Undercover-Steuerfahnder in Griechenland

7. März 2015 / Aufrufe: 391

Griechenlands Finanzminister Yanis Varoufakis schlägt zur Bekämpfung der alltäglichen Steuerhinterziehung den Einsatz privater Undercover-Steuerfahnder vor.

In seinem Schreiben bezüglich der ersten Reformen der griechischen Regierung zur Bekämpfung der Steuerhinterziehung führt Finanzminister Yanis Varoufakis unter anderem auch die Schaffung einer sich aus einfachen Bürgern oder sogar auch Touristen rekrutierenden Körperschaft „geheimer Finanzbeamten“ zur Beitreibung der Mehrwertsteuer vor.

Der in Rede stehende Vorschlag betrifft die Einstellung von Bürgern aus allen gesellschaftlich Gruppen für einen streng beschränkten Zeitraum von zwei Monaten und ohne Aussicht auf Wiedereinstellung. Nach einer kurzen Grundausbildung werden sie dann als Kunden in Gebieten auftreten, in denen eine große Steuerhinterziehung beobachtet wird, und unter geeigneter Nutzung technologischer Mittel (Kameras, Mikrofone usw.) bei der Auffindung all jener helfen, die keine Zahlungsbelege ausstellen.

Laut Yanis Varoufakis kann die in Rede stehende Körperschaft, die er „Onlookers‘ VAT Evasion-Fighting Scheme“ nennt, bei der Bekämpfung der Steuerhinterziehung helfen, da – wie er betont – „allein die Nachricht, dass sich überall tausende einfache Beobachter befinden, die Dynamik hat, schnellstens das Steuerabführungsverhalten zu ändern„.

(Quelle: tvxs.gr)

  1. Jörg
    7. März 2015, 18:36 | #1

    eigentlich ist es schade wenn eine Regierung zu diesen Mitteln greifen muss, weil ein Grossteil der eigenen Bevölkerung eine Art Volkssport betreibt, den Steuerhinterzug.Man nimmt sich jetzt den kleinen Mann ins Visier, warum nicht die zuerst einmal die 4152 Personen die auf der sogenannten Liste der Schande stehen und die die im wirklich grossen Stil Steuern hinterziehen und bei denen man in der Vergangenheit immer zwei Augen zugedrückt hat? Diese Personen hinterziehen Steuern, diese Steuern fehlen der Regierung und die kann dann auch ihre Verpflichtungen gebenüber den Bürgern nicht nachkommen. Die Bevölkerung sieht das alles natürlich und meint das wäre der natürliche Gang der Geschichte und praktiziert dies. Ich denke mal so sollte die neue Regierung nicht arbeiten, immer das Geld vom Bürger der kaum noch was hat. Ich finde dies total ungerecht .

  2. filo
    7. März 2015, 19:30 | #2

    Die DDR lässt grüßen, Bald stehen auch hier die Stasi-Leute hinter irgendwelchen Büschen und werden spionieren

  3. Heinz
    9. März 2015, 12:21 | #3

    Mir scheint, es sei die übliche, weit verbreitete Reaktion hier im Blog. Sobald etwas Vernünftiges vorgeschlagen wird, kommt man mit der Stasi-Keule, Bürger-Überwachung und Hinweisen auf die noch viel schlimmeren Hinterzieher. Was soll das? Fakt ist doch, dass bei allen Dienstleistungen, die nicht schwarz erfolgen, die Mehrwertsteuer in die Preise eingerechnet ist, dann jedoch nicht abgeführt wird. Das ist nicht Steuerhinterziehung? Was ist es dann? Vielleicht sollte die griechische Regierung mal das Modell Portugal einführen. Dort kann jeder Mensch, der eine Dienstleistung oder ähnliches in Anspruch nahm, die entsprechende Rechnung bei einem Pool einreichen und hat damit die Chance, jeden Monat einen Audi A 4 zu gewinnen. Vier mal im Jahr zusätzlich noch einen A 6. Die Umsatzsteuerzahlungen dieser Dienstleistungs- und Händler-Klientel an das Finanzamt sind exorbitant gestiegen. Wer in Griechenland immer noch keinen Beleg beim Bezahlen fordert, betrügt mit. Ausreden gelten nicht mehr.

  4. Ronald
    11. März 2015, 06:15 | #4

    Not macht erfinderisch. Der Gedanke, dass man normale Bürger zu Spitzeln des Staates macht behagt mir auch nicht, aber es scheint wohl so, dass einfach der Staat mit der Steuerprüfung überfordert ist. Aber dann könnte man auch eine Belohnung in Form eines gewissen Prozentsatzes der eingetriebenen Steuern für Hinweise, die zur Aufdeckung von Steuervergehen führen aussetzen, ohne bestimmte Personen zu rekrutieren. Da würden sich vermutlich sogar Startups gründen die nur von diesem Geschäftsmodell leben, das Ganze aber auch professionell betreiben. Wenn schon Spitzel, dann richtig…

  5. Heinz
    11. März 2015, 12:12 | #5

    Hier noch ein erhellender Link, der die „Vernunft“ dieser Maßnahme bestätigt. Auch die USA haben Steuerbetrüger. Und diesen kommt man genau mit dieser Maßnahme auf die Spur. Was soll daran schlecht sein?
    Auch USA setzen Amateure als Steuerfahnder ein

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