BILD-Hetze gegen Griechenland ist rassistisch

3. März 2015 / Aufrufe: 3.109

Jürgen Trittin charakterisiert die von der deutschen Bildzeitung betriebene Hetzkampagne gegen Griechenland als rassistisch und hässlich.

Heftige Kritik an der BILD anlässlich der in den letzten Tagen gestarteten Kampagne gegen Griechenland übt der deutsche Abgeordnete der Grünen und ehemalige Umweltminister Jürgen Trittin aus. Wie er am Sonntag (01 März 2013) in einem Interview an den Deutschlandfunk (DLF) erklärte:

Mit der Bild-Zeitung des Kai Diekmann wird das Bild des ‚unverschämten Griechen‘ geschaffen. Das ist zutiefst rassistisch und hässlich. Worin liegt die Unverschämtheit, wenn eine Million Griechinnen und Griechen keine Krankenversicherung haben? Unser Thema liegt woanders. Das Thema ist, dass die Sanierungspolitik, so wie sich diese Frau Merkel vorstellte, in den Ländern Südeuropas offensichtlich gescheitert ist. Anders gesagt: die nicht parallel von Investitionen und Wachstum begleiteten Ausgabenkürzungen führen die Wirtschaften in die Verelendung.

Wir brauchen eine „Politik intelligenter struktureller Reformen“

Dies ist Laut Jürgen Trittin der Grund, aus dem Herr Rajoy in Spanien absolut keinerlei Chance auf eine Wiederwahl und dort mit der Vorherrschaft der Podemos gerechnet wird, während auch in Portugal damit gerechnet wird, dass die konservative Regierung die Wahlen verlieren wird. „In Europa haben wir die folgende Situation, die Austeritäts-Politik ist durch eine Politik intelligenter struktureller Reformen zu substituieren, die von wirklichen Investitionen begleitet werden wird. Dafür muss jedoch Geld investiert werden und das scheitert weiterhin an der negativen Haltung Deutschlands.

In Deutschland hat inzwischen die Diskussion über ein drittes Hilfspaket für Griechenland begonnen, höchstwahrscheinlich im kommenden Sommer, wobei etliche deutsche Abgeordnete bereits ankündigen, einer neuen Hilfe nicht zuzustimmen zu beabsichtigen. Wird also ein weiteres Mal auch die Diskussion über ein Ausscheiden Griechenlands aus dem Euro folgen?, fragte sich Jürgen Trittin. „Die bis neulich Troika genannten drei Institutionen bescheinigten Griechenland, mit den ergriffenen Maßnahmen die Tragfähigkeit der Verschuldung herbeiführen zu werden. Zum ersten Mal erzielten sie einen primären Überschuss. Natürlich werden sie ihn nicht immer auf dieser Höhe zu halten vermögen, das ist allen bekannt, die Realisten sind. Deswegen sehe ich auch keinen Grund, warum mich das Thema eines Grexit beschäftigen sollte.

Wir werden auch den Schuldenschnitt erörtern müssen

Welche sind die Gründe, aus denen Jürgen Trittin am vergangenen Freitag (27 Februar 2015) für die Verlängerung des griechischen Programms stimmte?

Weil ich auch für die vorherigen Rettungspakete gestimmt hatte. Weil ich es für falsch halte, Griechenland – ein Mitgliedsland der EU und der NATO – in den Bankrott zu führen, der den deutschen Steuerzahler sogar sehr viel teurer zu stehen kommen würde. Letztendlich werden wir uns auch mit etwas befassen müssen, das in Deutschland Reaktionen hervorruft, also der Beschneidung der Verschuldung.

Schließlich charakterisiert der Abgeordnete der Grünen den Beschluss der SYRIZA, mit der „rechten populistischen“ Partei der Unabhängigen Hellenen (ANEL) zu koalieren, als – wie er meint – „Dummheit“. Er selbst würde eine Partei vorziehen, die „keine verwandtschaftlichen Beziehungen“ zu dem alten System hat.

(Quelle: Deutsche Welle)

Relevante Beiträge:

  1. LiFe
    3. März 2015, 15:24 | #1

    Nach Joschka Fischer meldet sich Trittin. Ich denke die Grünen wollen wieder auf sich Aufmerksam machen. Wir kennen alle die BILD. Von daher braucht man nicht viel Worte zu verlieren. Monsieur Hollande hatte sich auch über zahnlose Griechen aufgeregt. Man muss sich als Grieche nicht klein machen. Griechenland ist reich an Bodenschätze. Griechenland darf nicht weitere Tafelsilber verkaufen. Diese Durststrecke muss es weiter aushalten. Wer nichts zu verlieren hat kann jegliche Hiebe einstecken. Irgendwo habe ich gelesen, ich meine Henry Miller hatte es mal geschrieben, dass die Griechen sehr gute Taucher wären.Wer gut tauchen kann, der verfügt über Fähigkeiten Krisen zu meistern.

  2. Ronald
    3. März 2015, 16:58 | #2

    Ach ja, die Boulevardpresse. Die deutsche pflegt das Bild vom „faulen, gierigen und unverschämten“ Griechen, die griechische steckt jeden Deutschen in eine SS-Uniform … vor ein paar Monaten habe ich mich noch darüber aufgeregt, heute juckt mich das nicht mehr.

  3. Ego
    4. März 2015, 09:06 | #3

    Um täglich Millionen Schmierblätter zu verkaufen, braucht die BILD ein Opfer, das die niedrigen Instinkte einer Prekariats-Leserschaft anspricht. Um Auflage zu machen, ist jedes schmutzige Mittel recht, leider ist zur Zeit Griechenland und sein stolzes Volk dran. BILD ist nicht nur BLÖD, sondern auch RASSISTISCH.

  4. bub
    4. März 2015, 12:38 | #4

    Wir wissen alle oder anscheinend nicht (?!) wer Axel Springer und dessen Gesinnung war ?! Leider ist ein starkes Auflammen vergangener ansichten wie zur Zeiten des 1WK +2 WK zu verzeichnen. Das die Weltgemeinschaft od. zumindest die Völker Europas die am ehesten darunter gelitten, das nicht realisieren und dagegen vorgehen ist sehr verwunderlich..

  5. Melissa
    6. März 2015, 19:55 | #5

    Ja ja die liebe Bild Zeitung und die Hetz Attacken gegen die Griechen. Das schlimme ist über die Griechen können sie solche Sachen und Beleidigungen schreiben, denn die Griechen fallen in Deutschland mit nichts auf, sie haben sich hier gut eingelebt, sind bei Schlägereien oder Drogen nicht dabei, einfache und ruhige Menschen. Bild soll mal versuchen über die Moslems bzw. Türken so zu hetzen, das traut sich die Bild Zeitung nämlich nicht, vor denen haben sie Angst.

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