Parlaments und das allgemeine Auftreten der Frau Zoi Konstantopoulou?“ antworten 47,5% negativ, 39% positiv und 10,5% weder positiv noch negativ.

Meinung der Befragten über griechische Parteiführer
sehr negativ negativ positiv sehr positiv
Alexis Tsirpas (SYRIZA) 7,5% 14% 39,5% 16%
Antonis Samaras (ND) 21,5% 40% 13% 2%
Nikos Michaloliakos (Chrysi Avgi) 48,5% 30,5% 5,5% 2%
Stavros Theodorakis (Potami) 12,5% 30% 20% 2,5%
Dimitris Koutsoumpas (KKE) 9,5% 25,5% 18,5% 2,5%
Panos Kammenos (ANEL) 13,5% 32% 24,5% 3,5%
Evangelos Venizelos (PASOK) 33,5% 37,5% 10,5% 1%

Unterstützung der Verhandlungsstrategie nimmt ab

Weiterhin sinkend bleibt im selben Moment der Verlauf des positiven Bildes, das die Bürger von der Verhandlungsstrategie der Regierung haben, die zum ersten Mal seit den Wahlen nicht die Unterstützung der absoluten Mehrheit genießt. Konkret urteilen 45,5% der Wähler, Athens Strategie sei richtig, gegenüber 72% Anfang Februar. Auf der Gegenseite urteilen 39,5%, die griechische Strategie sie falsch, wobei die „Schere“ sich signifikant geschlossen hat, da sie Ende März 28 Prozentpunkte betrug.

Den Besuch Alexis Tsipras‘ in Moskau, der auch mit Abstand der populärste politische Führer bleibt (55% positive Meinungen), beurteilen jedenfalls fast 60% positiv oder sehr positiv. Jedoch ist die Popularität des Premierministers im Vergleich zu März 2015, wo sie bei 70% lag, deutlich gesunken. Einen beständig ansteigenden Verlauf verzeichnet dagegen die Anzahl der Bürger, die sich vor der Aussicht auf ein Ausscheiden Griechenlands aus dem Euro fürchten. Der Anteil jener, die antworten, sich vor einem eventuellen Grexit zu fürchten, erreicht 56%, gegenüber 35,5% Anfang Februar 2015.

Schließlich spricht sich in Zusammenhang mit den jüngsten Entwicklungen bei der Besetzung der Universität Athen die überwältigende Mehrheit der Bürger für das Einschreiten der Polizei aus, welche Position mehr als 58% der Wähler aller Parteien unterstützen, mit Ausnahme der SYRIZA (46,5% dafür und 45,5% dagegen).

(Quelle: Imerisia)

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