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Preiserhöhungen in Griechenland wegen Importfinanzierung

10. März 2015 / Aufrufe: 1.983

Die Entscheidung ausländischer Lieferanten, Unternehmen in Griechenland nicht mehr auf Rechnung zu beliefern, führt bei etlichen Rohstoffen und Waren zu Preiserhöhungen.

Vasilis Korkidis, Präsident des griechischen Handels- und Unternehmensdachverbands und der Handelskammer Piräus, schätzt ein, dass der griechische Handel nach dem Entschluss vieler ausländischer Lieferanten, die griechischen Importunternehmen nicht mehr „auf Rechnung“ zu beliefern und (wieder einmal) auf Vorkasse und / oder vollumfänglicher Deckung per Erteilung von Bankgarantien zu bestehen, fortan in nicht kartografisierte Gewässer gerät. Ein einschlägiges Memorandum über die Probleme bei den Importen wurde sogar auch an die Regierung eingereicht.

Die ausländischen Unternehmen versuchen ihren Entschluss mit der großen Ungewissheit, welche der Liquiditätsmangel auf dem griechischen Markt hervorruft, sowie auch der Rückkehr der Zweifel an dem Verbleib Griechenlands in der Eurozone zu rechtfertigen und versprechen, ihre Haltung erneut zu untersuchen, sobald die Lage sich nach der Erzielung einer finalen Vereinbarung mit unseren europäischen Partnern verbessern werden wird„, wird in dem Schreiben angemerkt.

Schlimmstenfalls drohen sogar Versorgungsengpässe

Wie in Erinnerung gerufen wird, gelten gemäß den internationalen Handelsklauseln INCOTERMS 2010 die Bankgarantie B/G, die Kreditbürgschaft L/C sowie auch die Besicherung von Forderungen und Risiken als untrennbare Teile der Handelsverträge, da sie die reibungslose Geschäftsabwicklung sicherstellen. Auf diese Weise wird sogar auch in Fällen eines hohen Risikos ohne die Forderung auf Vorausbezahlung des Imports durch den Käufer die Sicherheit gewährt, dass selbst auch wenn die Firma, die das Produkt bestellt hat, es aus irgend einem Grund (Konkurs, Liquiditätsmangel und sonstige Unfälle) nicht zu bezahlen mag, die Bank, die diese ausgestellt hat, die Bezahlung des Verkäufers übernimmt.

Die Essenz ist – laut den Händlern – jedenfalls, dass mit der alltäglichen Eskalierung der Forderung nach Vorkasse für die griechischen Bestellungen die Importe von Rohstoffen, Maschinen und allgemein von Waren außerordentlich erschwert werden, da die Importeure ihre Bestellungen vorab und zwar sogar in bar bezahlen müssen und diese Entwicklung für den Handel, aber auch die inländische Industrie und Weiterverarbeitung als außerordentlich beunruhigend betrachtet wird.

Der Wert der von Griechenland importierten Güter betrug 2013 insgesamt 46,2 Mrd. Euro und 2014 insgesamt 46,7 Mrd. Euro, während mit der Einstellung der Stundungen für die Belieferung des griechischen Marktes mit Rohstoffen und sonstigen Gütern schätzungsweise etwa 4 – 5 Milliarden Euro erforderlich sein werden. „Sollte sich diese Lage sogar über ein Vierteljahr fortsetzen, wird mit Preiserhöhungen bei Industrieprodukten, Treibstoffen, Lebensmitteln, Medikamenten usw. gerechnet, während die Gefahr von Versorgungsengpässen auf dem Markt sichtbar wird„, wird in dem in Rede stehenden Memorandum unterstrichen.

Neue Zahlungsbedingungen treffen mittelständische Unternehmen

Wie Herr Korkidis erklärte, darf es ebenfalls nicht unberücksichtigt bleiben, dass in letzter Zeit die Erteilung von Bankgarantien durch die griechischen Banken eingeschränkt worden ist, während die ausländischen Lieferanten wegen des Mangels an Vertrauen in vielen Fällen Garantiebriefe ausländischer Banken verlangen.

Die von jedem Importeur zu beantworte Frage ist, wie lange die Importe auf diese Zahlungsweise durchgeführt werden sollen. Einerseits wegen mangelnder Liquidität und des Unvermögens zur Ausstellung „teurer“ Bankgarantien, andererseits wegen der Senkung der Grenzen für die Besicherung der Stundungen aus dem Ausland, vermögen schätzungsweise 200.000 mittelständische Unternehmen den neuen finanziellen Forderungen nicht zu entsprechen. Es wird sogar veranschlagt, dass etwas solches die griechischen Unternehmen zwingen wird, ihre Bestellungen in kleinere (Bestellungen) zu „splitten“ – mit dem Resultat, dass die Kosten der Waren sich aus den Transportkosten erhöhen.

Zu dieser ungünstigen Umgebung kommt auch noch das Fehlen der Finanzierung der inländischen Handelsunternehmen durch die griechischen Banken hinzu, wobei sich die seit 50 Monaten anhaltende negative Entwicklung des jährlichen Volumens der Änderung der Unternehmensfinanzierung fortsetzt.

Wie die Händler berichten, werden gewisse Hoffnungen auf eine Versöhnlichkeit von Seite der Lieferanten dementiert, da die ausländischen Häuser, die von den griechischen Importeuren keine Vorkasse verlangen, absichtlich um das Zwei- und Dreifache über dem Üblichen liegende Lieferfristen vorgeben, während etliche in freundlichen Schreiben die Aussetzung ihrer Zusammenarbeit mit griechischen Unternehmen verlangen, bis sich die finanzielle Situation und die Lage klären wird. Die Revidierung des Vertrauens in den griechischen Markt und die Rückkehr zum Sommer 2012 Muss auf jeden Fall vermieden werden.

Deutschland stellte Ende 2014 die Hermes-Bürgschaften ein

Weiter wird angeführt, dass seit Januar 2015 nur noch private Versicherungsgesellschaften die vollumfängliche Deckung der Versicherung kurzfristiger Exportfinanzierungen von Deutschland nach Griechenland übernommen haben. Auf Initiative des privaten Sektors gab das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie Anfang Dezember 2014 die Absicht bekannt, ab dem 01 Januar 2015 die (Anfang April 2012 in Kraft gesetzte) bis zum 31.12.2014 für Griechenland geltende Regelung außer Kraft zu setzen, die eine völlige Absicherung kurzfristiger Exportfinanzierungen mittels Bürgschaften des deutschen Fiskus vorsah.

Konkreter erklärten sich die privaten Versicherungsgesellschaften bereit, abgesehen von den kurzfristigen Bürgschaften und mit einer Referenzperiode ab dem 01 Januar 2015 zusätzlich auch die anhängigen kurzfristigen staatlichen Bürgschaften zu übernehmen. Laut einem deutschen Amtsträger erwiesen sich für die deutschen Exporteure die HERMES-Bürgschaften als besonders signifikant, während eine gleichermaßen positive Entwicklung auch die Absicht der privaten Versicherungsunternehmen darstellt, fortan das Risiko der nach Griechenland gerichteten deutschen Exporte zu übernehmen. Parallel wurde klargestellt, der Grund für die Einstellung der staatlichen Bürgschaften beruhe nicht auf politischen Gründen, sondern einzig und allein auf rein technokratischen Kriterien.

Für das inländische Unternehmertum sind folglich es folglich die Handhabungen der Regierung mit den Gläubigern, die unmittelbar signifikant zur Vertiefung des Klimas der Sicherheit und des Vertrauens, sprich zu Voraussetzungen beitragen können, die für die Wiederherstellung des griechischen Handels auf normale Rhythmen und Abläufe notwendig sind.

(Quelle: dikaiologitika.gr)

Relevanter Beitrag:

  1. Bernhard
    10. März 2015, 09:44 | #1

    Für unseren Produktionsbetrieb in Griechenland werden wir von in- und ausländischen Lieferanten mit Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen beliefert. Das jährliche Einkaufsvolumen beträgt ca. 1Mio. Euro. Die Kosten für die importierten Rohstoffe entsprechen den üblichen Weltmarktpreisen. Sowohl unsere ausländischen als auch griechischen Produzenten und Lieferanten akzeptieren seit Jahren nur noch Vorauskasse.

  2. Friedrich
    11. März 2015, 00:28 | #2

    Generell ist ja nicht das Problem, dass die Importe / Verkäufe nicht mehr auf Rechnung (Lieferantenkredit) möglich sind, sondern dass die Zinsen für inländische Kredite bei Banken so hoch sind, dass die Unternehmer sich den Spaß nicht mehr leisten können. Je stärker ein Land in die Deflation rutsch, desto höher sind auch die inländischen Zinsen.

  3. Heinz
    11. März 2015, 12:25 | #3

    Der Hintergrund für diese dümmlichen Statements gewisser Männer an den wirtschaftlichen Schalthebeln ist doch ein ganz Anderer. Hier soll die Regierung dadurch destabilisiert werden, das man sie beschuldigt, die hohen Zinsen der griechischen Banken verursacht zu haben. Das aber ist genau nicht der Fall. Das alles hat also mit den Importen überhaupt nichts zu tun, sondern mit dem Vertrauen der restlichen Welt in das Bankensystem in Griechenland und dem Verhalten vor allem der letzten Regierung, die fast alles versprach, was man von ihr forderte, davon aber soviel wie nichts verwirklichte. Wie soll da Vertrauen entstehen. Diese Samaras-Regierung hat Griechenland von allen bisherigen Regierungen am allermeisten und nachhaltig geschadet. Sie hat, als sie merkte, dass sie nicht mehr gewählt werden wird, nur noch brandgerodet, um so schnellstmöglich wieder an die Regierung zu kommen, weil es ja die Linken nicht hinbekommen werden, den Sumpf trocken zu legen und das Land zu befrieden. Sie sitzen sozusagen wie die Aasgeier auf den Ruinen und warten auf die Leichen. Das werden die Griechen allerdings erst in ein paar Jahren endgültig realisieren. Vielleicht haben sie bis dahin ja die Totengräber wieder gewählt.

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