USA knicken ein, Griechenland soll kuschen

7. Februar 2015 / Aktualisiert: 02. Oktober 2017 / Aufrufe: 1.821

Der amerikanische Botschafter in Athen fordert Griechenlands Regierung auf, mit der Troika zu kooperieren und die Reformen fortzusetzen.

Athen wird von Washington … erneut im Regen stehen gelassen, diesmal mittels der Erklärung des amerikanischen Botschafters in Athen, David Pearce, der sich heute mit Alexis Tsipras und Ministern seiner Regierung traf.

In der Erklärung des amerikanischen Botschafters wird betont, Griechenland müsse mit seinen europäischen Partnern und dem IWF kooperieren und sei aufgefordert, die Verwaltungs- und strukturellen Reformen fortzusetzen und eine vernünftige Fiskalpolitik auszuüben.

Die Bekanntmachung der amerikanischen Botschaft in Athen

Der Botschafter der USA in Griechenland, Herr David D. Pearce, traf sich in den beiden letzten Tagen mit Premierminister Herrn Alexis Tsipras, Regierungsvertreter Herrn Giannis Dragasakis, Außenminister Herrn Nikos Kotzias, dem Minister für Wirtschaft, Infrastrukturen, Handelsschifffahrt und Tourismus, Herrn Giorgos Stathakis, und Finanzminister Herrn Yanis Varoufakis.

Der Botschafter Herr Pearce wurde bei seinen Begegnungen mit Regierungsvertreter Herrn Dragasakis und den Ministern Herrn Stathakis und Herrn Varoufakis von dem Staatssekretär-Assistenten Herrn Daleep Singh aus dem amerikanischen Finanzministerium begleitet, Herr Singh, der Griechenland schon einmal besucht hatte, befindet sich in Athen, um Kennenlerntreffen mit den Zuständigen für die Wirtschaftspolitik der griechischen Regierung zu haben.

Der Botschafter Herr Pearce erörterte mit den griechischen Amtsträgern signifikante bilaterale und periphere Themen. Er erkannte die von dem griechischen Volk erbrachten signifikanten Opfer an und betonte gleichzeitig die Position der Vereinigten Staaten, dass Griechenland die Verwaltungs- und strukturellen Reformen fortsetzen und eine vernünftige Fiskalpolitik auszuüben habe. Gemäß der Ansicht der Vereinigten Staaten muss Griechenland Reformen realisieren, die es für ausländische Investitionen attraktiver machen, damit das Land seine internationalen Verpflichtungen einhalten kann und zum Wohlstand zurückkehrt.

Bemerkenswerter Sinneswandel kurz vor Merkels Besuch in Washington

Die Vereinigten Staaten halten es für sehr wichtig, dass die griechische Regierung mit ihren europäischen Partnern sowie auch dem IWF kooperiert„, betonte der Botschafter Herr Pearce.

Es sei angemerkt, dass die Erklärung des amerikanischen Botschafters in Athen wenige Tage nach den ursprünglichen Erklärungen des amerikanischen Präsidenten Barack Obamas, niemand dürfe „ein Volk mit Austerität auspressen„, aber auch wenige Tage vor Obamas Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel im Weißen Haus erfolgte …

(Quelle: Imerisia)

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  1. Ottfried Storz
    7. Februar 2015, 13:48 | #1

    Die US-Regierung „knickt“ nicht ein, sondern manche hatten sich aus dem Obama-Interview nur das für sie passende heraus gesucht, den Rest jedoch ignoriert. Schaut euch doch einfach das Interview in CNN („Obama on austerity programs“) an. Zwar sagt er: „Sie können Länder, die sich inmitten einer Depression befinden, nicht immer weiter ausquetschen„. Gleichzeitig betont er zwei Mal die Wichtigkeit von Strukturreformen und führt u.a. das katastrophale Steuersystem Griechenlands als Optimierungsbeispiel an. „Bei einer Wirtschaft, die sich ‚im freien Fall‘ befinde, brauche es vor allem eine Wachstumsstrategie. Nur so könne ein Land seine Schuldenlast reduzieren.“ Eine „Wachstumsstrategie“ bedeutet nicht, in ein nicht konkurrenzfähiges Land weitere Kreditmilliarden in den Konsum zu investieren. Erst Mal müssen umfangreiche existenzielle Strukturreformen, wie ein funktionierendes Steuer- und Rechstssystem und schnellere Genehmigungsverfahren schnellstmöglich umgesetzt werden.

  2. Heidi Preiss
    8. Februar 2015, 18:24 | #2

    Ich frage mich, was mischt sich die USA überhaupt ein. Denen geht wohl auch die Muffe, dass sich Griechenland Russland annähern könnte. Aber was wollen sie dagegen tun? Etwa einem Land die „Demokratie“ bringen, einem Land, welches den westlichen „Eliten“ einst die Demokratie brachte?

  3. Jorgo
    10. Februar 2015, 13:25 | #3

    Was geht denn die Griechenlandkrise die USA an? Müssen sie denn überall mitmischen und ihren Senf dazu geben? Was ist denn mit den USA-Bundesstaaten, die teilweise auch bakrott sind? Hilft dort Washington? Nein

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