Griechenlands Vize-Verteidigungsminister in Moskau

20. März 2015 / Aktualisiert: 11. August 2020 / Aufrufe: 769

Im Rahmen seines Besuchs in Moskau hofft Griechenlands Vize-Verteidigungsminister, in russischen Archiven deutsche Unterlagen aus dem Zweiten Weltkrieg zu finden.

Anlässlich seines Besuchs in Moskau befindet gab Vize-Verteidigungsminister Kostas Isychos aus Griechenland Interviews an russische Medien und bekundete dabei unter anderem das Interesse Athens, angesichts der anstehenden Feierlichkeiten zum 70. Jahrestag des Siegs über die Faschisten im 2. Weltkrieg aus russischen Archiven eventuelle Fakten über die deutsche Besatzung in erlangen zu können.

Während meines Besuchs in Moskau beabsichtige ich, meine russischen Kollegen bezüglich der Existenz von Schriftstücken in den Archiven Russlands zu fragen, die in Zusammenhang der Periode der Besetzung Griechenland durch das faschistische Deutschland stehen. Wie bekannt ist, erlangte Russland zusammen mit den USA, Großbritannien und Frankreich als Siegermächte als erste Zugang zu deutschen Unterlagen als Trophäen. Deswegen besteht eine Möglichkeit, dass in russischen Archiven einschlägige Unterlagen gefunden werden. Die griechische Regierung versucht nun, in der ganzen Welt ähnliche Fakten zusammenzutragen um mit schriftlichen Beweisen ihre Forderungen auf die Notwendigkeit zu stützen, dass von Deutschland Kriegsentschädigungen und die Besatzungs-Zwangsanleihe an Griechenland gezahlt werden„, erklärte der stellvertretende Verteidigungsminister gegenüber der Zeitung der russischen Regierung „Russkaja Gazeta“.

Türkische Pipeline kann Stabilität in die Region bringen

Die griechische Regierung beabsichtigt, ihre Zusammenarbeit mit den BRICS (Anmerkung: Brasilien, Russland, Indien, China, Südafrika) zu stärken, ist daran interessiert, mehr Informationen über die sogenannte „türkische Erdgas-Pipeline“ zu erhalten, für die geplant ist, bis zu der griechisch-türkischen Grenze zu reichen, und erachtet, dass die Sanktionen der EU gegen Russland nicht zu dem Frieden in der Ukraine beitragen, erklärte der stellvertretende Verteidigungsminister und Mitvorsitzende des gemischten interministerialen Ausschusses Griechenlands – Russland gegenüber der russischen Nachrichtenagentur Sputnik.

Bezüglich der von der russischen Gazprom vorangetriebenen sogenannten „türkischen Pipeline“ erklärte Herr Isychos, sie könne Stabilität in die Region bringen, jedoch „ist es derzeit sehr früh darüber zu sprechen, welche Maßnahmen wir in Bezug auf dieses Themas wählen werden, weil es nötig ist, dass wir die Details studieren„. Bezüglich dieser Details erklärte Herr Isychos, die Gelegenheit haben zu werden, während seiner zweitägigen Kontakte in der russischen Hauptstadt informiert zu werden.

Sich speziell zu dem Thema der Sanktionen der EU gegen Russland äußernd sagte Herr Isychos, die neue griechische Regierung halte konsequent an ihrer Position fest, die bereits zum Ausdruck gebracht worden war, „als wir uns in der Opposition befanden„, und sprach sich „gegen die Militarisierung der Krise in der Ukraine und die Verschlechterung sowohl der politischen als auch wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Europa und Russland“ aus.

Griechenland ist bereit, politische und technische Hilfe zu gewähren

Über die Zukunft der europäisch-russischen und griechisch-russischen Beziehungen können wir nur ohne Einsatz von Sanktionen, nur mittels des friedlichen Dialogs reden, der gestatten wird, dass wir neue Kollisionen zwischen Osten und Westen, einen neuen Kalten Krieg abwenden, der für die europäischen Völker – natürlich auch das griechische und das russische – nur schädigend sein kann„, betonter der Vize-Verteidigungsminister und schätzte ein, vorrangiges Thema müsse die Bewältigung der humanitären in der Ukraine werden.

Griechenland unterstützte sowohl die Vereinbarungen von Minsk als auch jede Vereinbarung, die zum Frieden in der Ukraine zu führen vermag, erklärte Herr Isychos und betonte, im Südosten der Ukraine leben über 100.000 Menschen zählende historische griechische bzw. griechischstämmige Bevölkerungen, aber auch, dass „Griechenland bereit ist, allen jede mögliche technische und politische zu gewähren, die diese benötigen„.

Russland und Griechenland entwickeln bereits seit vielen Jahren eine Zusammenarbeit sowohl auf dem wirtschaftlichen als auch militärischen Sektor, unter anderem auch in der verteidigungstechnischen Zusammenarbeit, da wir auch russische Rüstung gekauft haben. Es ist jedoch notwendig, dass wie diese Beziehungen nicht nur streng auf dem militärischen Sektor entwickeln, sondern auch zur Gewährleistung des Friedens im Mittleren Osten und in der Mittelmeerregion, einer Region, der bereits heute eine Explosion der Spannung widerfährt„, sagte der griechische Vize-Verteidigungsminister.

(Quelle: in.gr)

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