Abtretung von Mietforderungen in Griechenland an den Fiskus

3. April 2015 / Aufrufe: 1.256

Eigentümer von Immobilien in Griechenland können nun doch Mietforderungen an den Fiskus abtreten um der Besteuerung inexistenter Einkommen zu entgehen.

Im Rahmen eine Begegnung mit Repräsentanten des Panhellenischen Verbands der Immobilieneigentümer (POMIDA) in Griechenland gab am 02 April 2015 die stellvertretende Finanzministerin Nantia Valavani die Wiedereinführung der Möglichkeit zur Abtretung von Mietforderungen an das Finanzamt bekannt,  womit der Besteuerung nicht eingenommener Mieten ein Ende gesetzt wird.

Frau Valavanis führte an, der ergangene Runderlass, gemäß dem auch nicht eingenommene Mietzahlungen des Jahres 2014 regulär mit einem Steuersatz von 11% oder 33% besteuert worden wären, werde mit einer – dem Parlament noch vorzulegenden – gesetzlichen Regelung annulliert werden.

Substituierung der „ungerechten“ ENFIA

Gemäß der in Rede stehenden gesetzlichen Regelung werden die Steuerpflichtigen also fortan nicht eingenommene Mietzahlungen an den Fiskus abtreten können, um nicht für Einkommen besteuert zu werden, die sie in Wirklichkeit nicht erzielten. (Anmerkung: Ein entsprechender Erlass galt bereits auch im Vorjahr, war jedoch nur auf dieses beschränkt.)

Frau Valavanis sprach auch das Thema der „Einheitlichen Immobilien-Besitzsteuer“ (ENFIA) und sagte zu, diese werde innerhalb des Jahres 2015 abgeschafft und durch eine neue Steuer substituiert werden, die das geringe und mittlere Vermögen schützt. Ebenfalls stellte sie klar, dass es bezüglich des Immobilienvermögens einen persönlichen Steuerfreibetrag geben werden, den sie jedoch in Erwartung der Änderungen bei den „Immobilien-Einheitspreisen“ derzeit noch nicht festzusetzen vermag.

Auf Basis des geplanten persönlichen Steuerfreibetrags wird entweder die Hauptwohnung oder das gesamte Immobilienvermögen von der Steuer befreit werden können. Wenn beispielsweise jemand eine Hauptwohnung und eine Ferienwohnung besitzt und der Gesamtwert beider Wohnungen unter dem geplanten Steuerfreibetrag liegt, wird er weder für die eine noch die andere Wohnung auch nur einen einzigen Euro zahlen. Verfügt er jedoch nur über eine Hauptwohnung, deren Wert den – noch zu bestimmenden – Steuerfreibetrag übersteigt, wird der Differenzbetrag besteuert werden.

(Quelle: www.dikaiologitika.gr)

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